Empfindsame Katzennasen: Welche Düfte Katzen mögen, welche Gerüche sie verjagen

Der Geruchssinn von Katzen ist um ein vielfaches feiner, als der von uns Menschen. Manche Düfte haben eine geradezu magische Wirkung auf Katzen, andere verjagen sie.

Grundsätzlich reagieren Katzen sehr empfindlich auf jegliche Art von Gerüchen. Wichtig zu wissen: Ihre Nasen sind deutlich empfindsamer, als die von uns Menschen. So gibt es viele Düfte, die sie gerne riechen, während sie andere verabscheuen.

Eine Katze verfügt über mehr als 65 Millionen Geruchszellen, der Mensch hingegen über gerade einmal 5 bis 20 Millionen.

Dass Baldrian und Katzenminze zu den Lieblingsdüften von Katzen zählen, ist unter Katzenfreunden kein Geheimnis. Es ist kein Zufall, dass gerade diese beiden Kräuter in vielen Katzenspielzeugen enthalten sind.

Tierexperten vermuten, dass der strenge Duft von Baldrian und Katzenminze ähnlich wie Sexuallockstoffe ihrer Artgenossen für sie riecht. Es ist also kein Zufall, wenn manche Katzen und Kater im Kontakt mit Baldrian und Katzenminze fast so reagieren, als ob sie „auf Droge“ wären.

Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Gerüche, bei denen Katzen starke Reaktionen zeigen!

Weil aber Baldrian und Katzenminze sehr beliebt sind, sind die meisten anderen Düfte für Katzen eher wenigen bekannt.

1. Matatabi – das „stärkste Katzenkraut der Welt“

Düfte die Katzen mögen

Du kennst Matatabi nicht? Das solltest du ändern! In Japan wird Matatabi auch als „Kiwi für Katzen“ bezeichnet. Die Pflanze gilt in ihrem Herkunftsland als das wirksamste Katzenkraut der Welt – und zwar vor Baldrian! In Japan wird es seit Jahrhunderten von Katzen geliebt und bis heute in Katzenspielzeugen verwendet.

Im Gegensatz zu Katzenminze und Baldrian enthält Matatabi gleich einen ganzen Cocktail verschiedener Duftstoffe, die allesamt eine betörende Wirkung auf Katzen haben. Matatabi löst ein extremes Wohlgefühl bei Katzen aus, verliert aber – ähnlich wie Baldrian – nach einigen Minuten seine Wirkung. Darum sollte man ihnen Matatabi Spielzeuge nur kurz zum Spielen überlassen und nach einer Weile wieder geruchsdicht verpacken.

Anzeige

Neugierig? Hier kannst Du das Katzenkraut Matabi auf Amazon bestellen:

2. Der Harfenstrauch: Er lässt Katzen sprichwörtlich verduften

Düfte die Katzen mögen

Der Harfenstrauch gehört zu den Gewächsen, die Katzen nicht mögen. Wer sie beispielsweise von seinem Grundstück fernhalten möchte, für den ist der Harfenstrauch ein gutes Mittel der Wahl! Dieser Strauch wird im Volksmund auch als „Verpiss-Dich-Strauch“ bezeichnet. Der Grund ist seine abschreckende Wirkung auf Katzen.

Die resultiert aus dem eigentümlichen Geruch des Harfenstrauches, der an Mundwasser erinnert. Kommt eine Katze versehentlich in die Nähe eines blühenden Harfenstrauchs, wird sie angewidert das Gesicht verziehen und eilig das Weite suchen. Um fremde Katzen vorm Urinieren im eigenen Garten abzuhalten, kann man den Strauch gezielt anpflanzen. Der Harfenstrauch liebt halbschattig bis sonnige Standorte und ist ansonsten recht anspruchslos.

3. Die Tartaren-Heckenkirsche aus den Wäldern Sibiriens

Düfte die Katzen mögen

Die Wirkung dieser Pflanze auf Katzen ist außergewöhnlich! Nahezu alle Bestandteile der Tartaren-Heckenkirsche wirken stark anziehend auf Katzen. Vorsicht ist allerdings bei den Beeren geboten: Sie sind sowohl für Menschen als auch für Katzen giftig!

Das Holz und die Blätter der Heckenkirsche enthalten ätherische Öle, die Katzen interessant und anregend finden. Zum Glück sind diese Teile der Pflanze für Katzen unbedenklich und können ihnen ohne Sorge zum Spielen überlassen werden.

Die Tartaren-Heckenkirsche stammt ursprünglich aus Sibirien, ist aber inzwischen auch in Mitteleuropa mancherorts heimisch geworden. Vielen gilt sie auch als besonders schöne Zierpflanze im Garten.

4. Der Storchschnabel: Er vertreibt Hunde und Katzen

Düfte die Katzen mögen

Für wenig Begeisterung bei Katzen sorgt indes der so genannte Storchschnabel. Der Grund sind die ätherischen Öle der Pflanze, die Katzen unangenehm finden. Eine alte Bauernweisheit besagt: Wo der Storchschnabel wächst, da haben Katzen (und Hunde) keine Lust, ihr Geschäft zu vollrichten. Auch Schnecken halten sich übrigens von diesen Orten fern.

Menschen hingegen empfinden den Duft des Storchschnabels als recht angenehm. Er ist eine pflegeleichte Pflanze, die wenig Ansprüche an ihre Umgebung stellt. Der Storchschnabel hat die Tendenz sich zügig zu vermehren und auszubreiten, weshalb er als Bodendecker im Gartenbereich beliebt ist.

5. Das indische Brennkraut wirkt betörend auf Katzen

Klares „Daumen hoch!“ für diese Pflanze! In seiner Heimat ist das indische Brennkraut für seine Anziehungskraft auf Katzen nahezu überall bekannt. Gerne bieten es Inder ihren Hauskatzen zum Spielen an.

Ein wenige Vorsicht ist in der Verwendung dennoch geboten: Der überirdisch wachsende Teil des indischen Brennkrauts ist in rohem Zustand giftig! An den Wurzeln der Pflanze können Katzen jedoch bedenkenlos herumlecken und herumkauen. Auch am Menschen entfaltet das Kraut übrigens seine Wirkung: In vielen Ländern Asiens und in einigen Teilen Afrikas wird das indische Brennkraut gegen Erkrankungen der Haut eingesetzt.

6. Ruta graveolens oder das „Hildegard-von-Bingen-Kraut“

Düfte die Katzen mögen

Ruta graveolens ist eine wertvolle Duft- und Heilpflanze, welche bis heute in der Herstellung von Parfums Verwendung findet. Als Heilpflanze wirkt sie lindernd, etwa bei Verstauchungen, Verrenkungen und Zerrungen.

Katzen und Hunde empfinden ihren Geruch als wenig angenehm – besonders, wenn die Pflanze in der Blüte steht. Doch auch Marder und Ratten sollen mit der Hilfe der auch als Weinkraut bekannten Pflanze zuverlässig auf Abstand gehalten werden können. Als Medizin in Form von homöopathischen Tropfen kann Ruta graveolens auch bei Katzen angewendet werden.

7. Düfte die Katzen mögen: Der Katzengamander

Düfte die Katzen mögen

Es ist gar nicht so einfach, in unseren Breitengraden an Samen des Katzengamander zu kommen. Selten wird die Pflanze als Setzling Gartenfachhandel angeboten. Katzen interessieren sich vor allem für die Blätter: Dort ist die Konzentration der ätherischen Öle am stärksten.

Katzengamander ist frostempfindlich und benötigt einen sonnigen, warmen Standort. Gerne genießt die Pflanze auch die pralle Sonne. Seine Wuchsform erinnert an die des Thymians. Katzengamander wächst nur sehr langsam und überschreitet eine Wuchshöhe von bis zu einem halben Meter selten.

Er gehört zu den anspruchsvolleren Katzenpflanzen, eine Vermehrung ist meist nur über Stecklinge erfolgversprechend. Katzengamander kann auch in Form von ätherischem Öl erworben werden. Im Katzenhaushalt dient das Öl als Ablenkungsmanöver von Sofas und Teppichen: Ein paar Tropfen am Kratzbaum können Katzen helfen, sich gezielt auf diesen Gegenstand zum Wetzen ihrer Krallen zu fokussieren.

8. Lavendel – von manchen geliebt, von anderen gehasst

Düfte die Katzen mögen

Ein wahres Mysterium unter den Kräutern für Katzen ist wohl der Lavendel. Nicht wenige Katzen scheinen seinen Duft zu verabscheuen. Doch dann gibt es auch diejenigen, die sich wie magisch angezogen fühlen von den lila Dolden. Wird er gut verpackt in einem Duftkissen eingesetzt, kann auch seine leichte Giftigkeit keinen Schaden anrichten.

Featured Image: flickr.com / Feliciano Guimaraes / Sniffing the tree / CC-BY

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Brauchen Katzen wirklich einen Kratzbaum?

Skurrile Katzen-Rettung in Bonn löst Shitstorm auf Facebook aus