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Mensch-Tier-Beziehung: 5 aktuelle Erkenntnisse von Tierpsychologen

Mensch-Tier-Beziehung

Hochkarätige Wissenschaftler kommen alljährlich auf dem Kongress Animalicum in Bregenz zusammen, um die neuesten Themen der Haustierpsychologie zu diksutieren. Wichtigste Erkenntnis in diesem Jahr: Wo der Zusammenhalt in der Gesellschaft schwindet, wird die Mensch-Tier-Beziehung immer wichtiger.

Schon immer pflegte der Mensch eine enge Beziehung zu seinem Tier – jedenfalls seitdem er sich Hunde und Katzen als Begleiter im eigenen Haushalt hält. Mit der Zeit hat das Zusammenleben sowohl den Menschen als auch das Tier verändert. Die Mensch-Tier-Beziehung ist heute eine andere, als sie es noch vor 50 oder mehr Jahren war.

Heute erforschen sogar bestimmte Zweige der Psychologie ausschließlich die Mensch-Tier-Beziehung. Der Tierkongress Animalicum im österreichischen Bregenz fand in diesem Jahr zwar erst zum zweiten Mal statt, er ist aber schon jetzt so etwas wie ein neuer Hotspot für Tierpsychologen, Tierverhaltensforscher und Veterinärmediziner aus aller Welt.

Ihr konntet nicht dabei sein? Kein Problem! In diesem Beitrag haben wir die 5 wichtigsten Themen des Tierkongress zusammengefasst.

1. Hunde- und Katzenmenschen gibt es nicht

Katzen sind eigensinnig und werden von Menschen bevorzugt, die ebenfalls diese Charaktereigenschaft aufweisen. Hunde hingegen sind treue Gefährten und leben deshalb besonders oft bei Menschen, denen Zuverlässigkeit wichtig ist. Dass die Menschheit sich prinzipiell in Hunde- und Katzenmenschen aufteilen lässt, haben wir lange Zeit geglaubt. In Wahrheit verbirgt sich hinter dieser Zuordnung wohl eher ein rein menschliches Bedürfnis, alles irgendwie in Schubladen stecken zu wollen.

Birgit U. Stetina ist klinische Psychologin und Leiterin der Spezialambulanz Mensch-Tier-Beziehung der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien: „Bei der Zuordnung in Hunde- und Katzenmenschen geht man von der falschen Annahme aus, dass alle Hunde und Katzen gleich sind“, kritisiert sie. In Wahrheit hätten aber auch Tiere individuelle Persönlichkeitsmerkmale. Ob Hund oder Katze ist demzufolge weniger entscheidend, als der jeweilige Charakter des Tieres.

2. Die Wahl eines Haustieres folgt nach den gleichen Mustern, wie die Wahl eines Lebenspartners

In einem Partner suchen wir entweder jemanden, der uns besonders ähnlich ist, oder jemanden, der unsere Fähigkeiten möglichst gut ergänzt. Das gelte genauso auch für Haustiere, ist Psychologin Stetina ist überzeugt. Sie glaubt, dass sich das Persönlichkeitsmodell Big Five auch auf Tiere anwenden ließe. In einem psychologischen Test gibt das Big-Five-Modell Auskunft über Extrovertiertheit, Verträglichkeit, Offenheit, Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit.

3. Katzenvideos tun der Seele gut!

Jedes Kind wünscht sich früher oder später einen Hund oder eine Katze. Wohin man auch blickt sei dieses Bedürfnis auf der Welt überall in gleicher Weise zu beobachten, sagt Kurt Kotrschal, Professor für Verhaltensbiologie an der Universität Wien. Im Internet rangieren Katzen auf der Beliebtheitsskala noch vor Hunden. Womöglich ist das kein Zufall: Gerade Katzenbilder oder -videos seien besonders dazu geeignet, unser grundlegendes Bedürfnis nach emotionaler Nähe zu stillen. Sie anzusehen könnte für viele Menschen eine unbewusste Strategie sein, besser mit Schreckensbildern und -nachrichten umzugehen.

4. Mensch-Tier-Beziehung: Haustiere ersetzen verlorene Emotionalität

Durch die Digitalisierung und Technologisierung gingen in der westlichen Welt immer mehr menschliche Werte verloren, sagen Zukunftsforscher. Der Umgang mit Hunden und Katzen biete hierfür einen Ausgleich: Sie geben uns Zuneigung ohne Forderung nach Gegenleistung und betrachten ihre Herrchen und Frauchen vorurteilsfrei, sagt Tierpsychologin Stetina. Hunde und Katzen böten „unmittelbare Emotionalität“ und eine „Art der Beziehungsfähigkeit, die Menschen nicht haben“, so die Psychologin weiter.

5. Immer mehr Menschen wünschen sich artgerechten Umgang mit Tieren

Die öffentliche Empörung über Verstöße in der Massentierhaltung oder beim Thema Tierversuche nehme gesamtgesellschaftlich zu, wie der Wiener Philosoph und Ethikexperte Martin Huth feststellt. Auffällig ist für den Philosophen jedoch, dass der Begriff artgerechte Haltung fast ausschließlich auf Nutztiere bezogen werde. Für Haustiere werde eine artgerechte Haltung stillschweigend als gegeben vorausgesetzt, kritisiert er. „Wie man seinen Hund, seine Katze hält, ist für viele Tierhalter Privatsache, sie wünschen keine öffentliche Einmischung“, sagt Huth. Dabei entsprächen die Rahmenbedingungen nicht immer auch den natürlichen Bedürfnissen des Tieres.

Fazit: Tiere tun uns gut und wir sollten alles dafür tun, damit sie sich mit uns ebenfalls gut fühlen!

 

Quelle: DerStandard.at

Weiterlesen: Warum eine Katze besser helfen kann, als jeder Therapeut!

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