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Lass das, ich hasse das: Die 10 größten Fehler in der Katzenerziehung

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Es ist richtig eine junge Katze zu erziehen. Doch ohne es zu wollen, können wir einer Katze mit den falschen Erziehungsmethoden auch schaden. 10 Fehler, die Du in der Katzenerziehung vermeiden solltest und was Du stattdessen tun kannst.

Keine Katze ist wie die andere und jede Katze hat ihren eigenen Charakter. Wie genau man eine Katze erziehen soll, ist darum gar nicht so leicht zu sagen. Wenn Du mit der Erziehung beginnst, sollte deine Katze aber zumindest schon Vertrauen in dich gefasst haben.

Meist geht es in der Katzenerziehung darum, das Zusammenleben mit Mensch und Tier möglichst harmonisch zu gestalten. Mit welcher Methode das am besten gelingt, liest Du ganz am Ende des Beitrags. Lies‘ zunächst, welche 10 Fehler Du in der Katzenerziehung dringend vermeiden solltest.

 

1. Katzenerziehung: Stubenrein durch Nase in den Kot stecken? No-Go!

Deine Katze hat ihr Geschäft außerhalb des Katzenklos verrichtet und Du möchtest ihr nun nachdrücklich mitteilen, dass das nicht in Ordnung war? Es ist verständlich, dass Du ärgerlich bist, doch Du solltest niemals in deiner Wut ihre Nase in ihre eigenen Ausscheidungen drücken!

Es ist eines der schlimmsten Dinge, die Du einer Katze antun kannst!

Solch ein Handeln könnte das Vertrauensverhältnis zwischen euch für lange Zeit zerstören. Deine Katze versteht diese Art Strafe nicht und wird in Zukunft einfach nur Angst vor dir haben. Kommt dieses Verhalten öfter vor, ist es möglich, dass mit deiner Katze etwas nicht stimmt. Ist sie in letzter Zeit sehr ruhig, oder ist dir sonst etwas aufgefallen, das anders ist als früher?

Unser Depressionstest für Katzen gibt dir Klarheit, ob deine Katze möglicherweise depressives Verhalten zum Ausdruck bringt. Jedoch: Im Zweifelsfall ist ein Gang zum Tierarzt bei anhaltender Unsauberkeit dringend anzuraten!

 

2. Nackengriff, um die Katze von A nach B zu tragen? No-Go (auch bei Kitten!)

Viele Menschen glauben keinen Fehler zu begehen, wenn sie ihre Katze im Nackenfell packen und herumtragen. Schließlich macht es doch die Katzenmama nicht viel anders mit ihren Jungen.

Doch die Wahrheit ist: Katzen stresst dieses Verhalten sehr, denn in der Natur werden Katzen auf diese Weise von Greifvögeln gepackt!

Du kannst deine Katze ohne es zu wollen dabei auch erheblich verletzen. Das Gewicht einer ausgewachsenen Katze ist ungleich höher, als das eines Kitten. Die Katzenmutter weiß zudem ganz genau, an welcher Stelle sie ihr Junges mit dem Mäulchen greifen kann, um es von A nach B zu transportieren.

Wir Menschen können dieses Wissen nicht haben. Darum sollten auch kleine Katzen nicht zum Herumtragen im Genick gegriffen werden.

 

3. Katzen zu etwas zwingen zu wollen, funktioniert nicht

Du kannst einen Menschen nicht zwingen etwas zu tun, was gegen seinen Willen ist. Das gleiche gilt für Katzen: Wenn eine Katze etwas nicht möchte, kannst Du sie nicht zwingen. Sie wird es nicht tun und das ist auch gut so.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Geht es um die medizinische Versorgung und damit um das Wohlergehen deiner Katze, ist Zwang ausnahmsweise erlaubt. Will eine Katze nicht in den Transportkorb, ist es dennoch keine gute Idee, sie mit Gewalt dort hinein zu zwängen. Dies sollte nur erfolgen, wenn es wirklich nicht anders geht.

Versuche zuvor grundsätzlich, sie mit Leckerchen milde zu stimmen und freiwillig zum Gang in die Box zu motivieren.

 

4. In der Katzenerziehung kratzen abgewöhnen: Bitte ohne Gewalt!

Bei Kindern und Tieren darf Gewalt niemals ein Mittel zur Erziehung sein! Übst Du gegenüber einer Katze Gewalt aus, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie eine Angst- oder Verhaltensstörung entwickelt. Zu Gewalt in der Katzenerziehung gehören schlagen, treten, schütteln oder schubsen des Tieres.

Bedenke, dass deine Katze dir körperlich ausgeliefert ist. Es ist in Ordnung, wenn dich ihr Verhalten ärgert. Trotzdem darfst Du niemals Gewalt gegenüber einem Tier anwenden. Tierquälerei und Gewalt gegenüber Tieren ist in Deutschland zurecht strafbar.  

Wenn Katzen an Möbeln kratzen, gibt es andere Lösungen als Gewalt. Für Sofas gibt es beispielsweise Kratzbretter, die Du unauffällig an einer von der Katze geliebten Stelle platzieren kannst.

Eine andere Möglichkeit ist es, die betreffende Stelle immer mal wieder mit Zitrusduft zu besprühren. Katzen hassen Zitrusfrüchte! Hierzu einfach einige Tropfen Zitrusöl in einer Sprühflasche mit Wasser vermengen und an der entsprechenden Stelle auftragen.

 

5. Katzenerziehung: Fehler ist auch lautes Schimpfen oder anschreien

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Foto: Robert Couse-Baker / Bad Cat / CC-BY

Katzen haben um ein vielfaches sensiblere Ohren als wir Menschen. Wenn Du deine Katze also anschreist, wenn sie in deinen Augen etwas falsch gemacht hat, ist es für sie unvergleichlich lauter, als für dich.

Weil Katzen so empfindsame Ohren haben, genügen schon kleine Änderungen in der Tonlage, um ihr zu zeigen, dass ein Verhalten nicht richtig ist. Es reicht darum vollkommen aus, strenger und entschiedener auf das Tier zu zugehen. Schreien ist unnötig und es kann deine Katze im schlimmsten Fall ängstigen, oder sogar ihr Gehör schädigen.

 

6. Strafe eine Katze nur, wenn Du sie auf frischer Tat ertappst

Es hat keinen Effekt eine Katze für eine Tat zu strafen, die schon länger zurückliegt. Wenn Du beispielsweise eines Abend nach Hause kommst und deine Katze dein Sofa zerkratzt hat, liegt dieses Ereignis sicher schon einige Stunden zurück.

Wenn Du nun deine Katze strafen würdest, könnte sie den Zusammenhang nicht verstehen. Wenn eine Katze nicht weiß worum es dir geht, erzielst Du auch keinen Effekt mit einer Strafe.

Die Lösung: Strafe deine Katze nicht, auch wenn es schwer fällt. Lobe sie stattdessen häufiger, wenn sie in deinen Augen etwas richtig macht. Das könnte zum Beispiel das Kratzen an einem Kratzbaum sein.

 

7. Katzenerziehung: Kitten beißen und kratzen, diese Verhaltensweise ist ganz natürlich!

Es gehört zum normalen Verhalten von Kitten und Katzen unter einem Jahr, ihre Halter zu kratzen und zu beißen. Auch Katzen untereinander beißen und kratzen sich beim Raufen. Wenn deine Katze einen Spielkameraden zur Verfügung hat, wird sie dieses Verhalten hauptsächlich mit ihr oder ihm zusammen ausleben. Ist das nicht der Fall, bleibt ihr nur der Mensch als „Sparringspartner“.

Sie für dieses natürliche Verhalten bestrafen zu wollen, ist dem Tier gegenüber unfair. Um dich selbst aus der Schusslinie zu nehmen, kannst Du deiner Katze ein extra großesRaufspielzeug anbieten. Solche Spielzeuge sind mit Katzenminze gefüllt, wodurch deine Katze zusätzlich zum spielen animiert wird.

 

8. Strafe durch Entzug von Nahrung

Nimmst Du deiner Katze ihr Futter weg, kann sie das mit kratzen oder beißen quittieren. Sie versteht diese Handlung nicht als Strafe, sondern fühlt sich in ihrer Existenz bedroht, weshalb sie zu diesem krassen Verhalten neigen kann.

In der Natur ist die konsequente Nahrungsaufnahme überlebenswichtig. Es ist darum normal, dass deine Katze auf die Wegnahme von Futter als Strafe ein entsprechendes Verhalten zeigt.

Um Verhaltensstörungen zu vermeiden, sollten Katzen ihr Futter immer an einem ruhigen Ort einnehmen können. Vor allem sollten sie dabei nicht durch umherlaufende oder spielende Kinder gestört werden.

 

9. Keine Geduld haben, zu viel von der Katze verlangen

Wer eine Katze erziehen möchte, muss Geduld mitbringen. Anders als Hunde gewöhnen sich Katzen nicht sofort an die Umsetzung von erwünschten Handlungen. Auch tun sie sich schwerer in der Akzeptanz von Verboten.

Erwarte nicht, dass eine Katze sich sofort deinen Wünschen entsprechend verhält.

Wenn Du entsprechend konsequent bist, wird deine Katze mit der Zeit lernen, welches Verhalten erwünscht ist und welches nicht und dass es ihr Vorteile bringen kann, ein gewünschtes Verhalten zu zeigen.

 

10. Katzenerziehung: Clickertraining lernen

Mit Clickertraining kannst Du deine Katze nicht nur erziehen: Wenn Du geduldig bist und viel mit ihr übst, kannst Du ihr sogar kleine Tricks beibringen. Gerade Wohnungskatzen bietet das Einführen dieser Methode aus der Verhaltensforschung eine enorme Abwechslung in ihrem Alltag.

Sogar hartnäckige Verhaltensweisen, wie das Kratzen an Möbeln und Sofas, lassen sich damit in den Griff bekommen.

In unserem Interview mit Jasmin Lindern, einer bekannten Expertin für das Clickertraining mit Katzen, kannst Du mehr erfahren. Hier findest Du den Beitrag: Katzen erziehen mit Clickertraining: Was ein Profi für den Start empfiehlt.

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