Stimmt es, dass Katzen Babys hassen? 5 Gerüchte, die Mütter häufig erzählt bekommen

Sind Katzen eine Gefahr für Babys und Kleinkinder? Zum Verhältnis zwischen Katzen und kleinen Kindern gibt es eine Menge Gerüchte, die sich zum Teil bis heute hartnäckig verbreiten. Was stimmt, was entspringt dem Reich des Aberglaubens und der Fantasie?

Katzen sind mystische Wesen und üben seit jeher eine Faszination auf uns Menschen aus, wie es sonst kaum ein anderes Tier schafft. Die Katze ist geradezu perfekt geeignet, um unbewusst allerlei fantastische Eigenschaften in sie hineinzuinterpretieren.

Das ist vermutlich schon so, seit Menschen mit Katzen zusammenleben. Auch wenn es häufig belächelt wird: In ländlichen Gegenden hält sich bis heute der Aberglaube, dass insbesondere schwarze Katzen in direktem Kontakt zum Bösen  – oder sogar zum Teufel persönlich – stünden.

Tatsächlich reagieren viele Katzen auf ein kleines Menschenkind zunächst mit Abneigung. Die Anwesenheit von Kleinkindern und Babys bedeutet häufig Stress für die Tiere, an den sie sich erst einmal gewöhnen müssen.

Von manchen Müttern wird das Verhalten ihrer Katzen in dieser Gewöhnungsphase auch als Eifersucht interpretiert. Wenn man sich vor Augen hält, dass bis kürzlich das Tier oft das ungeteilte Interesse seiner Halter genießen konnte, wird das verständlich.

Grundsätzlich geht von Katzen keine ernstzunehmende Gefahr für Babys und kleine Kinder aus. Bis auf seltene Ausnahmen zeigen sich die intelligenten Tiere erstaunlich sensibel im Umgang und verzeihen ihnen manches, das sie Erwachsenen nicht verzeihen würden.

Worauf sollten Mütter tatsächlich ein Auge haben, wenn Kind und Katze zusammen leben?

1. Die lauernde Gefahr im Katzenklo: Weshalb schwangere Frauen es lieber nicht putzen sollten

Wissenschaftler haben entdeckt, dass ein Parasit mit dem Namen Toxoplasma Gondii Katzen besonders häufig als Wirt nutzt. Übertragen wird der Parasit, der die Krankheit Toxoplasmose auslösen kann, durch den Kot von Katzen.

Was gilt es in der Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten? Um eine Infektion zu vermeiden, sollte lieber der Partner, oder eine andere Person aus dem Haushalt, die Katzenklos reinigen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Katzentoilette täglich mit heißem Wasser auszuwaschen. Es weist außerdem darauf hin, dass eine Infektion der Mutter mit dem Toxoplasmose Erreger für ein neugeborenes oder ungeborenes Kind sehr gefährlich sein kann!

Für Erwachsene und ältere Kinder hingegen besteht kaum Gefahr: Infektionen verlaufen in der Regel mild und symptomlos.

2. Katzen legen sich auf Babys – um sie zu töten?

Es ist eine Vorstellung, wie sie grausamer kaum sein könnte: Katzen, so erzählte man sich früher, legen sich manchmal absichtlich auf Babys und kleine Kinder, um sie zu ersticken.

In Zeiten großer Hungersnot erzählte man sich auch, dass Katzen bei diesem Akt den Babys die Muttermilch aus dem Mund saugen und sie so langsam aber sicher verhungerten.

Sind Katzen tatsächlich derart bösartig? Es ist bis heute kein einziger solcher Fall dokumentiert. Wenn Katzen sich zu Babys legen, verfolgen sie keine bösen Absichten. Weil es im Kinderbett aber häufig schön warm ist, kann es durchaus vorkommen, dass die Tiere sich gerne dort aufhalten.

3. Schreiende Kinder machen Katzen wahnsinnig – und verleiten sie zu schrecklichen Taten?

Im Volksglauben gibt es die Vorstellung, dass genervte Katzen in die Wiegen von schreienden Kindern kriechen, um sich auf sie zu legen und sie so für immer zum Schweigen zu bringen.

Es ist eine gruselige Vorstellung: Wenn sogar die eigenen Eltern von ihrem schreienden Nachwuchs an den Rand des Wahnsinns getrieben werden können, warum sollte es dann ihren Haustieren anders gehen?

Katzen suchen tatsächlich häufig die Nähe zum Kinderbett und noch besser gefällt es ihnen, wenn in diesem Moment ein kleiner Mensch darin ist. Mit Mordlust hat dieses Verhalten jedoch eher wenig zu tun: Katzen schließen Kinder schnell ins Herz und sie lieben es einfach, bei ihren Menschen im Bett zu schlafen.

4. Ist die Katze gefährlich für’s Baby? Eifersucht kann tatsächlich ein Thema sein

Der Volksmund erzählt sich, dass Katzen sehr eifersüchtig auf Babys reagieren können. Kommt ein kleiner Mensch ins Haus, würden sie in ihm einen Konkurrenten sehen und versuchen, ihn mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Gerade am Anfang sollte man Katzen und Babys tatsächlich lieber nicht ohne Aufsicht zusammen lassen: Kinder müssen häufig erst lernen was es heißt Respekt vor Tieren zu haben. Auch wenn es eher selten vorkommt: Es kann passieren, dass eine Katze sich mit den Krallen zur Wehr setzt, wenn ihr distanzloses Verhalten buchstäblich gegen den Strich geht.

Doch auch kleinere Kinder können lernen die Grenzen von Katzen zu achten. Ist das geschehen, ist das der erste Schritt für eine wunderbare Freundschaft zwischen beiden. Die neuere Verhaltensforschung sagt übrigens, dass Katzen als Gefährten für Kinder sogar empfehlenswerter sind als Hunde.

Um Katzen die Gewöhnung an ein neues Menschenkind zu erleichtern, gibt es einige Tricks, die helfen können: Katze an Baby gewöhnen: Mit diesen 5 Tipps klappt es!

5. Wenn die Katze Flöhe hat: Können die Schädlinge auf das Baby überspringen und es in ernsthafte Gefahr bringen?

Während Parasiten wie Toxoplasma Gondii tatsächlich eine Gefahr für Kinder und immungeschwächte Personen darstellen, sind Flöhe in aller Regel kein Problem: Mehr als die Hälfte der rund 15 Millionen Katzen in Deutschland lebt heute ohnehin ausschließlich in der Wohnung. Für eine reine Wohnungskatze ist es nahezu unmöglich, sich Flöhe zuzuziehen.

Für Freigängerkatzen gilt: Sie sollten vom Tierarzt auf Flöhe untersucht werden, bevor ein Baby ins Haus kommt!

Kommt es trotzdem einmal zu einer Flohübertragung von der Katze auf’s Baby, ist das zwar unangenehm für das Kind, aber alles andere als lebensbedrohlich. In der Regel hilft ein Mittel gegen Kopfläuse aus der Apotheke den Befall zu beseitigen.

Fazit: Katzen sind keine grundsätzliche Gefahr für Babys und kleine Kinder. Es ist vorteilhaft wenn Kinder frühzeitig lernen, was es bedeutet die Grenzen der Tiere zu respektieren. So möchten Katzen weder am Schwanz gezogen, noch beim Schlafen erschreckt werden.

Wenn die Voraussetzungen stimmen, entwickelt sich zwischen Katzen und Kindern normalerweise ein sehr inniges Verhältnis und eine Freundschaft für’s Leben!

Aus der Cat-News.net Redaktion:
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