Neue Hoffnung für Menschen mit Katzenallergie: HypoCat kurz vor Zulassung?

HypoCat macht Menschen mit Katzenallergie Hoffnung

Katzenallergie und trotzdem eine Katze halten? Bisher war das für die meisten Betroffenen nur unter Inkaufnahme von Symptomen wie Husten, Ausschlag, oder einer ständig laufenden Nase möglich. Neue Hoffnung gibt ein Impfstoff aus der Schweiz.

Wer eine Allergie gegen Katzen hat und bis dato ungewollt katzenlos ist kann, sich womöglich freuen: Wissenschaftler in der Schweiz haben einen Impfstoff getestet, der das auslösende Allergen unschädlich macht. Erste Versuche damit hatten bereits 2021 stattgefunden.

Kürzlich wurde im Journal of Allergy and Clinical Immunology eine neue Studie zu dem Wirkstoff veröffentlicht und sie klingt vielversprechend.

Um die Katzenallergene unschädlich zu machen, verfolgten die Forscher einen ganz neuen Ansatz: Statt wie bisher das Immunsystem von Menschen mit Katzenallergenen zu desensibilisieren, haben sie 54 Katzen gegen die Bildung eines speziellen Moleküls in ihrem Speichel behandelt.

Protein als Ursache für Katzenallergie

Dieses Molekül heißt Fel d 1 und gilt als Hauptauslöser für allergische Reaktionen auf Katzen. Entdeckt werden konnte es bisher im Speichel, sowie in den Talgdrüsen der Tiere. Welche Funktion es genau für den Organismus hat, ist bisher unbekannt. Da es nicht bei allen Katzen vorkommt und diese Tiere trotzdem gesund sind, scheint es zumindest keine bedeutsame Aufgabe zu erfüllen.

Überraschung für die Forscher aus der Schweiz: Nachdem sie den an der Studie beteiligten Katzen den neuartigen Wirkstoff verabreicht hatten, zerstörte ihr Immunsystem die allergieauslösenden Proteine von selbst.

Alle Tiere hatten ihre „Impfung“ gut vertragen, heißt es seitens der Forscher. Als sie die immunisierten Katzen schließlich in Kontakt mit Katzenallergikern brachten zeigte sich, dass tatsächlich weniger Symptome bei den Betroffenen beobachtet werden konnten.

Menschen und Tiere könnten gleichermaßen von der Behandlung profitieren

Etwa 10 Prozent aller Menschen sind gegen Katzenhaare allergisch, schätzt der Immunologe Martin Bachmann von der Universität in Bern. Die einzige Möglichkeit für Menschen mit Katzenallergie bestand bisher darin, die Tiere zu meiden, oder Symptome hinzunehmen.

Abhängig vom Schweregrad der Allergie ist das jedoch keinesfalls immer so einfach möglich: Reagieren Kinder empfindlich im Kontakt mit Katzen, erhöht sich für sie offenbar das Risiko, an chronischem Asthma zu erkranken. Allergische Reaktionen sind auch einer der häufigsten Gründe, aus denen Katzen im Tierheim landen.

Kann der neuartige Impfstoff also künftig dabei helfen, Tierleid zu verringern? Möglich wäre es, doch bis er in Europa verfügbar ist, dürfte es noch eine Weile dauern. Ursprünglich wollte das Unternehmen Saiba Animalhealth für seinen Wirkstoff HypoCat schon 2022 eine Zulassung in Deutschland und den USA beantragen. Nach neuesten Informationen soll das nun aber doch erst frühestens 2024 geschehen.


Weiterlesen: Genschere CRISPR: Wissenschaftler entfernen Allergieauslöser aus dem Katzengenom


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