Wenn die Katzenseele leidet: Hilfe, meine Katze pinkelt überall hin!

katze pinkelt überall hin

Oh nein, sie hat es schon wieder getan! Wenn Katzen plötzlich unsauber werden, können sie damit ihre Halter buchstäblich in den Wahnsinn treiben. Wichtig zu wissen: Auch das Tier erlebt sein Handeln als Belastung.

In diesem Beitrag geht es darum, wie man den Ursachen für Protestpinkeln die Spur kommt und welches die häufigsten Gründe sind, wenn Katzen außerhalb ihres Katzenklos urinieren.

Deine Katze pinkelt überall hin? Oder sie tut es nur an bestimmten Stellen, dafür immer wieder? Wenn Katzen plötzlich unsauber werden, dann gibt es dafür immer Gründe. Es kann allerdings eine Herausforderung sein, diesen Ursachen auf die Spur zu kommen. Wie es gelingt, wollen wir in diesem Beitrag beleuchten.

Grundsätzlich gilt: Eine eingehende Untersuchung durch den Tierarzt ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Überlegungen! Kann der Tierarzt eine organische Erkrankung ausschließen, liegen die Ursachen tiefer.

💡 WICHTIG: Katzenurin immer sofort entfernen!
Katzenurin auf Sofas, Teppichen und anderen Textilien sollte nach Möglichkeit immer sofort entfernt werden. Riecht ein Textil dauerhaft nach Urin, kann der Geruch das Tier animieren erneut auf die gleiche Stelle zu pinkeln. Eine sichere Methode um den Geruch zu entfernen, ist die Verwendung eines Geruchsneutralisierers auf Enzym-Basis. Bakterien im Katzenurin werden von der organischen Verbindung gespalten, wodurch der unangenehme Geruch verschwindet.

Auf dieser Seite:

Wenn die Katze überall hinpinkelt: Körperliche Ursachen für das Verhalten

Auch eine Katzenseele braucht Zeit zur Verarbeitung

Katze pinkelt überall hin: Wie ein Katzenpsychologe das Problem lösen würde

Wenn die Katze überall hinpinkelt: Körperliche Ursachen für das Verhalten

Wenn eine junge Katze außerhalb des Katzenklos uriniert sollte zuerst geklärt werden, ob das Tier möglicherweise noch nicht kastriert ist: Geschlechtsreife Kater (und manchmal auch Katzen) markieren ihre Umgebung mit Duftmarken aus Urin. Dazu gehört oft leider auch die Wohnung ihrer Menschen.

Damit das Problem erst gar nicht entsteht, sollten Katzen und Kater so früh wie möglich kastriert werden. Das gilt vor allem für Freigänger, denn in vielen Gemeinden gibt es mittlerweile eine Kastrationspflicht. Möglich ist eine Kastration bei Katzen und Katern ab sechs Monaten, den genauen Zeitpunkt sollten Halter jedoch am besten zusammen mit dem Tierarzt bestimmen.

Ist die Katze, oder der Kater, bereits eine kastriert und trotzdem unsauber, sollte ein umfassender Gesundheitscheck beim Tierarzt erfolgen. Unentdeckte Schmerzen bei Katzen sind leider ein häufiger Grund, wenn die Tiere unsauber werden. Ein umfassender Gesundheitscheck sollte mindestens die folgenden Untersuchungen abdecken:

  • Zahnkontrolle
  • Röntgen
  • Funktion von Blase und Schließmuskel
  • Kotuntersuchung
  • Großes Blutbild
  • Urin- und Stuhluntersuchung

Eine typische Erkrankung und häufiger Grund für das Pinkeln außerhalb des Katzenklos, ist etwa eine verschleppte Blasenentzündung. Dieser Zusammenhang ist jedoch nicht immer gegeben. Prinzipiell kann auch eine Entzündung im Mundraum, oder auf eine angeknackste Pfote Ursache des Verhaltens sein.

Können auch umfassende Untersuchungen beim Tierarzt kein Ergebnis bringen, so rücken seelische Auslöser für das Urinieren in den Fokus.

Auch eine Katzenseele braucht Zeit zur Verarbeitung

Katzen sind ausgesprochene Gewohnheitstiere und reagieren manchmal extrem sensibel auf jegliche Veränderungen ihrer Umwelt. Sie nehmen es genau zur Kenntnis, wenn beispielsweise ein Möbel nicht mehr an seinem angestammten Platz steht, oder die Kissen auf der Couch durch neue getauscht werden.

Noch intensiver ist der Eindruck, wenn ein Familienmitglied die Gemeinschaft verlässt, oder ein neues hinzu kommt. Solche Ereignisse können auch Katzen sehr aus der Fassung bringen und sind nicht selten Ursache von Unsauberkeiten.

Es gibt unter den Katzen natürlich auch solche Charaktere, denen selbst größte Umbrüche keinerlei Irritationen bereiten. Ob die eigene Katze dazu gehört, oder ob sie eher ein sensibler Charakter ist, kann Protestpinkeln mitunter anzeigen.


Weiterlesen: Die 5 Persönlichkeits-Typen von Katzen und worauf Halter jeweils achten sollten


Katze pinkelt überall hin: Wie ein Katzenpsychologe das Problem angehen würde

Wenn sich die Gründe für das Protestpinkeln nicht ohne Weiteres aufklären lassen, gilt es die Katze für die kommende Zeit intensiv zu beobachten. Mit einem Stift und Notizblock (oder einer Notiz-App auf dem Smartphone) wird das Verhalten der Katze über einen Zeitraum von mindestens drei Tagen genau dokumentiert.

Das ist zeitaufwendig, doch nur so können ungünstige Anlässe für das unangenehme Verhalten wirklich erkannt und schließlich beseitigt werden.

Folgende Faktoren sollten protokolliert werden:

  • Was frisst die Katze und wann frisst sie? Hat es eine Futterumstellung gegeben?
  • Frisst die Katze regelmäßig? Geschieht es in Etappen oder mit einem Mal?
  • Zu welchen Zeiten schläft die Katze? Sind die Zeiten gleichbleibend oder wechseln sie?
  • Wenn es zum Protestpinkeln kommt: Wie sind die näheren Umstände?
  • Wichtig: Was ist kurz zuvor geschehen?
  • Wenn die Katze pinkelt: Hält sich ihr Bezugsmensch im gleichen Raum auf?
  • Sind Artgenossen (oder andere Mitbewohner) in der Nähe?
  • Wie verhält sich die Katze grundsätzlich zu ihnen: Sucht sie deren Nähe, oder ist sie zurückhaltend?
  • Welcher Aktivität widmet sich die Katze direkt nach dem Urinieren außerhalb der Katzentoilette?
  • Wird das Katzenklo grundsätzlich noch für das „kleine Geschäft“ aufgesucht?
  • Ist die Einstreu im Katzenklo frisch? Ändert sich das Verhalten, wenn die Streu schon ein wenig benutzt ist?

Gibt es keine organischen Ursachen für das Urinieren außerhalb der Katzentoilette, ist eine möglichst präzise Beantwortung der oben aufgeführten Fragen hilfreich, um sich selbst ein besseres Gesamtbild von der Situation zu machen.

Eine Katze ist darauf angewiesen, dass wir Menschen ihr eine lebenswerte Umgebung schaffen – wie genau diese gestaltet sein soll, womit sie sich wohlfühlt und was sie gar nicht mag, das weiß manchmal nur die Katze selbst. Es ist an uns als liebenden Haltern, es herauszufinden.

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Ein Kommentar

  1. Sehr interessanter Artikel! Katzen sind tatsächlich überaus empfindsame Tiere. Leider bekommen sie so auch manchmal Schwingungen ihrer Halter mit, die sie dann auf ihre Art an die Umwelt zurückgeben. Neben dem geschilderten Protestpinkeln, gehören dazu z.B. auch Aggressionen jeglicher Art.

    Als systemischer Coach und Aufsteller habe ich persönlich auch gute Erfahrung mit der Aufstellung von Haustieren gemacht, wenn andere Erklärungsansätze nicht weiter gekommen sind. Eine Katze (oder auch ein Hund) wird dabei ins Zentrum der Arbeit gestellt und in Bezug zu anderen Menschen und Tieren gesetzt, mit denen das Tier zusammenlebt. Auf diese Weise können beispielsweise ungünstige Verstrickungen sichtbar werden, die durch bloßes Beobachten nicht ohne Weiteres erkennbar wären. Wenn man die Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten kennt, ist es meist auch möglich, diese in den Griff zu bekommen. Einen Erlebnisbericht zu solch einer systemischen Aufstellung mit einem Kater habe ich hier einmal verlinkt: https://www.aufstellungen-berlin.com/single-post/2018/01/17/Aufstellung-mit-Tieren-Ein-Erlebnisbericht-meiner-Klientin-und-ihrem-Kater-Felix

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