Buchrezension „Seelenkater“: Über die kleinen Wunder in der Mensch-Tier-Beziehung

Für viele Menschen gehören Katzen ganz klar zur Familie dazu. Der Autorin und Katzenliebhaberin Tamara Schenk geht es da nicht anders. Ihr Buch „Seelenkater“ ist ein Buch über die Mensch-Tier-Beziehung über alltägliche Grenzen hinweg: Es ist ein Buch des Abschiednehmens, doch gleichzeitig macht es Hoffnung darauf, dass echte Verbundenheit Bestand für die Ewigkeit haben kann.

Ganz bewusst hatte sich die Buchautorin Tamara Schenk 2015 dazu entschieden, zwei ältere Katzen aus dem Tierschutz bei sich aufzunehmen. Mehr als zehn Jahre hatten die Kater Max und Flix bereits auf dem Buckel, als sie ein neues Zuhause bei ihr fanden. Die Tiere sollten einiges an Gepäck mitbringen – eine Herausforderung, die wohl nicht jeder Tierfreund auf sich nehmen würde.

Als die beiden Kater in ihrem Für-immer-Zuhause angekommen waren, blühten sie sichtlich auf. Es ist dies der wohl schönste Lohn für alle, die sich auf ähnliche Weise solchen Tieren annehmen, die so recht niemand mehr will.

Der rote Max wird mit seinen strammen sechs Kilogramm schnell zum Chefkater im Haus. Den scheuen und wesentlich kleineren Flix stört das nicht, im Gegenteil: Er lässt dem Starken gerne den Vortritt, etwa wenn es darum geht herauszufinden, ob eine Person in Ordnung ist, oder man erst einmal auf Abstand gehen sollte.

Ein Gespräch der besonderen Art sorgt für Klarheit zu Flix‘ Vergangenheit

Die Zurückgezogenheit und Schreckhaftigkeit von Kater Flix bereitete seinem neuen Frauchen zunehmend Gedanken. Was war der kleinen Seele in der Vergangenheit widerfahren, dass sie so ängstlich werden ließ? Eine Tierkommunikatorin sollte mehr über das frühere Leben des Katers in Erfahrung bringen. Flix, so fand die Frau mit der besonderen Gabe heraus, habe früher wohl recht viel um Zuneigung kämpfen müssen. Das eine oder andere Mal sei er dabei wohl auch von Menschen enttäuscht worden.

Die Schilderung dieses Gesprächs und weiterer, darauf folgender Gespräche ähnlicher Art, ist in „Seelenkater“ derart eindrücklich beschrieben, dass es sogar eher rational denkende Leser nicht kalt lassen kann.

Auch den Kater habe die spezielle Unterhaltung verändert: „Er wirkte sehr erleichtert, dass er seine Erlebnisse jemandem anvertrauen konnte“. Für Tamara Schenk war das Gespräch der Einstieg in die Welt der Tierkommunikation. Eine umfassende Ausbildung folgte und heute bietet sie selbst neben der energetischen Arbeit solche Gespräche an.

Als ein Kater krank wird, erkrankt kurz darauf auch sein Freund

In „Seelenkater“ erfährt der Leser viel über Erkrankungen bei Katzen, über Therapien, die Hoffnung machen und schließlich über die Phasen des Abschiednehmens. Gleichzeitig lässt das Buch Raum für die witzigen, die schönen Momente in der Mensch-Tier-Beziehung. Das gemeinsame Frühstücksritual in der aufgehenden Morgensonne gehört hier genauso dazu, wie die Schilderung der kuriosen Vorliebe eines der Kater für Balkon-Himbeeren.

Eine emotionale Achterbahnfahrt beginnt für die Autorin, als beide Tiere kurz nacheinander krank werden. Kater Max kam bereits mit der Diagnose CNI (Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen) in sein neues Zuhause, doch durch eine ganzheitliche Therapie ließ sich die Erkrankung gut in Schach halten. Später entwickelte er dann einen Lymphdrüsenkrebs – aufgrund der Vorerkrankung erschien eine schulmedizinische Behandlung als heikel. Die Tierärztin stellte keine günstige Prognose hinsichtlich seiner Genesung.

Es sind dies Momente, die wohl die meisten Tierhalter kennen: Als Mensch stehen wir in voller Verantwortung und müssen entscheiden, welche Behandlung wir einem geliebten, jedoch unheilbar kranken Tier, zumuten wollen. Es sind nicht wenige die glauben, dass uns unsere anvertrauten Tiere in solchen Situationen unmissverständliche Signale senden, mit deren Hilfe wir den Wunsch zu leben, oder zu gehen, erahnen können. Der Autorin ist es gelungen diese Vorgänge mit größter Behutsamkeit zu schildern.

Gleich zu Beginn des Buchs lässt Tamara Schenk ihre Leser wissen, wie genau es zu dem Buch „Seelenkater“ eigentlich kam: Den Auftrag es zu schreiben, habe ihr Kater Max kurz vor dem Antritt seiner letzten Reise erteilt:

„Mit einem klaren Ziel: Damit ich nach seinem Tod nicht in ein Loch falle und vor Traurigkeit vergehe. Er wollte mich immer lachen sehen, fröhlich, wie ich den Moment genieße. Letzteres ist wohl eine tierische Kernbotschaft für uns Menschen.“

„Seelenkater“ ist besonders für Leser geeignet, die an einer achtsamen, vielleicht auch spirituellen Verbindung mit Tieren interessiert sind. Hilfreich und aufbauend ist es auch für alle, die vielleicht gerade selbst ein geliebtes Tier verloren haben, oder seiner letzten Reise entgegen sehen. Es kann via seelen-kater.de oder überall online bestellt werden (Hardcover / 19.90 Euro).

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