„Hilfe, meine Katze hasst meinen Partner!“ – 5 Tipps, die Vertrauen schenken und Harmonie stiften

katze eifersüchtig

Wenn sie mit ihren Lieblingsmenschen zusammen sind, können Katzen die größten Schmusetiger sein. Kommt plötzlich ein neuer Partner in das Leben ihres Dosenöffners, entpuppen sich manche als wahre Kratzbürsten. Was tun, wenn die Katze eifersüchtig auf den Partner ist? 5 Tipps, was Du tun kannst!

Was Veränderungen betrifft, sind die meisten Katzen ziemlich konservativ: Sie wissen es zu schätzen, wenn Tagesabläufe ihren gewohnten Gang nehmen, es zum Beispiel immer um die gleiche Zeit etwas zu fressen gibt und abends stets zusammen auf dem Sofa gekuschelt wird.

Tritt ein neuer Partner an die Seite ihres Halters, kann das die sensiblen Tiere stark verunsichern. Jede Katze hat dann ihre eigenen Methoden, ihren Unmut darüber zum Ausdruck zu bringen: Die eine Katze reagiert aggressiv, faucht plötzlich den Partner an oder beißt, sobald dieser sich ihr nähert. Die andere wird unsauber und pinkelt auf Kissen und Betten.

Durfte eine Katze immer mit im Bett schlafen und wird nun zu Gunsten eines neuen Partners aus dem Schlafzimmer verbannt, bleibt das selten ohne Folgen.

Aus eigenem Interesse gilt es also für Katzenhalter einen guten Mittelweg zu finden, der sowohl die Bedürfnisse der Katze, als auch die des Partners berücksichtigen kann. 5 Tipps, wie es gelingt:

1. Katzen mit fremden (Körper-) Gerüchen vertraut machen

Für Katzen sind ihre Nasen das Tor zur Welt. Gerüche helfen ihnen darum viel mehr als uns Menschen wenn es drum geht, sich in der Umwelt zu orientieren und mit Artgenossen zu kommunizieren. Kein Wunder, besitzen die Tiere doch mehr als 60.000 Riechzellen. Zum Vergleich: Wir verfügen über gerade einmal ein Drittel dieser Zellen.

Ein neuer Partner bringt einen neuartigen und fremden Geruch mit ins Haus. Es kann eine Herausforderung für Katzen bedeuten, ihn zu akzeptieren. Gelingen kann das mit dem folgenden Trick – er ist besonders bei Katzen geeignet, die gerne mit im Bett schlafen:

Bitte deinen Partner für mehrere Nächte das gleiche T-Shirt beim Schlafen zu tragen und ziehe ebenfalls für mindestens zwei Nächte das gleiche T-Shirt an.

Tauscht danach die T-Shirts miteinander und lockt dann die Katze zu euch ins Schlafzimmer. Versuche ganz bewusst mit deiner Katze in Kontakt zu treten, nimm sie zum Beispiel auf den Arm, oder auf deinen Schoss und streichle sie, sprich dabei sanft mit ihr.

Der Sinn dahinter ist, dass die Katze den fremden Körpergeruch an dir zwar unbewusst wahrnehmen wird, ihre bewusste Wahrnehmung jedoch dabei auf etwas anderes, schönes, gelenkt wird.

2. Den Feind zum Freund werden lassen

Liebe geht durch den Magen, sagt bereits ein altes Sprichwort. Im Falle von Katzen gilt das ganz besonders: Ein Leckerli zur Rechten Zeit konnte schon so manche Berge versetzen und das Eis zwischen Katzen und den Eindringlingen in ihrem Reich zum Schmelzen bringen.

Ideal ist es, wenn der neue Partner die Fütterung der Katze komplett übernehmen kann.

So verbindet das Tier automatisch etwas Positives mit diesem Menschen und baut ihre anfänglichen negativen Emotionen nach und nach ab. Es dauert oft nicht lang, bis die Katze von sich aus auf den Partner zugeht, wenn es Zeit zum füttern ist. Das Eis ist endgültig gebrochen, wenn die Katze sich von ihm (oder ihr) streicheln lässt und es erst danach etwas zu fressen gibt.

3. Cool bleiben und einfühlsam sein

Wenn deine Katze eifersüchtig auf deinen Partner ist, lautet die wichtigste Regel:

Cool bleiben und die Aggression des Tieres, etwa durch anschreien, nicht noch zusätzlich anheizen!

Das kann vor allem in Situationen schwer fallen, in denen die Katze den Partner plötzlich anfaucht, oder ihn sogar beißt und kratzt.

Katzen spüren gute Menschen, sagen Katzenliebhaber. Wenn dein Partner sich trotz aller ihm entgegen schlagenden Antipathie einfühlsam gegenüber der Katze verhält, fällt es ihr leichter nach und nach doch noch Vertrauen zu gewinnen.

Experten beschreiben dieses Vorgehen auch als paradoxe Intervention: Indem sich dein Partner besonders liebevoll zeigt, also genau so, wie es die Katze eigentlich nicht erwarten würde, nehmt ihr der gesamten Situation einiges an Schärfe und legt den Grundstein für ein harmonisches Miteinander.

4. Nicht unter Druck setzen lassen

Ich oder die Katze – wer einen anderen Menschen wirklich liebt, würde der geliebten Person solch eine Entscheidung niemals zumuten. Emotionale Erpressung ist selten eine gute Basis für eine wertschätzende Beziehung auf Augenhöhe.

Es kann allerdings eine Option sein, dem Partner zu Liebe Kompromisse in Sachen Katze einzugehen.

Ein vom katzenlosen Partner nicht selten geforderter Tribut ist, das dass Bett ab sofort zur katzenfreien Zone erklärt werden müsste.

5. Das Bett als katzenfreie Zone: So klappt es!

Weil Katzen ausgesprochene Gewohnheitstiere sind, kann es schwierig werden sie aus dem einmal lieb gewonnenen Bett zu verbannen. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte sich am besten schon im Vorfeld eine attraktive Alternative für die berechtigten Ansprüche der Mieze auf ein gemütliches, warmes Plätzchen überlegen.

Es ist möglich die Katze weiterhin im Schlafzimmer schlafen zu lassen und ihr darin ihr eigenes, alternatives Plätzchen zum schlummern und dösen anzubieten. Das kann ein flauschiges Katzenbett auf einem Sessel oder Stuhl sein, oder eine gemütliche Katzenhöhle.

Welche 3 Eigenschaften solch ein „special place“ aus Katzensicht erfüllen muss, erklärt die Tierforscherin Zazie Todd (PhD):

1. Die passende Größe: Katzen bevorzugen Orte, die sich gut an ihre Körper anschmiegen. Katzen suchen solche Orte auch oft von sich aus auf – zahlreiche Fotos von Katzen in viel zu kleinen Kartons können das bezeugen.

2. Gefühl von Sicherheit: Eine erhöhte Position bietet Distanz zum Geschehen und ermöglicht es Katzen alles stets im Blick zu behalten. Das Verweilen auf erhöhten Plätzen, wie Kratzbäumen oder Schränken, vermittelt Katzen ein Gefühl von Sicherheit. Das Erfüllen dieses Bedürfnisses ist von hoher Bedeutung, wenn es darum geht sich an die Gegenwart eines neuen Partners zu gewöhnen.

3. Gemütlichkeit: Eine Alternative zum menschlichen Bett darf gerne umschlossen sein und sich höhlenartig anfühlen. Einen Pluspunkt gibt es aus Katzensicht, wenn der Ort dazu noch schön kuschelig und warm ist.

Fazit

Wenn Katzen im Tierheim landen, ist ein neuer Partner im Leben ihres Halters ein häufiger Grund. Plötzlich stört das Tier und Lösungen lassen sich oft nicht ohne weiteres finden.

Für Katzenhalter kann es durchaus nervenaufreibend sein, sowohl den Ansprüchen ihrer Tiere, als auch denen eines neuen Partners gerecht werden zu wollen. Kompromisse sind meist nicht auf Knopfdruck verfügbar und erfordern einiges an Einfühlungsvermögen und Geduld.

Wichtig ist es sich stets zu vergegenwärtigen, dass kein Tier aus Bosheit handelt. Katzen sind dafür bekannt öfter einmal launisch zu sein. Sie mögen es gar nicht bedrängt zu werden! Katzen wollen, was sie wollen – aber eben nur dann, wenn sie es wollen. Der wichtigste Faktor für eine gelungene Beziehung zwischen einem neuen Partner und der Katze ist darum schlichtweg Zeit.

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