Du bist hier
Home > Gut zu wissen > Toxoplasmose: Die 5 wichtigsten Fragen für werdende Mütter mit Katzen

Toxoplasmose: Die 5 wichtigsten Fragen für werdende Mütter mit Katzen

Wer schwanger ist, sollte besser keine Katzen halten, weil das dem Kind schaden könnte? Leider denken das bis heute viele, wenn sie das Stichwort Toxoplasmose hören. Müssen Stubentiger also vorsichtshalber abgegeben werden? Die 5 wichtigsten Fragen und Antworten für werdende Mütter mit Katzen!

ANZEIGE

Viele Frauenärzte raten noch heute werdenden Müttern dazu ihre Katzen abzugeben, um das Wohl des ungeborenen Kindes nicht zu gefährden. Grund ist ein Erreger im Kot der Tiere (Toxoplasma gondii), der Auslöser für die viel gefürchtete Toxoplasmose, die bei Foeten zu schweren Mißbildungen führen kann.

Die gute Nachricht: Katzen sind weit seltener Überträger, als bis vor Kurzem noch angenommen. Abgeschafft werden muss eine Katze also wegen einer bestehenden Schwangerschaft nicht.

Toxoplasmose: Die 5 wichtigsten Fragen für werdende Mütter

1. Können Toxoplasmen im Katzenkot mein ungeborenes Kind schädigen?

3785989291_0bac02ce99_z

Falls die Mutter bereits eine Infektion mit Toxoplasma gondii überstanden hat, was in Deutschland und Mitteleuropa sehr wahrscheinlich ist, besteht für das Kind keinerlei Gefahr. Darüber informiert unter anderem das renommierte Institut für medizinische Diagnostik (IMD) in Greifswald: So ist die Mutter schon nach einer einmaligen Infektion für den Rest ihres Lebens gegen Toxoplasmose geschützt.

Eine Infektion verläuft bei Gesunden oft ohne Symptome. Ein Antikörpertest gehört darum heute zu den routinemäßigen Untersuchungen für Schwangere. Ist das Ergebnis negativ, hat also noch niemals eine Toxoplasmose-Infektion stattgefunden, wird im weiteren Verlauf der Schwangerschaft häufig erneut getestet. Damit sollen Infektionen, die erst während der Schwangerschaft erfolgen, frühzeitig erkannt werden.

2. Wie soll man sich verhalten, wenn der Test keine Toxoplasmose-Antikörper nachweisen kann?

Anders als früher angenommen sind Katzen eher selten Überträger von Toxoplasmose. Heute weiß man, dass sich Toxoplasma gondii vor allem durch rohes Fleisch und ungewaschenes Gemüse überträgt.

5829527553_ceed478456_zDie Wahrscheinlichkeit, sich über den Verzehr von Mettwurst oder Salami anzustecken, ist also weitaus größer, als sich eine Infektion beim Saubermachen der Katzentoilette zuzuziehen.

Schwangere, bei denen keine zurückliegende Toxoplasmose-Infektion nachgewiesen werden kann, sollten also in erster Linie auf den Konsum von rohem Fleisch verzichten. Gemüse sollte unbedingt ausreichend gereinigt werden!

3. Was müssen toxoplasmose-negative Mütter für den Umgang mit Katzen beachten?

ANZEIGE

Für den Umgang mit Katzen empfehlen Tierärzte und Gynäkologen in der Regel folgende Verhaltensweisen:

  • Das Katzenklo nach Möglichkeit von einer anderen Person reinigen lassen
  • Wenn man es selbst tun will: Gummihandschuhe tragen!
  • Auf regelmäßiges Händewaschen achten, besonders nach längeren Streicheleinheiten
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) aus Berlin empfiehlt außerdem, Katzen während einer bestehenden Schwangerschaft ausschließlich mit Dosen- und/oder Trockenfutter zu ernähren. Barfen, also das Füttern mit selbst zubereitetem Fleisch und Gemüse, sollte in dieser Zeit unterbleiben.

4. Wenn das Baby auf der Welt ist: Gehen von Katzen Gefahren für Kleinkinder aus?

Grundsätzlich gilt: Toxoplasmen sind in der Schwangerschaft für das noch ungeborene Kind gefährlich. Eine Katze ist keine Gefahr für Kleinkinder – sofern sie gesund sind, sagt der Kinderarzt Dr. Andreas Busse auf der bei werdenden Eltern beliebten Plattform rund-ums-baby.de. 10382100576_deec23349b_z

Wie oben beschrieben, verlaufen Infektionen bei intaktem Immunsystem in der Mehrzahl der Fälle ganz ohne Symptome, auch bei Kleinkindern. Trotzdem sollte zur Sicherheit vor allem in den ersten zwei Jahren verstärkt auf Hygiene im Katzenhaushalt geachtet werden.

 

5. Kann man auch seine Katze auf Toxoplasmen testen lassen?

Das ist möglich, an erster Stelle sollte jedoch ein Test für die werdende Mutter stehen. Ein einmaliger Test auf Antikörper kostet beim Tierarzt zwischen 30 und 40 Euro. Dazu wird dem Tier eine Blutprobe entnommen. Weil Katzen sich den Toxoplasmose Erreger unter anderem beim Buddeln in der Erde zuziehen können, sollten vor allem Halter von Freigänger-Katzen einen Test in Erwägung ziehen. Um eine spätere Infektion zu vermeiden, sollten Katzen während einer Schwangerschaft der Halterin besser im Haus bleiben.

Fazit: Die angeblich große Gefahr, die von durch Katzen übertragene Toxoplasmen ausgeht, gehört in den Bereich der Schwangerschaftsmythen. Heute weiß man, dass die Erreger vor allem über rohes Fleisch oder unzureichend gesäubertes Gemüse übertragen werden.

Eine Gefahr sind Toxoplasmen in der Regel nur für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Wer einmal eine Infektion hatte, ist für den Rest seines Lebens geschützt – das gilt auch für schwangere Frauen (und ihr ungeborenes Baby!), bei denen ein Antikörpertest ein positives Ergebnis zeigt.

Featured Images: Becca/CC-BY, Yale Rosen/CC-BY, Stuart Webster/CC-BY, Rob Briscoe/CC-BY

 

ANZEIGE

Kommentar verfassen