Kommandos in der Katzenerziehung: So akzeptiert eine Katze dein „Nein“

Katzen kann man nicht erziehen, denn Katzen haben ihren eigenen Kopf? Weit gefehlt, denn mit der richtigen Methode kann ihr Verhalten beeinflusst werden.

Warum sind Katzen nicht sofort bereit das zu tun, was wir von ihnen erwarten? Der Grund ist einfach: Katzen sind intelligente Lebewesen! Sie verfügen nicht nur über ein gutes Gedächtnis, sondern theoretisch auch über eine hohe Lernfähigkeit. In der Katzenerziehung kann man sich diese Eigenschaften zu Nutze machen, wenn man weiß, wie.

Denn obwohl Katzen oft ihren eigenen Kopf haben, sind sie gleichzeitig in der Lage, Stimmungen und Gefühle von uns Menschen zu erkennen und zutreffend zu deuten. Diese Fähigkeit bedeutet aber noch lange nicht, dass wir die Tiere – etwa durch aggressives Anschreien – zu etwas zwingen könnten, was sie selbst nicht möchten.

Damit eine Katze ihr Verhalten nach unserem Wunsch ausrichtet, braucht es drei wichtige Zutaten: Positive Konditionierung, Konsequenz und Vertrauen.

Das Verhalten von Katzen lenken: Wie positive Konditionierung gelingt

Positive Konditionierung ist eine Form der Erziehung, die vollständig ohne Strafen auskommt. Zu Bestrafungen zählt bei Menschen und Tieren auch verbale Gewalt, wie das Anschreien.

Anschreien sollte gegenüber Katzen grundsätzlich tabu sein, denn es gehört zu denjenigen Verhaltensweisen, die das Vertrauen des Tieres für immer zerstören können!

Um positive Konditionierung anzuwenden, ist weder ein langjähriges Psychologiestudium nötig, noch ein anderes kompliziertes Expertenwissen. Die konsequente Anwendung eines einzigen Prinzips ist ausreichend, um Katzen dazu zu bringen, bestimmte Handlungen auszuführen und andere zu unterlassen.

Um die Motivation einer Katze zu steigern, sollte bei der Einführung der gewaltlosen Erziehungsmethode noch mit kleinen Belohnungen gearbeitet werden. Mit der Zeit stellt sich ein positiver Lerneffekt beim Tier ein, so dass Belohnungen vielfach nicht mehr nötig sind.

So hört eine Katze auf das Kommando „Nein“

Wie kann die positive Konditionierung in der Praxis mit Katzen angewendet werden? Ideal für den Einstieg und zur Übung, ist das Befolgen des Kommandos „Nein“ zu trainieren. Dazu lässt sich die natürliche Neugierde von Katzen nutzen: Katzen interessieren sich bekanntlich für Dinge, die sich in luftiger Höhe befinden und auf irgendeine Weise dazu geeignet sind, ihr Interesse zu wecken. Der Küchentisch etwa ist solch ein Platz und er ist gleichzeitig ein Ort, an dem wir unsere Stubentiger nicht so gerne sehen.

Katzenhaare im Essen zu finden, ist wohl selbst für die größten Katzenfreunde wenig appetitlich. Oft zeichnet sich ein beherzter Sprung auf ein höher liegendes Objekt wie den Küchentisch aber schon im Vorfeld ab: Hierzu begibt sich die Katze in Position, fixiert das Objekt der Begierde und setzt erst ganz zuletzt zum Sprung an.

Sobald das Einsetzen dieser Handlung bemerkt wird, müssen wir handeln: Wird die Katze jetzt scharf angesehen und erhält zusätzlich mit bestimmendem Ton das Kommando „Nein“, bieten sich ihr zwei Handlungsoptionen.

Sie springt nun entweder trotzdem auf den Tisch, oder wählt eine Handlungsalternative – diese muss ihr aber ebenfalls attraktiv erscheinen. Wenn die Katze den Befehl akzeptiert, erhält sie zur Belohnung für das Wählen der Alternative ein kleines Leckerlie. Das gewünschte Verhalten wird zusätzlich positiv bestärkt, wenn man mit dem Tier anschließend sanft spricht und es streichelt.

Was ist zu tun, wenn die Katze das unerwünschte Verhalten zeigt und auf den Küchentisch springt?

In diesem Fall wird die Katze vom Tisch genommen und an einen erhöhten Ort gesetzt, an dem sie sich auch sonst gerne aufhält. Es wichtig sich beim Herunternehmen des Tieres möglichst neutral und gelassen zu verhalten – so wird ihm signalisiert, dass es keinerlei Aufmerksamkeit für das unerwünschte Verhalten gibt. Wichtig: Auch negative Reaktionen (wie anschreien) bedeuten, Aufmerksamkeit zu schenken!

Die Katze ist nun erst einmal irritiert über die Tatsache, sich entgegen ihres Wunsches an einem anderen Ort wieder zu finden. Sie sollte nun möglicherweise milde gestimmt werden und hierbei kann ein Spielangebot gute Dienste erweisen. Es hilft sehr effektiv dabei, die anfängliche Irritation zu unterbrechen. Es kann auch etwas andres sein, wodurch die Katze abgelenkt wird: Der Trick besteht grundsätzlich darin, die Katze in dieser Situation mit etwas ganz anderem zu beschäftigten.

Wie lange dauert es, bis sich positive Konditionierung bei Katzen festigt?

Konditionierung ist ein Prozess, der sich nicht durch eine einmalige Handlung etablieren lässt. Damit ein erwünschtes Verhalten bei Katzen verfängt, müssen mehrere ähnliche Situationen entstehen. Wiederholung ist das entscheidende Element positiver Konditionierung, doch es lohnt sich, geduldig zu bleiben: Ich kenne keine Methode, die in der Katzenerziehung erfolgreicher wäre!

Wasserspritze als Hilfsmittel: Was ist davon in der Katzenerziehung zu halten?

Häufiger ist die Empfehlung zu lesen, dass Wasserpistolen oder Wassersprühflaschen ideale Hilfsmittel in der Katzenerziehung sein können. Viele Halter meinen fälschlicherweise, dass der Strahl aus der Wasserpistole eine sanfte Erziehungsmethode sei. Hinterrücks ausgeführt, böte die Methode darüber hinaus den Vorteil, dass eine Strafe quasi anonym erfolgen könnte, weil die Katze den Übeltäter nicht zuordnen kann.

Das ist ein Trugschluss: Strafen unter der Zuhilfenahme von Wasser sind niemals anonym! Katzen lassen sich nicht so leicht hinters Licht führen und verstehen genau, wer hinter der Attacke steckt. 

Machen sensible Katzen diese Erfahrung öfter, so kann es passieren, dass sie mit der Zeit ein erhebliches Misstrauen gegenüber ihren Haltern entwickeln. Selbstbewusstere Katzen könnten eines Tages auch zum Gegenangriff auf ihre Menschen ansetzen.

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