Liebesbisse bei Katzen: Was sie bedeuten, weshalb sie geschehen

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Du streichelst gedankenverloren deine Katze, sie schnurrt wohlig auf dir – dann beißt sie zu! Ist es ein Katzenliebesbiss, oder ein echter Katzenbiss? In diesem Artikel lernst Du den Unterschied kennen und wie man mit beidem richtig umgeht.

Wir Katzenhalter gehören vermutlich zu dem leidenschaftlichsten Teil der Bevölkerung, denn wir lieben unsere Haustiere! Wir schmusen mit unseren Herzenstigern, füttern sie, kümmern uns, wenn sie krank sind und fotografieren sie ständig und zu allen Gelegenheiten.

Wir möchten ihnen all unsere Liebe schenken und wünschen uns, dass auch sie uns gern haben. In unserer Liebestrunkenheit kann es nun leider allzu leicht passieren, dass wir auch einmal einen Schritt zu weit gehen. Fühlen sich Katzen durch unsere Zuwendung überwältigt, kann ihre Stimmung blitzartig umschlagen.

Jeder der schon einmal länger mit Katzen zusammengelebt hat, kann zu diesem Thema mit eine ganz eigene Geschichte erzählen. Wir wollen heute gemeinsam herausfinden, was den Katzenliebesbiss von einem echten Katzenbissen unterscheidet.

Was will mir meine Katze sagen?

Das Miauen kann uns nur zu einem gewissen Teil Auskunft über Emotionen geben. Es ist vor allem der Körper, der bei Katzen spricht: Über ihre Körpersprache können wir in aller Regel einen deutlich besseren Eindruck darüber gewinnen, wie sich unsere Katze gerade fühlt.

Angelegte Ohren, ein tiefes Brummen und ein zuckender Schwanz sind unmissverständliche Signale. Solch eine Katze will sagen „Bleib sofort fern von mir!“. Die Katze wurde in eine akute Bedrohungslage versetzt und wird sich zur Not verteidigen.

Beim Streicheln von Katzen sollte darum jeder die eskalierenden Signale kennen, die einen Angriff ankündigen. Katzenbisse können ernstzunehmende Stichwunden verursachen!

Dabei sehen sie oft harmlos aus und schließen sich zügig. Weil Katzen zahlreiche Bakterien im Maul haben, kann unter der Haut eine ernsthafte Infektion entstehen.

Katze beißt beim Streicheln, dabei war gerade noch alles gut – was ist geschehen?

Der Katzen-Experte Jackson Galaxy bezeichnete das Phänomen in einem Interview mit der australischen Zeitung Sydney Morning Herald als Streichel-induzierte Reizüberflutung. So könnten die Haarfolikelrezeptoren einer Katze nur ein gewisses Maß an Stimulierung vertragen. Irgendwann schlage das wohlige Gefühl in Unbehagen oder sogar Schmerz um. Die Katze versucht reflexartig diesen Zustand zu beenden – und beißt zu!

Die Tierärztin Dr. Karen Becker erklärt, dass es sie an die spielerische Art und Weise erinnert, mit der Kätzchen untereinander umgehen. Vermutlich sei das Verhalten ein Überbleibsel aus den Kindertagen von Katzen:

„Je älter die Kätzchen eines Wurfs werden, umso gröber wird die Art, mit der sie zusammen spielen. Das Beißen der Geschwister erfüllt eine wichtige Funktion für die soziale Bindung der Tiere und bereitet sie auf das Erwachsenenalter vor.“

Bisse von kleinen Kätzchen können eine spaßige Angelegenheit sein, doch bei einer erwachsenen Katze sieht das schon anders aus.

Was tun nach einem Katzenliebesbiss?

Die beste Lösung für dieses Problem besteht darin, es gar nicht erst entstehen zu lassen! Katzenliebesbisse geschehen nicht aus dem Nichts heraus, sondern kündigen sich im Gegenteil durch sichtbare Vorzeichen an. Diese sind im wesentlichen drei:

  • Geweitete Pupillen
  • Peitschen mit dem Katzenschwanz
  • Anlegen der Ohren

Nimmt man diese Signale wahr, sollte man sofort aufhören das Tier weiter zu streicheln. Manche Katzen bleiben dann trotzdem weiterhin bei ihrem Herrchen oder Frauchen sitzen, möchten aber nicht länger intensiv gestreichelt werden. Andere wenden sich ab, oder ergreifen schlagartig die Flucht.

Ist ein Katzenbiss ein Fall für den Arzt?

Ein Katzenbiss kann fatale Folgen haben. Wenn es auch eher unwahrscheinlich ist: Im schlimmsten Fall kann solch ein Biss sogar zum Tode führen! Im Katzenmaul lauern gefährliche Bakterien, die sich mit den spitzen Zähnen der Katze bis tief in die Haut einbohren können.

Eine sofortige Desinfektion der Wunde ist darum unerlässlich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte einem Arzt die Bisswunde zeigen. Ein Fall für den Mediziner ist ein Katzenbiss in jedem Fall dann, wenn die betroffene Stelle anschwillt, sich ringsherum rötlich färbt oder entzündet.

Wenn Katzen häufiger nach menschlichen Händen schnappen, kann übrigens auch eine fehlerhafte Prägung die Ursache sein. Zur eigenen Sicherheit sollten Katzen beim Spielen immer mit einem Katzenspielzeug unterhalten werden. Die menschliche Hand ist ein schlechter Ersatz für einen fehlenden Sozialpartner und ein häufiger Anlass, wenn erwachsene Katzen öfter mal zubeißen.

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