Toxoplasmose: 5 wichtige Fragen für werdende Mütter mit Katzen

Toxoplasmose ist eine Erkrankung, über die viele Mythen existieren. Viele raten werdenden Eltern dazu, ihre Katzen besser abzugeben, bevor das Baby zur Welt kommt. Stimmt das? 5 wichtige Fragen (und Antworten) zum Thema Toxoplasmose.

Können Katzen weiter im Haus leben, wenn sich ein Baby ankündigt? Viele (vor allem ältere) Mediziner sehen das kritisch. Um das Wohl des Kindes nicht zu gefährden, lautet der wohlgemeinte Rat von Ärzten häufig, Katzen lieber so schnell wie möglich abzuschaffen.

Der Grund: Ein Erreger mit dem komplizierten Namen Toxoplasma gondii, der unter anderem im Kot von Katzen vorkommen kann. Er ist der Auslöser der gefürchteten Erkrankung Toxoplasmose. Diese Krankheit kann zu schweren Missbildungen bei ungeborenen Kindern führen.

Toxoplasmose bei Katzen

Symptome ruft die Erkrankung bei gerade einmal 16 Prozent aller Katzen hervor. Zu den häufigsten, beobachteten Krankheitszeichen gehört Durchfall. Hat der Körper der Katze den Erreger ausgeschieden, entwickelt er in der Regel eine lebenslange Immunität. Eine chronische Toxoplasmose kann bei Katzen mit einer Störung des Immunsystems vorkommen.

Fraglich ist, ob Katzen tatsächlich, wie lange angenommen, zu den Hauptüberträgern des Erregers auf den Menschen gehören. Derzeit sind allerdings einzig Katzen als Spezies bekannt, bei denen auch eine Ausscheidung der Vermehrungsstadien des Erregers mit dem Stuhl erfolgen kann.

Toxoplasmose: 5 wichtige Fragen für werdende Eltern

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1. Kann der Tierarzt eine Katze auf Toxoplasmose testen?

Ja, das ist möglich! Weil Katzen sich den Erreger unter anderem beim Graben in der Erde zuziehen können, sollten vor allem Halter von Freigänger-Katzen einen solchen Test in Erwägung ziehen.

Ein einmaliger Test, bei dem Toxoplasmose-Antikörper nachgewiesen werden können, kostet beim Tierarzt zwischen 30 und 40 Euro. Dem Tier muss dazu lediglich eine Blutprobe entnommen werden.

2. Ist Toxoplasmose nur für Babys und Kleinkinder eine Gefahr, oder auch für werdende Mütter?

Infiziert sich eine werdende Mutter mit Toxoplasmose, geht für sie selbst von den Erregern keine Gefahr aus. Die Infektion erfolgt unbemerkt und zieht bei immungesunden Menschen keinerlei spürbare Symptome nach sich.

Toxoplasmen stellen ausschließlich in der Schwangerschaft eine Gefahr für das sich entwickelnde Baby dar. Der Parasit erzeugt beim ungeborenen Kind schwere Missbildungen, wie Wasserkopf, Verkalkungen der Hirngefäße oder eine Entzündung der Netzhaut.

Ist das Kind erst einmal auf der Welt, besteht nur noch ein geringes Risiko für eine Erkrankung mit Symptomen. Selbst bei Kleinkindern verläuft eine Infektion in aller Regel symtomlos, wie etwa der Kinderarzt Dr. Andreas Busse bestätigt.

3. Können sich Frauen mit Kinderwunsch auf Toxoplasmose-Erreger testen lassen?

Wer Katzen hat und Mutter werden möchte, kann solch einen Test vor dem Eintritt einer Schwangerschaft beim Hausarzt machen lassen. Jedoch: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für solch einen Test nur, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Infektion vorliegt.

Um auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir allen Müttern trotzdem den Toxoplasmose-Antikörpertest zu machen. Die Kosten hierfür liegen bei gerade einmal 15 Euro.

4. Was ist, wenn ein Toxoplasmose-Test Antikörper im Blut einer Frau nachweisen konnte?

Mehr als die Hälfte aller Mitteleuropäer, zwischen 60 und 70 Prozent, tragen bereits Antikörper im Blut durch eine (meist unbemerkte) Toxoplasmose Infektion in der Vergangenheit. Sie sind damit nicht mehr anfällig für eine erneute Ansteckung.

Eine Infektion verläuft für erwachsene, gesunde Menschen meist ohne spürbare Symptome. Falls eine Frau mit Kinderwunsch bereits Toxoplasmose hatte, weist der Bluttest diese Antikörper nach.

In dem Fall besteht keinerlei Gefahr für das Kind. Eine Frau ist nach einer einmaligen Infektion sogar für den Rest ihres Lebens geschützt.

5. Gibt es Dinge, die grundsätzlich während einer Schwangerschaft im Umgang mit Katzen zu beachten sind?

Anders als oft behauptet sind Katzen vergleichsweise selten Überträger der Toxoplasmose. Heute weiß man, dass sich der Erreger vor allem auf rohem Fleisch und ungewaschenem Gemüse befindet und repliziert.

Wer schwanger ist, sollte darum Gemüse vor dem Verzehr besonders gründlich waschen! Rohes Fleisch, wie Tartar oder Mett, sollten in der Schwangerschaft auch aufgrund des Risikos einer Salmonellen-Bildung tabu sein.

Wer seiner Katze gerne einmal rohes Fleisch gibt, sollte während einer Schwangerschaft darauf ebenfalls verzichten.

Das Saubermachen der Katzentoilette sollte in der Zeit der Schwangerschaft der Partner übernehmen. Nach dem Streicheln einer Katze sollten sich werdende Mütter außerdem gründlich die Hände waschen.

Mehr zu diesem Thema liest Du hier: 5 Ammenmärchen über Katzen und Babys, denen Du ab sofort keinen Glauben mehr schenken solltest.

Featured Images: Becca/CC-BY, Yale Rosen/CC-BY, Stuart Webster/CC-BY, Rob Briscoe/CC-BY
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