Altersvorsorge für Katzen: Das müsst ihr beachten, wenn Miezi in die Jahre kommt!

Alte Katze: Woraus soll man bei Seniorenkatzen achten?

Auch Haustiere verändern sich, wenn sie älter werden: Die Augen und Ohren funktionieren nicht mehr so gut, der Stoffwechsel verlangsamt sich und das Bedürfnis nach Ruhe steigt. Woran erkennt man, dass die eigene Katze alt wird und worauf sollten Halter im Umgang mit einem älteren Kätzchen achten?

Die wichtigste Frage gleich vorab: Ab wann gilt eine Katze eigentlich als alt? Je nachdem, wen man fragt, kann man auf diese Frage nämlich durchaus verschiedene Antworten erhalten! Die Katzenexpertin Birga Dexel spricht in ihrem Buch Mehrere Katzen halten: Mein Wissen aus der Katzenpraxis von Seniorenkatzen, sobald die Tiere ein Alter von 10 Jahren erreicht haben.

Ab einem Alter von 10 Jahren können sich also die ersten Alterserscheinungen bei Katzen zeigen, doch auch für Katzen gilt: Man ist so alt, wie man sich fühlt!

Doch wie alt fühlt sich die eigene Katze? Gerade bei Katzen ist es häufig nicht leicht, Anzeichen von (Alters-)Schwäche zu erkennen, denn es liegt in der Natur der Tiere, diese zu verbergen. Ein erster, jedoch eher subtiler Hinweis, kann ein verändertes Temperaturempfinden sein: Sucht die Samtpfote in letzter Zeit häufiger warme Plätze auf? Dann könnte es ein Zeichen dafür sein, dass sie langsam alt wird.

Was gilt es für Halter zu beachten, um den veränderten Bedürfnissen ihres Haustieres im Alter gerecht zu werden? 7 Tipps, worauf Halter achten sollten, und wie man älteren Katzen einen schönen Lebensabend bieten kann.

1. Wird meine Katze langsam alt? Änderungen im Verhalten können es zeigen

Fast die Hälfte aller Katzen entwickelt im Laufe ihrer zweiten Lebenshälfte eine chronische Erkrankung. Zu den häufigsten gehören die chronische Niereninsuffizienz (CNI), eine Schilddrüsenerkrankung und Diabetes. Für alle diese Erkrankungen gilt: Werden sie frühzeitig erkannt und mit den passenden Medikamenten behandelt, können die betroffene Tiere noch ein langes Leben vor sich haben und ein ganz normales Katzenalter erreichen.


Weiterlesen: Katzenkrankheiten im Alter: Die 7 häufigsten Alterserkrankungen


Wichtig zu wissen: Chronische Erkrankungen beginnen bei Katzen schleichend! Im veränderten Verhalten eines Tieres lassen sich aber fast immer Frühwarnzeichen erkennen.

Konkret sollten Halter ein Auge darauf haben, ob ihre Katze plötzlich mehr trinkt als sonst, oder häufiger uriniert. Auch vermehrtes Erbrechen, Probleme mit der Atmung und die Beschaffenheit des Kots sollten sie im Blick behalten. Im Zweifelsfall gilt: Lieber einen Termin beim Tierarzt vereinbaren!

2. Das Gewicht des Haustieres im Blick behalten

Wenn wir älter werden, verlieren unsere Körper an Muskelmasse. Der Effekt ist, dass wir abnehmen und auch optisch schmaler werden und genauso geht es Katzen! Es kann darum völlig normal sein, wenn eine Katze mit zunehmenden Alter weniger Gewicht auf die Waage bringt.

Aufmerksam werden sollten Halter jedoch, wenn ihr Tier über einen kurzen Zeitraum hinweg stark an Gewicht verliert. Ein schneller Gewichtsverlust, für den es scheinbar keine Erklärung gibt, kann ein Zeichen für Krebs sein. Das Idealgewicht einer Katze ist übrigens individuell verschieden und abhängig von der Körpergröße des Tieres, sowie seiner Rasse.

Das Normalgewicht von Hauskatzen und Kater liegt normalerweise zwischen 4 und 5 Kilogramm. Ein einfacher Test kann zeigen, ob die eigenen Katze zu dick ist.

3. Alte Katze: Hat sie Schmerzen?

Wer Katzen hat, sollte wissen: Die Tiere sind kleine Meister darin, Schmerzen vor uns zu verbergen! Schon kleine Veränderungen können ein Zeichen dafür sein, dass eine Katze krank ist oder Schmerzen hat. Es ist darum wichtig, die „normalen“ Verhaltensmuster seiner Katze gut zu kennen, um Abweichungen davon frühzeitig zu bemerken – und gegebenenfalls einen Termin beim Tierarzt vereinbaren zu können!

Weil das Thema Schmerzen bei Katzen sehr umfassend ist, gibt es auf Cat-News.net einen eigenen Artikel zu diesem Thema.


Weiterlesen: Hat meine Katze Schmerzen? So findest Du es heraus!


4. Vorsorgeuntersuchungen: Ab wann sind sie wichtig?

Tierärzte raten oft dazu, bei Samtpfoten ab einem Lebensalter von 10 oder 12 Jahren mindestens einmal jährlich eine Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen.

Schon durch eine Blutuntersuchung lassen sich viele Katzenkrankheiten im Alter frühzeitig diagnostizieren und behandeln. Ist eine Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten, genügen häufig sanftere Medikamente, oder kleinere Dosierungen, die besser verträglich sind.


Weiterlesen: Katzenkrankheiten im Alter: 7 häufige Alterserkrankungen und was hilft


5. Demenz bei Katzen: Erste Anzeichen richtig deuten

Ist meine Katze dement? Zwischen 10 und 12 Jahren verändert sich die Hirnchemie bei Katzen. Die meisten dieser Veränderungen sind ganz natürlich und für sich genommen nicht krankhaft! Aus diesem Grund spricht man mittlerweile auch bei Hunden und Katzen von Demenz.

Woran erkennt man eine beginnende Demenz? Ständiges miauen, vor allem nachts, ist bei älteren Katzen ein frühes Anzeichen einer beginnenden Demenz. Diese kognitive Dysfunktion kann im Fall von Katzen allerdings nicht medikamentös behandelt werden: Es gibt bis heute kein Präparat, dass bei den Tieren zugelassen ist.

Wie lässt sich dementen Katzen helfen? Besonders wichtig ist es, betroffenen Tieren Orientierung zu geben! Rituale können das leisten und dazu gehören etwa feste Futter- und Spielzeiten. Außerdem sollten Gefahrenquellen in der Wohnung eliminiert werden, damit die Katze sich nicht verletzen kann.

6. Intelligenz-Spielzeuge können helfen, Demenz vorzubeugen

Bei Intelligenz-Spielzeugen für Katzen muss das Tier meist eine kleine Aufgabe lösen, um an einen Snack zu gelangen. Geeignet sind sie aber vor allem für die jüngeren unter den Seniorkatzen: Muss das Tier regelmäßig sein Köpfchen anstrengen, so kann das eine gute, demenzvorbeugende Maßnahme sein!

Ideal geeignet ist in diesem Zusammenhang auch das Training mit dem Clicker. Sofern die Katze es schon kennt, darf das Clickertraining auch bei einer vorliegenden Demenz gern beibehalten werden (wenn die Katze es möchte). Der Verlauf der Erkrankung lässt sich durch das regelmäßige Training zwar nicht vollständig aufhalten, doch es besteht die Chance, dass er sich verlangsamt.

7. Ein warmes Plätzchen schaffen

In ihrem Interview über Seniorkatzen hat uns Birga Dexel berichtet:

„Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich im Rahmen meiner therapeutischen Arbeit in sehr kalte Wohnungen komme, in denen ältere Katzen leben.“

Ältere Katzen frieren leichter, weil sie durch den Alterungsprozess an Muskelmasse verlieren. Über ein schönes, warmes Plätzchen zu verfügen, ist also gerade für ältere Katzen ein Muss!

Wer angesichts steigender Energiekosten die eigene Wohnung nicht ganztägig beheizen möchte, sollte anderweitig dafür sorgen, dass ein Katzensenior in seinem Zuhause nicht frieren muss.

Neben durch Strom betriebene Heizkissen für Haustiere, gibt es inzwischen auch selbstheizende Haustierdecken, die ganz ohne eine externe Energiezufuhr auskommen. Wärme entsteht dadurch, dass das Material die Eigenwärme des Haustieres gewissermaßen reflektiert und so stets für ein wohlig warmes Plätzchen sorgt, sobald das Tier sich darauf legt.

Fazit

Wann eine Katze alt ist, ist individuell verschieden und – wie bei uns Menschen – abhängig von der Lebensweise. Lebt eine Katze ausschließlich in der Wohnung, haben wir Halter darauf einen höheren Einfluss, als dies bei Freigängertieren der Fall wäre. Wir können beispielsweise sehr genau kontrollieren, was die eigene Katze frisst – ein hochwertiges, fleischreiches Katzenfutter bietet dem Katzenkörper alle essentiellen Nährstoffe und kann sich daher lebensverlängernd auswirken.

Intelligenz-Spielzeuge können eine zusätzliche gute Ergänzung zur Altersvorsorge für Katzen sein, denn sie helfen, den Geist auf Trab zu halten.


Weiterlesen: Katzenalter in Menschenjahren berechnen: So alt ist deine Katze wirklich!


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