9 Tipps, mit denen das Harnwegssystem deiner Katze gesund bleibt

Harnwege Katze

Probleme mit den Harnwegen schleichen sich bei Katzen häufig unbemerkt ein. Vielen Haltern fallen sie erst auf, wenn das geliebte Haustier bereits außerhalb der Katzentoilette uriniert. In diesem Artikel erläutern wir die häufigsten Harnwegsprobleme bei Katzen, woran man sie erkennt und wie man ihnen vorbeugt.

Selbst wenn wir uns mit größter Fürsorge um unsere Katzen kümmern, können unsere vierbeinigen Lieblinge eines Tages krank werden. Stellen wir Symptome fest die uns seltsam escheinen, dann ist es an uns Haltern, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Wissen bedeutet Macht! Wissen ist im Sinne der Katzengesundheit eine scharfe Waffe, mit der wir unseren Stubentigern durch fast jede Krankheit helfen können. Geht es um das Harnwegssystem bei Katzen, gibt es vieles zu erfahren.

Auf dieser Seite:

Häufige Probleme der oberen Harnwege bei Katzen

Typische Erkrankungen der unteren Harnwege

Über Harnwegsinfektionen bei Katzen

Die Feline Idiopathische Cystitis (FIC)

Harnkristalle bei Katzen und wie sie entstehen

Harnwegsverschluss bei Katzen

9 Tipps für gesunde Harnwege

Fazit

Wusstest Du, dass das Harnwegssystem bei Katzen in zwei Teile getrennt ist?

Der obere Teil besteht aus den Nieren und den Harnleitern, Blase und Harnröhre bilden zusammen die unteren Harnwege. Beide Teile können anfällig für Krankheiten und Infektionen sein – ist ein Teil betroffen, bleibt häufig auch der andere nicht lange verschont.

 

Häufige Harnwegsprobleme bei Katzen

Die oberen Harnwege stehen bei Katzen im engen Zusammenhang mit der Nierengesundheit. Auftretende Probleme reichen von angeborenen Fehlbildungen des Organs, über Infektionen bis hin zu Krebserkrankungen.

Die bei Katzen leider häufig vorkommende chronische Nierenerkrankung (CNE) kann zudem die chemische Zusammensetzung des Urins verändern, was wiederum zu Problemen mit den unteren Harnwegen sowie schließlich zu Nierenversagen führen kann.

Chronisches Nierenversagen (CNI) und chronische Nierenerkrankung (CNE) sind hauptsächlich Probleme bei älteren Katzen ab etwa 12 Jahren. Weniger als 10 % der Fälle treten bei Katzen auf, die jünger als drei Jahre alt sind.

Zu den typischen Anzeichen einer CNE gehören die folgenden Symptome:

  • Vermehrter Durst
  • Häufiges Wasserlassen
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Stumpfes Fell

 

Erkrankungen der unteren Harnwege bei Katzen

Hast Du gewusst? Probleme mit den unteren Harnwegen gehören zu den häufigsten Gründen, aus denen Katzenhalter eine Tierarztpraxis aufsuchen. Im englischen werden Erkrankungen in diesem Körperbereich als Feline Lower Urinary Tract Disease (FLUTD) bezeichnet. Die Abkürzung FLUTD ist mittlerweile auch in der deutschen Veterinärmedizin gebräuchlich.

Weil in der Regel verschiedene Symptome gemeinsam auftreten, wurden sie mit FLUTD als eigenes Krankheitsbild erfasst. Neben Harnwegsinfektionen gehören dazu Harnkristalle, Harnwegsblockaden und die so genannte Feline Idiopathische Cystitis (FIC).

Bei der FIC handelt es sich um eine besondere Form der Blasenentzündung, die nicht durch eine Infektion mit Bakterien, sondern durch stressende Lebensumstände hervorgerufen wird. Auch beim Menschen kommt die Erkrankung vor und ist unter dem Begriff Harnblasenschmerzsyndrom bekannt.

Folgende Symptome weisen bei Katzen auf gesundheitliche Probleme im Bereich der unteren Harnwege hin:

  • Häufiges Urinieren, dabei wird jedoch stets nur wenig Urin abgesetzt
  • Klägliches Maunzen beim Besuch der Katzentoilette
  • Blut im Urin
  • Urinieren außerhalb der Katzentoilette: In der Umgebung der Katzentoilette, oder auf Stellen wie Teppichen oder Sofas
  • Übermäßiges Putzen oder ständiges Lecken der Genital- und Unterbauchregion

Zeigt eine Katze eines der oben aufgeführten Symptome, sollten Halter einen Termin beim Tierarzt vereinbaren.

Harnwegsinfektionen bei Katzen

Erstaunlicherweise kommen bakterielle Harnwegsinfektionen bei Katzen eher selten vor. Aufmerksam sollten Halter jedoch werden, wenn der Urin ihres Haustieres plötzlich sehr stark und anders als üblich riecht und eine bräunliche Farbe (Vorhandensein von Blut im Urin) hat.

Auch wenn eine bakterielle Harnwegsinfektion bei Katzen selten ist, sollte zur Sicherheit ein Tierarzt diese Diagnose ausschließen.

Die Feline Idiopathische Cystitis

Bei der Felinen Idiopathischen Zystitis (FIC) handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Blase, für die sich zumeist keine körperliche Ursache finden lässt. Ein häufiger Auslöser der Erkrankung sind Konflikte im Zusammenleben von mehreren Katzen in einem gemeinsamen Haushalt . Die Erkrankung ist für zwei Drittel aller FLUTD-Fälle verantwortlich.

Folgende Symptome treten bei betroffenen Katzen häufiger auf:

  • Stress und Ängste
  • Anomalien der Blasenschleimhaut
  • Entzündung der Blasennerven

Einen ersten Anhaltspunkt für das Vorliegen einer FIC (oder einer anderen FLUTD), kann die Beschaffenheit des Katzenstreus im Katzenklo geben: Viele kleinere Klümpchen deuten auf verzweifelte Versuche des nahezu erfolglosen Wasserlassens hin.

Die Feline Idiopathischen Zystitis kann manchmal von selbst verschwinden und erst nach einiger Zeit wieder auftauchen. Dieser Umstand ist ein Hinweis darauf, dass ein enger Zusammenhang zum psychischen Befinden der Tiere besteht.

Hatte eine Katze bereits FLUTD, sollten Halter besonders wachsam hinsichtlich des erneuten Auftretens von Symptomen sein.

Harnkristalle bei Katzen

Im Sonnenlicht glitzern Harnkristalle im Katzenurin, doch das Funkeln ist alles andere als ein gutes Zeichen für den gesundheitlichen Zustand des Harnwegssystems. Kristalle und Harnsteine sind meist eine Folge von Ernährungs- und Stoffwechselproblemen, kommen jedoch auch im Zusammenhang mit Harnwegsinfektionen vor.

In einer Mehrzahl der Fälle kommt es zur Bildung von Harnkristallen, wenn eine Katze nicht genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, um ihren Urin und die darin enthaltenen Mineralien zu verdünnen.

Die Physiologie von Katzen ist darauf ausgelegt, einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs aus erlegten Beutetieren zu ziehen. Darum trinken die Tiere tendenziell eher wenig und nehmen in der menschlichen Obhut Flüssigkeit vor allem über das Katzenfutter aus der Dose auf.

Katzen, die viel Trockenfutter erhalten, haben aus diesem Grund ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Harnwegskristallen. Manche Tierärzte raten darum grundsätzlich von der Fütterung mit Katzentrockenfutter ab.

Ist es zur Bildung von Harnkristallen gekommen, ist es möglich mit einer Ernährungsumstellung und einer guten Strategie, die Katze zum vermehrten Trinken zu animieren, Harnkristalle aufzulösen.


Weiterlesen: Deine Katze trinkt zu wenig? 7 Tipps, um sie zum Trinken zu animieren


Harnwegsverschluss bei Katzen

Auch bei Katzen können Verstopfungen der Harnröhre auftreten, die wie beim Menschen zu einer Unfähigkeit zu urinieren führen können. Für das betroffene Tier ist ein Harnstau sehr schmerzhaft. Männliche Katzen sind aufgrund ihrer längeren und schmaleren Harnröhre häufiger betroffen als Kätzinnen.

Die Ablagerungen entstehen durch lokale Entzündungen und daraus folgenden Verengungen des Harnleiters, wodurch es leichter zur Ansammlung von Urinkristallen kommt. Auch frühere Verletzungen oder Narben können zu einer Verstopfung der Harnwegsverschluss beitragen.

Das sind die typischen Symptome einer Harnwegsverschluss bei Katzen:

  • Häufige Versuche zu urinieren, ohne sichtbares Ergebnis
  • Blut im Urin
  • Klägliches Maunzen aufgrund von Schmerzen beim Wasserlassen

Achtung: Ein akuter Harnwegsverschluss kann lebensbedrohlich sein! Kommt es zu einem vollständigen Verschluss der Harnröhre, führt die Erkrankung innerhalb weniger Tage zum Tod. Wir empfehlen bei einem Verdacht unverzüglich eine Tierarztpraxis aufzusuchen, um die Katze umgehend gegen den Harnverschluss behandeln zu lassen.

9 Tipps für gesunde Harnwege bei Katzen

Obwohl das Harnwegssystem zu den anfälligsten Organen von Katzen gehört, können Halter vieles unternehmen, um es zu gezielt stärken! Was genau ihr tun könnt, um die Gesundheit eurer Katzen zu unterstützen, erfahrt ihr im folgenden Abschnitt.

1. Halte das Trinkwasser deiner Katze sauber

Wohl alle Katzeneltern wissen: Geht es um ihr Trinkwasser, können Katzen mindestens genau so wählerisch sein, wie bei der Wahl ihres Futters. Es gilt darum herauszufinden, welche Wasserquelle die eigene Katze am liebsten mag. Neben Wasser aus Schüsseln können Trinkbrunnen eine gute Alternative sein: Fließendes Wasser wird von vielen Tieren gegenüber stehenden Wasserquellen bevorzugt.

Es bietet sich darüber hinaus an, Wasserquellen an verschiedenen Stellen im Haus zu platzieren, vor allem wenn eine Katze ohnehin eher trinkfaul ist. Älteren Katzen, die sich nicht so gerne bewegen, kann man hin und wieder auch eine Schüssel mit Wasser an ihrem Lieblingsplatz anbieten.

Ob Brunnen oder Schüssel: Um eine Verkeimung zu vermeiden, sollte das Wasser täglich gewechselt werden, vor allem in den Sommermonaten.

2. Gebe häufigen und eher kleineren Mahlzeiten den Vorzug

Mehrere kleine Mahlzeiten Feuchtfutter helfen, den Wasserhaushalt den ganzen Tag über auf einem soliden Niveau zu halten. Wer tagsüber außer Haus ist, kann einen Futterautomaten verwenden. Die Geräte verfügen über eine Zeitschaltuhr, so dass jeden Tag zu festgelegten Zeiten Futter ausgegeben werden kann.

3. Halte die Katzentoilette sauber!

Es gibt kaum etwas das Katzen mehr hassen, als eine dreckige Katzentoilette. Neben Harnwegsinfekten ist sie einer der Gründe, wenn Katzen außerhalb ihres „stillen Örtchens“ zu urinieren beginnen.

Klumpen sollten am besten täglich entfernt werden, ein kompletter Austausch der Streu genügt einmal in der Woche.

4. Eine Toilette pro Katze anschaffen

Für das Zusammenleben mit mehreren Katzen in einem Haushalt gilt: Pro Katze eine Katzentoilette! Sind mehreren Katzentoiletten vorhanden, kommt es seltener zu Spannungen zwischen den Tieren. Territorialer Stress ist bei Katzen einer der Hauptgründe für Urinieren außerhalb der Katzentoilette.

5. Ruhige Plätze für die stillen Örtchen wählen

Weil Stress beim Urinieren zu Harnwegsproblemen führen kann, sollten Katzentoiletten in möglichst ruhigen Bereichen in der Wohnung platziert werden. Viele Katzenhalter wählen zum Beispiel das Badezimmer als einen solchen Ort.

6. Stress im Katzenhaushalt gering halten

Katzen mögen Routine! Alles, was diese Routine stört, kann die sensiblen Tiere in Aufregung versetzen und sollte daher so gut es geht vermieden werden. Eine direkte Möglichkeit, ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen, ist das Urinieren außerhalb der Katzentoilette.

Der Lebensbereich einer Katze sollte darum so ruhig wie möglich gehalten werden, damit das Tier sich gut aufgehoben und geborgen fühlt.

7. Auf eine gesunde Ernährung achten

Um Problemen mit den Harnwegen vorzubeugen, ist die Art der Ernährung ein entscheidender Aspekt. Trockenfutter sollte vermieden werden, insbesondere bei Katzen, die ohnehin wenig trinken.

Falls auf Trockenfutter nicht verzichtet werden kann, sollte eine Sorte gewählt werden, welche die Gesundheit der Harnwege unterstützt.


Weiterlesen: Katzenfutter mit hohem Fleischanteil: 7 Sorten, die mindestens 90 Prozent Fleisch enthalten


8. Für ausreichend Bewegung sorgen

Vor allem für Katzen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, ist regelmäßiges Spielen mit ihren Haltern wichtig! Katzenspielzeuge an Angeln sind gut geeignet, um Samtpfoten quer durch die Wohnung zu jagen.

Durch ausreichend Bewegung können Katzen bis ins hohe Alter fit bleiben!


Weiterlesen: Katzenalter in Menschenjahre umrechnen: So alt ist deine Katze wirklich


9. Regelmäßige Routineuntersuchungen beim Tierarzt

„Katzen sind zäh“, sagt der Volksmund. Das Sprichwort kommt nicht von ungefähr, denn Katzen neigen dazu, Schmerzen und gesundheitliche Probleme lange Zeit zu verbergen. Das bedeutet natürlich keinesfalls, dass Katzen selten krank werden, sondern dass wir Menschen es in der Regel erst spät erkennen.

Umso wichtiger sind regelmäßige Routinekontrollen beim Tierarzt! Nur so kann sichergestellt werden, dass gesundheitliche Probleme frühzeitig behandelt werden können. Sogar chronische Krankheiten, wie die CNI, oder Diabetes bei Katzen, können gut behandelt werden, wenn sie in einem frühen Stadium diagnostiziert werden.

Fazit

Obwohl Erkrankungen der Harnwege zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen von Katzen gehören, werden sie häufig erst spät erkannt. Verhaltensweisen wie das Urinieren außerhalb Katzentoilette lassen sich, wenn sie einmal begonnen wurden, oft nur schwer wieder in den Griff bekommen.

Wichtig ist dabei für Halter zu wissen, dass auch das betroffene Tier unter seinem Verhalten leidet. Bis es dazu kommt, gibt es im Vorfeld jedoch meist andere Symptome, die auf das Vorliegen einer Erkrankung hindeuten.

Um Probleme frühzeitig zu erkennen, ist ein kritisches Beobachten des kätzischen Verhaltens durch ihre Halter unerlässlich. Dazu gehört etwa die Kontrolle der Beschaffenheit der Klumpen im Katzenklo: Sind diese eher klein, könnte das ein Indiz für eine Kristallbildung in den Harnwegen sein.

Zusätzlich zur eigenen Beobachtung sind regelmäßige Routine-Untersuchungen durch den Tierarzt anzuraten. Vor allem für ältere Katzen (12+ Jahre), bei denen Harnwegsprobleme laut Statistik am häufigsten vorkommen, sind sie mindestens einmal pro Jahr empfohlen.

Featured Image: Finn Frode / Best Feline Friend / CC BY-NC-SA 2.0

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