Zweite Katze anschaffen? So überzeugst Du deinen Partner!

Foto: Klengel / flickr / CC-BY-2.0

Wir tun alles, um unsere Katzen glücklich zu machen, doch so sehr wir sie auch lieben: Einen Artgenossen können wir nicht ersetzen. 6 Gründe, warum eine zweite Katze doppeltes Glück bedeutet und mit welcher Methode man sie schnell aneinander gewöhnt.

Sollen wir uns eine zweite Katze holen? Nicht jeder Partner ist von dieser Idee auf Anhieb begeistert. Zwar gibt es Ausnahmen, doch die meisten Katzen sind am glücklichsten, wenn sie mit anderen Katzen zusammenleben können!

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass Katzen Einzelgänger seien, sind sie das laut Verhaltensexperten ganz und gar nicht:

„Katzen sind nicht die solitären Tiere, als die sie oft dargestellt werden. In der Natur leben sie in einem sozialen Netzwerk, das aus Mutter und Nachkommen besteht, aber auch aus anderen Verwandten, Freunden und Feinden, die auf einem oder mehreren Territorien leben.“

Das sagt Dr. John Bradshaw, einer der international anerkanntesten Experten für das Verhalten von Katzen. [1]

Vielleicht denkst Du, dass das durchaus stimmen mag, fragst dich aber was ist, wenn die Tiere sich später nicht vertragen? Da haben wir eine gute Nachricht für dich: Solche Sorgen sind in den meisten Fällen nämlich völlig unbegründet!

In diesem Artikel erfährst Du die besten Argumente für eine zweite Katze und wie Du die Tiere erfolgreich miteinander vergesellschaftest.

Auf dieser Seite:

Eine zweite Katze zu halten, hat viele Vorteile für Mensch und Tier

Vielleicht spielst Du schon länger mit dem Gedanken, eine zweite Katze anzuschaffen, doch dein Partner ist dagegen? Im nächsten Abschnitt findest Du schlagende Argumente, die für die Anschaffung eines Artgenossen sprechen.

1. Es ist günstiger, Futter in größeren Mengen zu kaufen

Hochwertiges Katzenfutter für zwei Samtpfoten muss nicht zwingend teurer sein! Wer vorausschauend Großpackungen und Mehrfachpacks kauft, kann ordentlich sparen – vor allem online.

Im Netz gibt es häufig preiswerte Angebote, so dass sogar hochwertiges Katzenfutter günstiger sein kann, als konventionelles Futter aus dem Supermarkt.

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2. Du musst kein schlechtes Gewissen mehr haben

Vor allem junge Katzen brauchen viel Zuwendung und Beschäftigung. Einzelkatzen langweilen sich schnell und zum Leidwesen der Halter lassen sie sich dann allerhand einfallen, um diesen Zustand zu überwinden.

Sie kratzen permanent an den Möbeln, schmeißen Vasen und Blumentöpfe um, oder holen die Tapete von den Wänden.

Katzen in Einzelhaltung sind gefährdet, eines Tages eines (oder mehrere verschiedene) zwanghafte Verhaltensmuster zu entwickeln. Dazu gehören etwa übermäßiges Fressen, Pinkeln außerhalb des Katzenklos, Overgrooming und ständiges Miauen.

Hat eine Katze sich solch eine Verhaltensweise erst einmal angewöhnt, kann es schwierig sein, sie wieder abzugewöhnen. Oft gelingt das nur mit professioneller Unterstützung durch einen Katzenpsychologen.

3. Zwei Katzen bedeuten doppelte Schmuseeinheiten für dich!

Halter von Einzelkatzen fürchten manchmal, dass ihre Katze weniger zutraulich werden wird, wenn eine weitere Samtpfote ins Haus kommt. In Wahrheit ist bei vielen aber das genaue Gegenteil der Fall:

Kommt eine zweite Katze ins Haus und mögen sich beide auf Anhieb, dann kann es natürlich passieren, dass die alte Katze zunächst sehr auf ihren neuen Partner fixiert ist.

Das legt sich jedoch mit der Zeit und es ist nciht ungewöhnlich, nach der Eingewöhnungsphase zwei Schmusekatzen zu haben.

4. Bei Wohnungskatzen ist ein Artgenosse Pflicht

Die Wohnungshaltung von Katzen ist heutzutage Standard, denn längst nicht jeder hat die Möglichkeit, einer Samtpfote in seinem Umfeld Freilauf zu gewähren. Werden einige Dinge beachtet, dann können Katzen auch als reine Wohnungskatzen glücklich werden!

Ohne Freilauf sind Katzen jedoch auf die Eindrücke beschränkt, die wir ihnen aktiv in unserer Wohnung bieten. Aus Katzensicht kann das auf Dauer ganz schön einseitig und langweilig werden.

Ein Artgenosse kann das Leben entscheidend bereichern und für Ausgleich sorgen: Zwei Katzen putzen sich gegenseitig, sie spielen miteinander und sie geben sich gegenseitig Halt.

5. Zwei Katzen, doppelte Tierarztkosten?

Auch Wohnungskatzen sollten gegen katzentypische Erkrankungen geimpft werden. Es liegt auf der Hand, dass zwei Katzen hier entsprechend doppelt zu Buche schlagen.

Doch diese Kosten sind überschaubar, denn eine jährliche Impfauffrischung wird für Katzen, die nur in der Wohnung leben, inzwischen nicht mehr empfohlen.

Dann sollten die Katzen natürlich auch kastriert werden, doch was darüber hinaus an Tierarztkosten anfällt, steht in den Sternen:

Du kannst eine Einzelkatze haben, die früh im Leben eine chronische Krankheit entwickelt und regelmäßig Medikamente bekommen muss. Du kannst aber auch Glück haben und zwei Katzen aufziehen, die bis ins hohe Katzenalter fit bleiben.

6. Zwei Katzen, (fast) gleiche Arbeit

Viele Halter von Einzelkatzen sind überzeugt, dass zwei Tiere doppelte Arbeit machen werden. Bei genauer Betrachtung ist das jedoch nur bedingt zutreffend: Ob nun ein oder zwei Katzenklos gereinigt werden müssen, macht nämlich vom Zeitaufwand her kaum einen Unterschied.

Hat man sich erstmal regelmäßige Routinen angewöhnt, geht die Arbeit nach einer Weile leicht von der Hand. Wichtig: Bei zwei Katzen ist ein zusätzliches Katzenklo Pflicht!

Katzen aneinander gewöhnen: So macht es Katzenflüsterer Jackson Galaxy

Wie Du erfahren hast, gibt es viele gute Gründe einer Einzelkatze einen Artgenossen dazu zu holen. Doch was ist, wenn die beiden sich später nicht verstehen?

Der Katzen-Verhaltensexperte Jackson Galaxy hat eine bewährte Methode entwickelt [2], um zwei Katzen erfolgreich aneinander zu gewöhnen. So funktioniert sie:

1. Katzen vorerst getrennt halten

Halte die Katzen in den ersten Tagen getrennt voneinander. Stelle sicher, dass sie getrennt essen, schlafen und spielen können. Dies ermöglicht es beiden Katzen, sich sicher und wohl zu fühlen, während sie sich allmählich an den Geruch und die Anwesenheit des anderen gewöhnen können, ohne sich tatsächlich sehen zu müssen.

2. Pheromon-Stecker verwenden

Verwende einen Duftstecker oder ein Spray mit Pheromonen, um den Stress bei beiden Katzen zu reduzieren, zum Beispiel von Feliway.


Weiterlesen: Mythos Feliway: Was das Wohlfühl-Spray für Katzen wirklich kann!


3. Gegenstände der Katzen tauschen

Tausche einige Gegenstände der Katzen gegeneinander aus, um ihnen die Gelegenheit zu geben, sich an den Geruch des anderen zu gewöhnen. Geeignet sind zum Beispiel Spielzeuge, oder das Schlafkörbchen.

4. Gemeinsame Mahlzeit ohne Sichtkontakt

Füttere deine Katzen zu beiden Seiten einer geschlossenen Tür. Auch wenn sie sich nicht sehen können: Die Tiere ahnen, dass ein Artgenosse ganz in der Nähe ist. Durch das gemeinsame Fressen wird die Anwesenheit des anderen als positiv empfunden.

So gewöhnen sich die Katzen aneinander, ohne sich direkt gegenüberzustehen, oder sich allzu sehr zu bedrängen.

5. Die erste sanfte Annäherung

Verwende eine „Gittertür“ oder ein Kindergitterbett, um deine Katzen voneinander getrennt zu halten, während sie im gleichen Raum sind. Sie bekommen die Gelegenheit, sich durch den Schutz des Gitters zu beschnuppern und zu kommunizieren, ohne sich gegenseitig gefährlich werden zu können.

6. Bindung stärken durch gemeinsames Spielen

Ermutige die Katzen, gemeinsam zu spielen, sobald sie sich aneinander gewöhnt haben. Das gemeinsame Spiel stärkt die Verbindung zwischen den beiden Katzen.

Zweite Katze dazu: Welches Geschlecht?

playing cats photo

Es gibt keine Faustregel dazu, welches Geschlecht eine zweite Katze am besten haben sollte. Wichtiger ist, sich Zeit für die Zusammenführung zu nehmen und die Katzen behutsam aneinander gewöhnen zu lassen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich allerdings zwei Katzen ähnlichen Alters zu halten. Eine noch sehr junge Katze könnte eine ältere Katze überfordern, während eine junge Katze von einem älteren Stubentiger gelangweilt sein könnte.

Unmöglich ist es nicht, Katzen verschiedenen Alters gemeinsam zu halten. Tipps dazu liest Du im Artikel Junge Katze zu alter Katze: So gelingt die Zusammenführung.

Fazit

Zu zweit ist man weniger allein – das gilt auch für Katzen! Vor allem Wohnungskatzen brauchen einen Artgenossen zur gegenseitigen Pflege, zum Spielen und zum Kuscheln!

Wichtig: Auch ältere Katzen lassen sich noch mit einer anderen Samtpfote vergesellschaften. Eine erfolgreiche Zusammenführung hängt weder vom Alter, noch vom Geschlecht ab: Sie ist das Ergebnis von Geduld und dem Einfühlungsvermögen der Katzenhalter.

[1] Cat Sense: How the New Feline Science Can Make You a Better Friend to Your Pet; [2] Cat Daddy: What the World’s Most Incorrigible Cat Taught Me About Life, Love, and Coming Clean
Featured Image: Flickr / klengel /CC-BY-SA-2.0

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