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Wurmkur für Katzen: Wie sie funktioniert, ob sie wirklich nötig ist – 6 Fragen und Antworten

wurmkur für katzen

Sollten Katzen regelmäßig entwurmt werden? Viele Tierärzte empfehlen eine vorbeugende Wurmkur für Katzen. Doch schadet das am Ende womöglich mehr als es nützt? Wie man Infektionen mit Würmern vermeidet und welche Alternativen es zu chemischen Mitteln gibt.

„Hat meine Katze Würmer?“ – allein die Vorstellung löst bei vielen Menschen schon Ekelgefühle aus. Die gute Nachricht: Eine Wurmkur für Katzen schützt die Tiere zuverlässig vor einem Befall.

Die schlechte Nachricht: Eine solche Kur geht häufig mit unangenehmen Nebenwirkungen für das Tier einher und muss – auch wenn gar keine Infektion vorliegt – regelmäßig angewendet werden, um wirksam zu sein.

Kann man eine Katze vor einer Infektion mit Würmern schützen? Woran genau erkennt man einen Wurmbefall und was ist zu tun, wenn eine Katze sich Würmer eingehandelt hat?

 

Würmer bei Katzen: 6 Fragen und Antworten

1.) Woher bekommt eine Katze Würmer?

Der häufigste Grund für Würmer bei Katzen ist das Jagen und anschließende Verspeisen von Mäusen und anderen kleinen Säugetieren. Vögel sind eher selten Überträger von Würmern.

Überträger können theoretisch alle Tierarten sein, unter anderem auch Schnecken und sogar Fliegen.

wurmkur für katzen nach mausverzehr ratsam

Eine Infektion ist auch durch den Verzehr von befallenem Fleisch möglich. Ist der Spulwurm im Katzenkörper angelangt, verbreitet er sich rasant. So kommt es, dass sogar Kitten durch das Trinken von Muttermilch infiziert werden können.

Video: So gelangt der Wurm in die Katze:

2.) Kann eine Hauskatze Würmer haben?

Eine Wurmkur für Katzen sei nicht nötig, wenn die Tiere ausschließlich in der Wohnung leben, glauben viele Menschen. Diese Ansicht ist leider falsch!

Schon ein wenig anhaftender Dreck an Straßenschuhen kann ausreichend sein, um den Wurm einzuschleppen. Im Erdreich können die Eier von Spulwürmern viele Jahre problemlos überleben. Somit kann auch der Mensch den Spulwurm auf Katzen übertragen.

Leider haben viele Katzen ein großes Interesse an den Schuhen ihrer Halter und reiben sich gerne an diesen. Das Infektionsrisiko wird durch dieses Verhalten zusätzlich erhöht.

3.) Lässt sich ein Wurmbefall bei Katzen verhindern?

Für Wohnungskatzen gilt, dass ein hygienisches Umfeld bereits viele Infektionen verhindern kann. Hauskatzen sollten möglichst nicht mit Straßenschuhen in Kontakt kommen. Aus diesem Grund sollten die Schuhe vor dem Betreten der Wohnung ausgezogen werden.

Es ist individuell verschieden, wie konsequent diese Maßnahme tatsächlich umgesetzt werden kann: Wer alleine lebt, tut sich leichter mit dem Einhalten von Hygieneregeln, als Familien mit Kindern.

Tipp: Auch Wohnungskatzen sollten mindestens einmal pro Jahr vom Tierarzt auf einen möglichen Wurmbefall untersucht werden. Hierzu genügt es beim nächsten Tierarztbesuch eine Kotprobe mitzubringen, welche anschließend im Labor untersucht werden kann.

4.) Können Katzen Würmer auf den Menschen übertragen? Wie äußert sich Wurmbefall beim Menschen?

Der häufigste Wurm bei Katzen ist ein Spulwurm mit dem Namen ‚Toxocara cati‘. Dieser Wurm kann von Katzen auf den Menschen übertragen werden.

Ist der Wurmbefall beim Menschen bereits fortgeschritten, kann es zu Symptomen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Fieber, Bauchschmerzen, und Blutarmut kommen.

Spulwürmer können aus dem Darm in die Lungen gelangen. Wenn das geschieht, stellen sich Symptome einer Lungenentzündung ein, wie Husten, blutiger Auswurf und Atmen unter Schmerzen.

5.) Wie erkenne ich, ob meine Katze Würmer hat und was passiert, wenn eine Katze Würmer hat?

Anfangs zeigen Katzen nur wenige oder kaum Symptome eines Wurmbefalls. Katzen haben die allgemeine Tendenz, gesundheitliche Probleme gut zu verstecken. Beim Leben in der freien Natur hilft ihnen dieser Instinkt, sich weniger angreifbar für Feinde zu machen.

Es kann darum für Halter schwierig sein, Würmer bei Katzen frühzeitig zu erkennen. Abhängig vom Fortschritt des Befalls werden früher oder später folgende Symptome sichtbar:

  • Juckreiz im Bereich des Anus: Katzen versuchen diesen zu lindern, in dem sie zum Beispiel mit dem Hinterteil über Teppiche „schrubben“, oder sich häufig und besonders hektisch am Anus putzen.
  • Mangelerscheinungen: Spulwürmer benötigen wie alle Lebewesen Energie, um die Versorgung ihres Organismus aufrecht zu erhalten. Diese Energie ziehen sie sich aus der befallenen Katze. Dem Wirtstier steht die verlorene Energie nicht mehr zur Verfügung. Es kommt zu Mangelerscheinungen, wie stumpfes Fell, Schlappheit und im weiteren Verlauf zu einer Schädigung der inneren Organe.
  • Appetit und Gewichtsverlust: Diese Symptome sind eine typische Folge der Mangelerscheinungen.
  • Erbrechen, Durchfall: Es lassen sich Wurmreste im Kot und Erbrochenen einer befallenen Katze finden. Bitte ausschließlich mit Mundschutz und Schutzhandschuhen Kot und Erbrochenes untersuchen!
    Wurmbefall bei Katzen Wurmteile
    Bildnachweis: Wikimedia Commons / Wiesław Orlita / CC BY 3.0
  • Aufgeblähter „Wurmbauch“: Ein massiver und schon länger andauernder Wurmbefall lässt den Magen-Darmtrakt von Katzen anschwillen. Berührungen können für das Tier jetzt sehr schmerzhaft sein.

6.) Würmer bei Katzen: Wie oft muss eine Katze entwurmt werden?

Die Empfehlung der meisten Tierärzte lautet: Alle drei Monate sollte eine Katze vorbeugend entwurmt werden. Das gilt auch für reine Hauskatzen! Regelmäßig angewendet verhindert die Kur eine Infektion zuverlässig.

In der Praxis zeigt sich jedoch regelmäßig, dass Wurmkuren auf chemischer Basis von vielen Tieren nicht gut vertragen werden. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Durchfall, Haarausfall oder allergische Reaktionen.

Halter stellt dieses Problem nicht selten vor eine Gewissensfrage: Muss ich meiner Katze diese Tortur wirklich regelmäßig zumuten, obwohl womöglich gar kein akuter Befall vorliegt?

Bis heute machen leider nur wenige Tierärzte ihre Kunden darauf aufmerksam, dass es wirksame und gleichzeitig schonende Mittel zur Vorbeugung eines Wurmbefalls bei Katzen gibt.

Sofern kein Verdacht auf einen akuten Wurmbefall vorliegt, können diese Mittel genauso effektiv vor einer Infektion mit Spulwürmern schützen, wie chemische Wurmkuren!

 

Pflanzliche Wurmkur für Katzen zur Prophylaxe: Wurmkraut macht den Katzenmagen immun

Eine Alternative zur vorbeugenden, chemischen Wurmkur sind pflanzliche Präparate auf der Basis von Wurmkraut.

Wie ihre chemischen Verwandten erzeugen diese Mittel ein spezielles Magen-Darm-Milieu im Verdauungstrakt von Katzen: Wurmeier können sich darin nicht mehr so leicht einnisten und werden dann einfach über die Verdauung ausgeschieden.

Präparate auf der Basis von Wurmkraut sind schonend, freiverkäuflich und online erhältlich:

Hilfreich bei Wurmbefall

Katze entwurmen: Hausmittel sind nur bedingt geeignet

hausmittel für würmer bei katzen ingwer und knoblauch

Es gibt Katzenhalter die über eine erfolgreiche Anwendung von Hausmitteln zur Wurm-Prophylaxe bei Katzen bei berichten.

Folgende Mittel haben in der Anwendung eine gewisse Wirkung gegen Würmer bei Katzen gezeigt:

  • Ingwer
  • Knoblauch
  • Kürbiskerne
  • Bärlauch
  • Beifuß

Unklar ist, wie die aufgeführten Pflanzen und Pflanzenbestandteile genau zu dosieren sind, um tatsächlich wirksam zu sein. Eine prophylaktische Vorsorgebehandlung ist deshalb nur fachkundigen Personen zu empfehlen und andernfalls mit Vorsicht zu genießen!

Entwurmung: Katze sollte bei Verdacht auf akuten Wurmbefall unbedingt zum Tierarzt!

Bei Katzenbabys und immungeschwächten, chronisch kranken Tieren kann ein akuter Wurmbefall rasch zum Tode führen. Auch wenn eine Katze ansonsten fit ist gilt: Ein fortgeschrittener Wurmbefall gehört in die fachkundigen Hände eines Tierarztes, denn für das Tier ist er eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit!

Pflanzliche Mittel eigenen sich nur zur Vorbeugung und sind bei einem akuten Befall nicht anzuwenden!

Featured Image: Every dog or cat has his month / U.S. Air Force photo by Senior Airman Natasha Stannard / Public Domain

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Autor(in) Cat News

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