Futter-Experiment zeigt: Katzen sind so faul, wie sonst kaum ein Tier

Bevorzugen Tiere eine Gratis-Mahlzeit, wenn sie die Wahl dazu haben? Die Ergebnisse eines aktuellen, wissenschaftlichen Experiments aus den USA sind erstaunlich: Waschbären, Schweine, Hühner und viele andere Tiere arbeiten lieber, statt ohne Gegenleistung Futter abzustauben. Die einzige Ausnahme scheinen Katzen zu sein.

In der freien Wildbahn müssen alle Tiere für ihr Futter arbeiten. Sofern sie Fleischfresser sind, müssen sie ein Beutetier aufspüren, es jagen und erfolgreich zur Strecke bringen.

Wenn man regelmäßig einen vollen Magen haben möchte, kann das ganz schön anstrengend werden. Eine Gratis-Mahlzeit müsste demzufolge bei allen Tieren hochwillkommen sein. Das jedoch scheint nach einem Experiment von Dr. Mikel Delgado (PhD), Katzenexpertin und Wissenschaftlerin aus Kalifornien (USA), nicht der Fall zu sein:

„Die meisten Tiere im Experiment entschieden sich freiwillig für einen Mehraufwand – auch wenn das gleiche Futter ohne jegliche Anstrengung zu haben gewesen wäre.“

Nur Katzen bevorzugen Essen „auf die leichte Tour“

Katzenhalter haben es natürlich schon lange vermutet: Katzen lassen sich lieber bedienen, als sich großartig für ihr Futter anzustrengen! In ihrem Experiment konnte Mikel Delgado diese Vermutung nun bestätigen:

17 Katzen nahmen an der Studie teil. In Sachen Futterbeschaffung waren sich die Samtpfoten ziemlich einig: Hatten die Katzen die Wahl zwischen einem Futterrätsel und einem frei zugänglichen Teller, der exakt das gleiche Futter enthielt, entschieden sie sich ausnahmslos für die bequemere Variante.

Um das Futterrätsel zu lösen, hätten die Katzen das Futter aus einer verschachtelten Box mit der Pfote herausangeln müssen. Wie genau das funktioniert, hatte die Katzenexpertin den Stubentigern im Vorfeld ausgiebig antrainiert.

Nur insgesamt vier der 17 Katzen beschäftigten sich überhaupt mit dem Futterrätsel – und das auch erst, nachdem der frei zugängliche Teller bereits vollständig leer gefressen war. Einen Zusammenhang zur allgemeinen körperlichen Fitness der Tiere konnte Delgado keinen erkennen: Sowohl leicht übergewichtige Katzen, als auch solche mit Idealgewicht zeigten das gleiche Verhalten.

Trotz Experiment: Katzen nicht pauschal als faul bezeichnen

Ganz anders verhielten sich Waschbären, Schweine und Hühner, deren Verhalten im Futter-Experiment ebenfalls untersucht wurde. Sie bevorzugten es vor dem Fressen eine Aufgabe zu lösen, selbst wenn das gleiche Futter ohne jeglichen Aufwand verfügbar gewesen war.

Weshalb die Tiere sich für die zusätzliche Arbeit entschieden, ist der Forscherin derzeit noch unklar. Sie vermutet, dass Langweile und das Bedürfnis ihre Umwelt zu erkunden entsprechende Triebfedern sein könnten.

Doch nur weil sich Katzen sich in Sachen Futter lieber bedienen lassen, könne man daraus nicht schlussfolgern, dass die Tiere insgesamt faul wären. Wenn Katzen in der freien Natur leben, zeigen sie die Tendenz möglichst energiesparsam zu leben, so Delgado. Möglicherweise stellte das Futterrätsel für sie einfach keine besondere Herausforderung dar, für die sich der zusätzliche Energieaufwand gelohnt hätte.

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