Im falschen Körper geboren? Mädchen darf sich offiziell als Katze identifizieren

Mädchen identifiziert sich als Katze

Sie bewegt sich mit Vorliebe auf allen Vieren fort und schreit vor Schmerz, sobald sich jemand versehentlich auf ihren Katzenschwanz setzt. Ihre Schulleitung hat dem Mädchen nun offiziell erlaubt, auch im Unterricht eine Katze zu sein.

Von geschlechtsangleichenden Operationen haben wir früher eher selten gehört. Die Geschichte des Leichtathleten Balian Buschbaum, der 1980 als Frau geboren wurde, war Mitte der 2000er Jahre vermutlich eine der ersten, die einem größeren (Fernseh-)Publikum bekannt wurde.

2005 führten Mediziner in Deutschland laut Statistik 883 geschlechtsangleichende Eingriffe durch, 2019 waren es mit 2.324 Operationen fast dreimal so viele. Heute ist das Thema Transidentität im Mainstream angekommen – könnten bald Menschen folgen, die sich der falschen Spezies zugehörig fühlen?

An einer Privatschule im australischen Brisbane hat sich eine Gruppe von Jugendlichen zusammengeschlossen, die für ihr Recht, sich öffentlich als Katzen zu identifizieren, eintritt. In einer amerikanischen Kleinstadt bekamen es Lehrer und Erziehungsberechtigte mit einem ganz ähnlichen Phänomen zu tun.

Die Teenager verbindet, dass sie sich am liebsten auf allen Vieren fortbewegen und im Alltag stark darum bemüht sind, als Katzen erkannt und behandelt zu werden.

Schülerinnen treten für Recht auf Selbst-Identifikation als Katzen ein

Um etwa Platz für selbstgebastelte Katzenschwänze zu schaffen, sollen die australischen Schülerinnen auch ihre Schuluniformen durchlöchert haben. Als sich ein Mitschüler versehentlich auf einen dieser Katzenschwänze gesetzt habe, soll das Mädchen laut aufgeschrien und sprichwörtlich kratzbürstig reagiert haben.

Mehreren Medienberichten zu Folge ist es einer der als Katze identifizierten Schülerinnen in Australien auch vor Lehrern im Unterricht gelungen, sich offiziell als Samtpfote ausgeben zu dürfen. Obwohl sie in der Schule so gut wie niemals spreche, wird die Achtklässlerin als aufgeweckte Teenagerin beschrieben. Sie agiere ausschließlich non-verbal und soll über eine überdurchschnittlich hohe Intelligenz verfügen.

Ein Elternteil des Mädchens bestätigte gegenüber der Zeitung Herald Sun, dass die Lehrer der Entscheidung ihrer Tochter größtenteils mit Wohlwollen begegneten und sie in ihrem Selbstfindungsprozess unterstützen würden.

Positive Reaktionen auf Selbstfindungsprozesse von Teenagern

Die britische Tageszeitung Mirror berichtete, dass sich die Schule des Mädchens aufgrund der öffentlichen Aufmerksamkeit mittlerweile zu einem offiziellen Statement hinreißen ließ. Darin heißt es unter anderem:

„Unser Ansatz ist es, zu jederzeit einzigartig und individuell für alle Schüler da zu sein. Professionelle Beratung und das Wohlergehen jedes Schülers sind unsere wichtigsten Ziele.“

Bemerkenswert: In ihrem Statement erklärt die Schule auch, dass die betroffenen Schülerinnen „eine Reihe von Problemen im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit, Angstzuständen oder Identitätsproblemen“ hätten. Eine Person, die in engem Kontakt mit der Familie steht, erklärte gegenüber der Herald Sun:

„Niemand scheint auf dieses Phänomen wirklich spezialisiert zu sein, doch die Leitlinie ist zum Glück eindeutig: Jeder verhält sich unterstützend , solange der Unterricht nicht gestört wird.“

Als Katzen identifiziert: Geht es in Wahrheit um Furry Fandom?

Gibt es Menschen, die sich als Tiere identifizieren? Das heutige Internet ist bekanntlich so etwas wie ein globales Forum. Es gibt vielen verschiedenen Gemeinschaften die Möglichkeit zueinander zu finden, auch über Grenzen hinaus. Manchmal ermöglichen es diese Gemeinschaften ihren Anhängern, sich auf eine Weise auszudrücken, die sie von all dem befreit, was wir gemeinhin als „gesellschaftliche Normen“ betrachten. Eine dieser Subkulturen ist das so genannte Furry Fandom.

Deren Anhänger interessieren sich vor allem für anthropomorphe Tierfiguren, so wie wir sie aus Comics, Spielen oder Cartoons kennen. Auch die Mädchen aus Australien behaupten, Teil einer „pelzigen Subkultur“ zu sein. Haben die Schülerinnen am Ende ihre Umwelt lediglich erfolgreich zum Narren gehalten und das „Katzesein“ ist nicht mehr als ein schräges Hobby?

Möglicherweise sind die Teenager auch ganz einfach einer globalen Social-Media-Challenge gefolgt, derer es heute ja so einige gibt. Auf diese Weise ließe sich zumindest erklären, weshalb nahezu zeitgleich in den USA und in Australien von ganz ähnlichen Phänomenen unter Jugendlichen berichtet wird.


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