Wie lange braucht ein Kätzchen, bis es seine Mutter nicht mehr vermisst?

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Nicht ohne Grund raten Tierexperten immer wieder dazu, ein Kätzchen nicht zu früh von seiner Mutter zu trennen: Studien konnten zeigen, dass eine zu frühe Trennung später zu einer erhöhten Aggressivität bei den Tieren führt. Bis ein Kätzchen seine Mutter vergessen hat, braucht es noch länger.

Wer erst wenige Wochen alte Katzenbabys zu vermitteln versucht, der wird sich vor Anfragen vermutlich kaum retten können. Kein Wunder, sind doch Katzenbabys ungefähr das Süßeste, was es auf dieser Welt gibt.

Lange rieten Experten dazu ein Kätzchen nicht vor acht Wochen von seiner Mutter zu trennen. Noch besser sei es, wenn die Mutter mit ihren Katzenbabys 12 Wochen zusammenbleiben könne. Tierforscher aus Finnland haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass selbst das noch zu früh sein könnte.

Mehr als 5.700 Katzen in finnischen Haushalten wurden für die Studie untersucht, ihre Halter umfassend zum Zustand und Wesen ihrer Tiere befragt. Ergebnis: Solche Katzen, die bereits in der achten Woche oder noch früher von ihrer Mutter getrennt wurden, zeigten später häufig ein erhöhtes Aggressionspotenzial gegenüber Menschen und Artgenossen.

Als Grund nehmen die Forscher an, dass frühgetrennte Kätzchen weniger Schutz durch ihre Mutter erfahren konnten und so ein geringeres Selbstbewusstsein entwickelten, das bedeutet: Wer zuerst austeilt, dem kann man weniger Angst machen. Ein ähnlicher Mechanismus wurde in vergleichbaren Studien auch schon beim Menschen entdeckt.

Abrupte Trennung erzeugt neurotisches Verhalten

Katzen die zu früh von der Mutter getrennt wurden, entwickeln als erwachsene Tiere laut der Studie aus Finnland auch deutlich häufiger Zwangsneurosen. Dazu gehören etwa exzessives Putzen sowie saugen und knabbern am eigenen Fell, an Artgenossen oder am Menschen. Sie tun dies, weil sie abrupt von den Zitzen ihrer Mutter getrennt wurden und so ihr Saugreflex nie richtig abtrainiert werden konnte, vermuten die Tierforscher.

Vermittelt werden sollten Kätzchen deshalb am besten erst ab einem Alter von 14 Wochen. Erst dann hätten junge Katzen zuverlässig gelernt alleine zu fressen, sich Futter zu beschaffen, zu spielen, die Toilette zu benutzen sowie mit Menschen und (noch) fremden Katzen zusammenzuleben.

Mit 14 Wochen besitzen Katzen die nötige Reife, um sich von ihrer Mutter abzunabeln. Es beginnt nun ein neuer Lebenszyklus für die Tiere, die Jugendzeit. Sie ist das perfekte Alter, um hinaus in die Welt zu gehen.

Wie lange braucht ein Kätzchen, bis es seine Mutter vergessen hat?

Kleine Kätzchen sind ausgesprochen geruchsorientiert. Um die Trennung von der Katzenmama leichter zu gestalten, kann es zum Beispiel helfen eine Decke, oder ein ähnliches Textil, mit in das neue Zuhause zu nehmen. Sofern die Möglichkeit besteht, kann auch schon im Vorfeld der Vermittlung ein Textil, etwa ein T-Shirt, des neuen Halters dem Kitten untergejubelt werden, damit es dessen Geruch bereits kennt.

Anzeichen für Trennungsschmerz bei jungen Kätzchen

Junge Kätzchen, die frisch von ihrer Mutter getrennt wurden, benötigen eine Weile, um die neuen Bedingungen zu akzeptieren. In dieser Zeit kann es passieren, dass sie suchend umherlaufen und dabei eindringlich miauen.

Typisch ist auch ein verminderter Appetit. Manche Kätzchen suchen sich einen Ersatz für die Zitzen ihrer Mutter. Sie saugen dann an Dingen wie Kissen, Decken oder an auch an ihren Menschen.

Wird ein jugendliches Kätzchen in einen fürsorglichen Menschenhaushalt vermittelt, deren Mitglieder sensibel für seine Entwöhnungsproblematik sind, ist der Trennungsschmerz meist schnell verarbeitet. Auch die Möglichkeit des Zusammenlebens mit mindestens einem Artgenossen ist dabei ein entscheidender Faktor.

Unter günstigen Umständen vermisst ein Kätzchen seine Katzenmama nur kurze Zeit, einige Tage bis wenige Wochen. Was allen Kätzchen dabei eindeutig hilft, ist Ablenkung.

Bis zu ihrem ersten Geburtstag sind Katzen voller Tatendrang, extrem neugierig und aufgeschlossen. Leidet eine Katze sichtlich unter dem Trennungsschmerz seiner Mutter, ist gegensteuern angesagt.

Mehr Tipps gibt es in diesem Artikel: So wohnen Katzen am liebsten: 6 Tipps, um die Wohnung stubentigerfreundlich zu gestalten.

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