Die Schildpatt Katze: Charmante Glückskatze, oder Charakter mit schwierigem Verhalten?

schildpatt katzen

Die Schildpatt Katze hat Dank ihres ungewöhnlichen Aussehens viele Fans. Für Überraschungen sorgt die Glückskatze manchmal bei Anfängern in der Katzenhaltung: Schwierigkeiten im Umgang mit diesem besonderen Katzen Charakter zeigen sich nicht immer sofort.

Kann die Fellfarbe einer Katze uns Informationen über ihr Inneres geben? Auf den ersten Eindruck erscheint diese Idee absurd. Tatsächlich gibt Wissenschaftler an renommierten Universitäten, die solchen und ähnlichen Fragen rund um die Katzenhaltung auf den Grund gehen.

An der tiermedizinische Fakultät der Universität von Kalifornien wurde kürzlich die weltweit erste Studie zum Zusammenhang der Fellfarbe und dem Charakter von Katzen durchgeführt.

Mehr als 1.200 Katzenhalter wurden dazu in einem Online-Verfahren zum Verhalten ihrer Tiere befragt. In dem digitalen Fragebogen wurden Alter, Geschlecht, Gewicht, Körpergröße und natürlich die Fellfarbe der Haustiere erfasst. Auf einer Skala von 0 bis 5 sollten die Teilnehmer außerdem Auskunft zur Häufigkeit von Fauchen, Beißen und ähnlichem aggressiven Verhalten erteilen.

Unerfreuliche Nachrichten für die Fans der Schildpatt Katze

Die Erfahrungen, die Katzenhalter mit Schildpatt Katzen machen, sind zwiegespalten. Vor allem Halter in Mehrkatzenhaushalten berichten von Problemen mit ihren Glückskatzen: Ist eine Schildpatt Katze im Haus, dominiert sie nicht selten ihre Artgenossen und ist bestrebt auch gegenüber Menschen ihren Kopf durchzusetzen. Das hat der Schildpatt Katze den Ruf eingebracht, nichts für zartbesaitete Gemüter zu sein.

Ist die Glückskatze tatsächlich schwieriger im Umgang mit Menschen und Artgenossen? Bisher gründete sich diese Theorie lediglich auf Beobachtungen und Berichte von Katzenfans. Das Ergebnis der Studie an der Universität von Kalifornien kann dieses Gerücht nun erstmals auch wissenschaftlich bestätigen:

Aggressive Verhaltensweisen wie Fauchen, Beißen oder Kratzen wurden in der Online-Befragung von Katzenhaltern für mehrfarbige Schildpatt Katzen tatsächlich überdurchschnittlich häufig angegeben. 

Wie genau es zu einem höheren Potenzial für aggressives Verhalten bei Schildpatt Katzen kommt,  können Tierforscher bisher nicht genau erklären. Elizabeth Stelow, wissenschaftliche Leiterin der Untersuchung, vermutet, dass das Verhalten genetisch bedingt ist:

„Fellfarben, Muster und Markierungen entwickeln sich während der Reifung des Katzenembryos im Mutterleib. Möglicherweise haben die gleichen Gene, die bei Katzen für die Fellfarbe zuständig sind, auch einen Einfluss auf den Charakter der Tiere.“

Sollte man sich also besser keine Schildpatt Katze zulegen?

Studienleiterin Elisabeth Stelow: Aggressionspotenzial von Katzen nicht mit dem von Hunden gleichsetzen

Geht von einer Schildpatt Katze eine höhere Gefahr für Mensch und Tier aus, als von anderen Katzen? Vermutlich Nein! Wie die Leiterin der Studie betont, dürfe man aggressives Verhalten bei Katzen nicht mit dem von Hunden gleichsetzen:

„Hunde zeigen ein viel breiteres Spektrum an aggressiven Verhaltensweisen, das von unterschwelliger Aggressivität bis sogar hin zur Fähigkeit des Tötens reicht. Die Mehrheit der Schildpatt Katzen hat nicht annähernd ein Aggressionspotenzial, wie es ein Hund in der Theorie aufweisen kann. Katzen sind grundsätzlich eher subtil aggressiv.“

Es solle sich darum niemand nur aufgrund der Studienergebnisse scheuen, eine Glückskatze aufzunehmen. Das Wissen um den besonderen Charakter der Tiere sei ein Schlüssel, mit ihnen auszukommen: „Die große Mehrzahl dieser Katzen sind ganz wunderbare Gefährten!“

Katzen aneinander gewöhnen: Dieser Trick hilft – auch bei Schildpatt Katzen!

schildpatt katze katzen aneinander gewöhnen mit gerüchen

Eine neue Katze soll einziehen? Dann ist es hilfreich, wenn die Tiere sich schon aneinander gewöhnen können, ohne sich je zuvor gesehen zu haben! Hierzu benötigt es lediglich einige Tage Vorlaufzeit und ein bis zwei Besuche bei der neuen Katze in ihrem bisherigen Zuhause.

Zu den Besuchen werden jeweils zwei Handtücher mitgenommen. Mit einem Handtuch soll die Katze daheim zuvor gründlich abgerieben werden. Optimal ist es, wenn dabei die Kinnpartie mit einbezogen werden kann: Es geht darum, die Gerüche der Tiere zu übertragen und miteinander zu mischen.

Besonders viele Duftknospen befinden sich bei Katzen am Kragen und am Kinn. Die Vermischung von individuellen Gerüchen zweier Katzen schafft Vertrautheit zwischen den Tieren. Damit steigt die Chance, dass das tatsächliche Kennenlernen der Tiere positiv verläuft. 

Zum Besuch der neuen Katze wird das Handtuch mit dem Duft der alten Katze von Zuhause sowie ein zweites, frisches Handtuch, mitgenommen. Um ihren Duft aufzufangen, wird die Katze mit dem frischen Handtuch gründlich abgerieben. Danach wird das Tier ein zweites Mal abgerieben, dieses Mal jedoch mit dem Handtuch und dem Duft der Katze von Zuhause.

Wieder Zuhause wird die alte Katze mit dem Duft der neuen Katze auf die gleiche Weise behandelt.  Durch diese Prozedur nehmen die Katzen den individuellen Geruch der jeweils anderen an. Diese Methode für ein entspanntes Kennenlernen von Katzen ist wirksamer, wenn sie im Vorfeld der Zusammenführung mehrfach durchgeführt werden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Babykatzen-Flut im Tierheim: Mitarbeiter senden emotionalen Hilferuf!

Schlosskater in Rheinsberg: Exklusiv-Interview mit seiner Hoheit Sheldon I.