Impfplan f√ľr Katzen 2022 ūüíČ Grundimmunisierung & empfohlene Auffrischungen

Die Katze impfen: Was Halter wissen sollten

Impfungen sch√ľtzen Katzen vor potenziell t√∂dlichen Krankheiten, doch nicht jede Impfung wird allen Tieren gleicherma√üen empfohlen. Zu welchen Immunisierungen die St√§ndige Impfkommission Tierhaltern r√§t und wann Katzen geimpft werden sollten.

Wann werden Katzen geimpft und warum? Damit wir m√∂glichst lange etwas von unseren geliebten Samtpfoten haben, sollten Katzen ab einem Alter von ca. 8 Wochen das erste mal geimpft werden. Das gilt im √ľbrigen nicht nur f√ľr Freig√§nger, sondern auch f√ľr reine Wohnungskatzen! Hartn√§ckig h√§lt sich leider das Ger√ľcht, dass Schutzimpfungen f√ľr sie nicht n√∂tig sind. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich dabei um einen gef√§hrlichen Trugschluss:

Wohnungskatzen verf√ľgen im Vergleich zu ihren Artgenossen mit Auslauf √ľber ein tendenziell weniger gut ausgebildetes Immunsystem. Weil wir Menschen st√§ndig Viren von drau√üen mit in die Wohnung tragen, k√∂nnen selbst schwachpathogene Erreger Haustiere ohne Impfschutz infizieren.

Auch Hauskatzen sollten darum gegen die g√§ngigsten Infektionskrankheiten gesch√ľtzt werden. Welche das sind und was man sonst noch √ľber das Impfen bei Katzen wissen sollte, schauen wir uns in diesem Artikel an (Stand: 12/2022).

Zu den Themen dieses Beitrags:

Die Grundimmunisierung bei Kitten

Diese Impfungen sind nötig: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Alte Katzen impfen: Ja oder nein?

Geimpfte Katzen: Mögliche Nebenwirkungen und kurzfristige Reaktionen des Immunsystems

Fazit

Wann Katzen geimpft werden: Die Grundimmunisierung f√ľr Kitten

Wann werden Katzen zum ersten Mal geimpft? Wenn eine Katze zur Welt kommt, verf√ľgt sie in den ersten beiden Monaten ihres Lebens noch √ľber einen ausreichenden Immunschutz. Das gilt zumindest, wenn die Katzenmama geimpft wurde. In diesen F√§llen enth√§lt ihre Muttermilch eine hohe Anzahl Antik√∂rper, die auch die Kitten sch√ľtzt.

Auch wenn die Katzenmutter nicht geimpft wurde, oder ihr Impfstatus unbekannt ist, sollte mit der ersten Impfung bis mindestens zur 8. Lebenswoche gewartet werden.

Dies ist das Alter, in dem normalerweise die Abnabelung von der Katzenmama beginnt. Die K√∂rperfunktionen eines K√§tzchens sind nun soweit ausgebildet, dass es von fl√ľssiger auf feste Nahrung umsteigt. Dieser Zeitpunkt ist ideal, um mit der Grundimmunisierung zu beginnen!

ūüí°Was ist, wenn Katzen nicht geimpft werden?

Eine Impfung beim Tierarzt sch√ľtzt Katzen vor potenziell t√∂dlichen Infektionskrankheiten. Sie hilft dem Immunsystem, einen wirksamen Schutz gegen Viren aufzubauen und erh√∂ht somit die Lebenserwartung von Katzen. Bei ungeimpften Katzen besteht die Gefahr, dass der K√∂rper bei einer Infektion nicht schnell genug eine ausreichende Zahl Antik√∂rper bilden kann. Es kommt so leicht zu einer √úberforderung des Immunsystems und damit zu einer starken k√∂rperlichen Belastung, die sich dann in Form von Krankheitszeichen zeigt.

  • Wichtig: Nicht nur Freig√§nger, auch reine Wohnungskatzen sollten gegen die h√§ufigsten Infektionskrankheiten gesch√ľtzt werden! Entgegen fr√ľheren Empfehlungen, wird eine j√§hrliche Impfung nach neusten Standards nur noch besonders gef√§hrdeten Tieren empfohlen.

Empfohlene Impfungen: Diese drei sind f√ľr jede Katze ein Muss¬† ¬†

Schon gewusst? Eine Impfkommission gibt es nicht nur f√ľr Menschen: Die St√§ndige¬†Impfkommission Veterin√§rmedizin¬†(StIKo Vet) ist in Deutschland diejenige Instanz, die offizielle Impfempfehlungen f√ľr Tiere aussprechen darf. Sie √ľberwacht den Einsatz von Impfstoffen in der Tiermedizin und pr√ľft aktuelle Impfstandards. Entsprechend des tats√§chlichen Auftretens von Krankheiten und Erregern werden Impfempfehlungen angepasst, oder ganz zur√ľckgenommen.

So hat die Impfkommission im Jahr 2008 entschieden, dass eine Impfpflicht gegen Tollwut f√ľr Katzen nicht mehr verpflichtend sein sollte: Seit 2006 gilt Deutschland als tollwutfrei. Doch Achtung: Eine Katze muss auch heute noch gegen Tollwut geimpft werden, wenn ihre Halter mit ihr innerhalb der Europ√§ischen Union reisen m√∂chten.

Gegen welche Katzenkrankheiten sollte ein Kitten immunisiert werden? Die Impfkommission f√ľr Tiere empfiehlt einen Impfschutz gegen die Viruserkrankungen Katzenseuche,¬†Katzenschnupfen sowie gegen das Katzenherpes¬†Virus. Bei allen dreien handelt es sich um so genannte Core-Impfungen, also um Impfungen, die jedes Tier erhalten sollte.

Um diese Grundimmunisierung sicherzustellen, sind im Kittenalter insgesamt drei Impftermine gegen die genannten Erkrankungen nötig. Mit einem zeitlichen Abstand von rund vier Wochen ist ein Nachimpfen erforderlich.

 

Wann Katzen geimpft werden: Empfohlenes Impfschema f√ľr das Kittenalter

Ab wann werden Katzen geimpft? Vor der 8. Lebenswoche sollte es nicht sein!

Ab der 8 Lebenswoche Erstimpfung gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Katzenherpes
Mit ca. 12 Wochen Zweitimpfung gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Katzenherpes
Mit ca. 16 Wochen Drittimpfung gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Katzenherpes

Wichtig: Um die Grundimmunisierung abzuschlie√üen, sollte die Katze im Alter von etwa 1,5 Jahren noch eine vierte Impfung erhalten. Damit der Schutz erhalten bleibt, gen√ľgt sp√§ter eine Auffrischung alle drei Jahre.

Zus√§tzliche Impfungen f√ľr Katzen: F√ľr welche Tiere sie empfohlen werden

Es gibt zahlreiche weitere √ľbertragbare Katzenkrankheiten, gegen die theoretisch geimpft werden kann. In einigen F√§llen sind zus√§tzliche Schutzimpfungen sinnvoll. Andere Katzen haben ein vergleichsweise geringes Infektionsrisiko und ben√∂tigen sie nicht unbedingt.

Ob gegen weitere Viruserkrankungen geimpft werden sollte, ist grunds√§tzlich abh√§ngig von den konkreten¬†Lebensumst√§nden einer Katze: So tragen Freig√§nger-Katzen √ľblicherweise ein h√∂heres Infektionsrisiko, als Wohnungskatzen in der Einzelhaltung.

Leben Katzen mit mehreren Artgenossen in einem Mehrkatzenhaushalt, k√∂nnen Krankheitserreger unter nicht-geimpften Tieren leicht √ľbertragen werden. In dem Fall m√ľssten die infizierten Katzen von ihren Artgenossen streng separiert werden, was durchaus eine Herausforderung im Alltag sein kann.

Wer hier unsicher ist, bittet am besten den Tierarzt des Vertrauens um eine individuelle Risikoeinsch√§tzung f√ľr seine Tiere.

ūüí°Impfen oder nicht? Impfungen gegen Katzenleuk√§mie, FIP und Co.

Eine Impfung gegen die¬†Feline Infekti√∂se Peritonitis¬†(FIP, h√§ufig auch als das feline Coronavirus bezeichnet) empfiehlt die StIKo Vet aufgrund unzureichender Wirksamkeit ausdr√ľcklich nicht mehr. Etwas anders sieht es mit dem Schutz gegen Katzenleuk√§mie¬†aus (Feline Leuk√§mie-Infektion¬†FeLV, auch als Leukose bezeichnet). Weil eine Infektion ausschlie√ülich von Tier-zu-Tier erfolgen kann, sind nur Katzen mit Auslauf und solche, die mit Artgenossen leben, f√ľr eine Infektion gef√§hrdet.

Des weiteren gibt es noch die Möglichkeit, Katzen gegen die Krankheiten Bordetellose, Chlamydiose und Dermatophytose impfen zu lassen. Alle drei gehören zu den so genannten Non-Core-Impfungen. Das Infektionsrisiko wird in Mittel- und Westeuropa heutzutage als eher gering eingeschätzt.

Alte Katzen impfen lassen: Ja oder Nein?

Soll ich meine alte Katze noch impfen lassen? Sie ist doch schon 12 Jahre alt (oder √§lter)! Tierhalter fragen sich h√§ufiger, ob Schutzimpfungen im h√∂heren Katzenalter eigentlich noch sinnvoll sind, oder im Gegenteil eine zu gro√üe Belastung f√ľr die Samtpfote darstellen k√∂nnten. Allgemeine Empfehlungen der StIKo Vet f√ľr Seniorenkatzen (Katzen √ľber 12 Jahre) gibt es leider keine.

Halter sollten darum am besten zusammen mit dem Tierarzt eine individuelle Impfentscheidung f√ľr ihr Tier treffen. Was man hierbei als Katzenhalter bedenken sollte: Viren kennen keine Altersgrenze! Ein Tier kann sich selbstverst√§ndlich auch noch im h√∂heren Alter mit einem gef√§hrlichen Virus infizieren und erkranken.

Sein Nachteil ist dann, dass sein Immunsystem nicht mehr so gut funktionieren k√∂nnte. Aus diesem Grund k√∂nnen f√ľr √§ltere Freig√§nger sogar verk√ľrzte Impfintervalle medizinisch sinnvoll sein. Eine h√§ufigere Impfauffrischung ist auch f√ľr krankhaft immungeschw√§chte Katzen angezeigt, f√ľr die eine Infektion leicht den Tod bedeuten k√∂nnte.

Mögliche Nebenwirkungen einer Impfung und kurzfristige Reaktionen des Immunsystems

Die in Europa verf√ľgbaren Vakzine f√ľr Katzen gelten im allgemeinen als sicher. Mit dem Impfstoff¬†Purevax RCP liegt au√üerdem ein Kombinationspr√§parat vor, dessen Verabreichung gleicherma√üen gegen die Katzenseuche sowie gegen verschiedene Erreger des Katzenschnupfen immunisiert. Der Vorteil f√ľr Katze und Halter: Beim Tierarzttermin ist jeweils nur eine Spritze n√∂tig statt zwei!

Wie beim Menschen, k√∂nnen auch bei Katzen nach dem Impfen Probleme auftreten. Oft handelt es sich nicht um eine Nebenwirkung, sondern um eine vor√ľbergehende Immunantwort. Es ist normal, wenn eine Katze kurz nach einer Impfung M√ľdigkeit zeigt, oder auch f√ľr einige Tage etwas schlapper wirkt. In dieser Situation sollte man sein Haustier schonen und alles etwas ruhiger angehen lassen.

Auch eine Schwellung an der Einstichstelle in den Folgetagen gehört zu den erwartbaren Symptomen als Reaktion auf die Behandlung mit einem Vakzin. In seltenen Fällen kann es nach der Verabreichung von Impfstoffen bei Katzen zu Nebenwirkungen mit allergischen Reaktionen kommen. Üblich sind in diesen Fällen eines (oder mehrere) der folgenden Symptome:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Atemprobleme
  • Fieber

Wichtig: Gerade bei Jungtieren d√ľrfen die aufgef√ľhrten Symptome niemals auf die leichte Schulter genommen werden! Ein zeitnahes Eingreifen durch den Tierarzt ist in diesen F√§llen dringend empfohlen und kann Leben retten.

Fazit

Gegen welche Krankheiten soll ich meine Katze impfen lassen? Wir raten Katzenhaltern dazu, sich in dieser Frage an die offiziellen Empfehlungen der StIKo Vet zu halten! Da die Tollwut in Deutschland seit rund 15 Jahren als ausgestorben gilt, ist ein Schutz gegen die fr√ľher einmal gef√ľrchtete Erkrankung heute √ľberwiegend obsolet.

Zwingend n√∂tig ist die Tollwutimpfung weiterhin, wenn das Tier mit aus Reise geht. Soll die Katze sp√§ter einmal in einer Katzenpension √ľbernachten, verlangt der Betreiber unter Umst√§nden ebenfalls einen entsprechenden Nachweis.

Ist die Katze gegen die Tollwut geimpft, wird wie bei der Katzenseuche, dem Katzenschnupfen und dem Katzenherpes nach der Grundimmunisierung alle drei Jahre aufgefrischt.

Auch Katzen √ľber 12 Jahre k√∂nnen sich noch mit Katzenkrankheiten anstecken und sollten geimpft werden, zumal im Alter die Zahl der nat√ľrlichen Antik√∂rper abnimmt. F√ľr Seniorkatzen ab 12 Jahren k√∂nnen j√§hrliche Impftermine beim Tierarzt sinnvoll sein.

Quelle: StIKo Vet ‚Äď Leitlinie zur Impfung von Kleintieren / Foto (In-Text): Nenad Stojkovic / Old man holding two kittens in his hands / CC-BY-2.0

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Katze impfen lassen Impfschema f√ľr Kitten und Senioren

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