Zecken bei Katzen: Kurz und kompakt, die 7 wichtigen Fakten für Halter

zecken bei katzen
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In den Sommermonaten lauern sie bevorzugt an Gräsern und Sträuchern auf einen Wirt. Auch auf Katzen können die blutsaugenden Parasiten Krankheiten übertragen. Wie man Zecken bei Katzen findet, richtig entfernt und ihren Bissen vorbeugt.

Nicht nur lästig, sondern auch gefährlich: Bleibt ihr Biss längere Zeit unentdeckt, können Zecken Krankheiten wie Borreliose und Hirnhautentzündung übertragen. Hundehalter haben Glück, denn für ihre Lieblinge gibt es eine wirksame Impfung gegen Zecken. Für Katzen ist bisher kein solcher Impfstoff verfügbar.

Zecken bei Katzen – hier kommen die 7 wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema für Katzenhalter.

1. Die schlimmste Zeckenzeit ist von Juni bis September

Wann ist die schlimmste Zeckenzeit? In Deutschland und seinen Nachbarländern pflanzen sich Zecken in den Monaten Februar bis Oktober fort. Liegen die Temperaturen in dieser Zeit über 25 Grad oder unter 10 Grad, reduziert sich die Aktivität der Spinnentiere jedoch merklich.

Vor allem zu warme, sehr trockene Wetterbedingungen, versetzen den Schädling zeitweise in eine Art Dämmerschlaf. Folgt ein Wetterwechsel, werden die Tiere wieder aktiver. Grundsätzlich sollte man in den Sommermonaten von Juni bis September also immer darauf eingestellt sein, dass eine Katze eine Zecke mit nach Hause bringen kann.

2. Zecken übertragen gefährliche Krankheiten – auch auf Katzen

Sind Zecken für Katzen gefährlich? Es gilt: Zecken sind Überträger gefährlicher Krankheiten, wie Borreliose, Babesiose und Hirnhautentzündung. Anders als für Hunde und Pferde gibt es keine Impfung für Zecken bei Katzen. Umso wichtiger ist es für Katzenhalter alternative Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Tiere effektiv vor den Schädlingen zu schützen.

3. Zecken am besten innerhalb von 48 Stunden entfernen

Wie lang darf eine Zecke in einer Katze sein? Je länger sich eine Zecke auf einer Katze befindet, umso größer ist das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern. Zecken beginnen normalerweise erst 48 Stunden nach einem Biss mit dem Saugen. Nach 10 Tagen haben sich die Schädlinge dann vollgesaugt und fallen von alleine ab.

Um das Infektionsrisiko durch den Zeckenbiss so gering wie möglich zu halten, sollte man als Katzenhalter darauf jedoch keinesfalls warten: Zecken sollten sofort nach der Entdeckung entfernt werden!

4. Die 5 beliebtesten Körperstellen von Katzen für Zecken

Welche Körperstellen lieben Zecken bei Katzen besonders? Die Parasiten beißen sich am liebsten dort fest, wo es warm ist. Besonders anfällig für Zecken sind folgende Körperstellen von Katzen: Hinter den Ohren, unter dem Kinn, im Nacken, am Hals und auf der Brust.

Insbesondere diese Stellen sollten Halter von Freigängerkatzen in der „Zeckenhochzeit“ (Juni bis September) regelmäßig absuchen.

5. So werden Zecken bei Katzen fachgerecht entfernt

Wie werden Zecken bei Katzen richtig entfernt? Verwendet werden kann eine Pinzette oder eine spezielle Zeckenzange. Die Katze sollte am besten auf den Schoss genommen werden. An der betroffenen Stelle wird das Fell mit den Fingern der linken Hand zur Seite gescheitelt und die Zecke freigelegt.

Mit der Pinzette oder Zeckenzange den Schädling so dicht wie möglich an der Haut der Katze fassen. Die Zecke wird entfernt, indem sie vorsichtig und gleichmäßig nach oben herausgezogen wird. Es kann einen Moment dauern, bis die Zecke nachgibt und sich ihre Beisswerkzeuge der Zecke aus der Haut lösen.

Ungeübte Halter sollten bedenken, dass der Umgang mit Pinzette und Zeckenzange bei schreckhaften Katzen schwierig sein kann. Es drohen unbeabsichtigte Verletzungen! Wer sich die Entfernung selbst nicht zutraut, sollte lieber den Tierarzt des Vertrauens um Hilfe bitten.

6. Was hilft gegen Zecken bei Katzen? Hausmittel Kokosöl und seine Grenzen

In den letzten Jahren beobachten wir bei Haltern eine steigende Beliebtheit für Kokosöl als „Allheilmittel“ für Katzen. Auch gegen Zecken soll das Öl unter anderem wirksam sein. Der Grund ist die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure, welche abschreckend auf Parasiten wie Zecken, Milben und Flöhe wirkt.

Der Wunsch nach einem natürlichen Schutz für Katzen vor Zecken ist verständlich. Wie effektiv Kokosöl Katzen vor Zeckenbissen aber tatsächlich schützen kann, ist abhängig von der Menge der enthaltenen Laurinsäure. Da es sich bei Kokosöl um ein Naturprodukt handelt, kann eine gleichbleibende Konzentration nur schwer gewährleistet werden.

Wie wird Kokosöl bei Katzen zum Schutz gegen Zecken verwendet? Hierzu wird eine etwa erbsengroße Menge gleichmäßig auf der Haut der Katze verteilt. Dabei besonders an die für Zecken beliebten Stellen wie Ohren, Hals und Nacken denken. Mehrfach am Tag wiederholen. Kokosöl ist, im Gegensatz zu vielen anderen Naturölen, nicht giftig für Katzen und kann bedenkenlos von ihnen abgeschleckt werden.

7. Was hilft Katzen am besten gegen Zeckenbisse?

Da eine Impfung gegen durch Zecken übertragbare Krankheiten für Katzen nicht möglich ist, kommen so genannte Spot-On Präparate als zuverlässiger Schutz in Frage. Durch ihre lange Wirksamkeit und gleichbleibende Wirkstoffkonzentration bieten sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber Hausmitteln wie Kokosöl.

💡 Einmal aufgetragen schützen Spot-Ons Katzen mindestens für 14 Tage vor Zecken. Um den Schutz aufrecht zu erhalten, sollte das Mittel danach erneuert werden. Die Packungsbeilage gibt genaue Informationen zur Anwendungsweise des verwendeten Spot-Ons.

Gut bewährt hat sich insbesondere für Katzen das Spot-On Mittel der Marke Frontline. Angewendet werden sollte es jedoch ausschließlich bei gesunden Tieren, die nicht jünger als 12 Wochen alt sind.

 

Lösung zur Anwendung auf der Haut. Wirkstoff: Fipronil.
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Ist der Wirkstoff Fipronil für Hunde und Katze sicher? Das sagt ein Experte

2017 sorgte der Wirkstoff Fipronil für Furore in den Medien. Der Grund: Das Insektizid wurde deutschlandweit auf Eiern aus dem Supermarkt entdeckt. Offenbar hatte ein Großhändler aus Holland es einem Reinigungsmittel beigemischt, wie sich kurze Zeit später herausstellte.

Die betroffenen Eier wurden aus dem Handel genommen, zurück blieben verunsicherte Tierhalter. Ist Firponil für Haustiere sicher? Diese Frage stellte der Deutschlandfunk daraufhin dem Tiermediziner Robert Hertzsch von der Universität Leipzig. Er erklärt:

„Es ist eines der sehr sicheren Medikamente für Haustiere. Der Grund ist, dass Fipronil als Arzneimittel nur auf die Haut aufgetragen wird. Das heißt, wir haben hier Lösungen, die eben auf die Haut aufgetragen werden, oder Sprays. Und der Wirkstoff wird über die Haut kaum vom Tier aufgenommen. Das heißt, der verbleibt auf der Haut, reichert sich dort zum Beispiel an den Haarwurzeln und in den Talgdrüsen an und wird dort abgegeben, um entsprechend die Flöhe und Zecken töten zu können. Das Tier, der Organismus des Tiers selbst wird kaum beeinträchtigt davon.“

Nebenwirkungen würden sich bei Hunden und Katzen in nur einem von rund 10.000 Fällen zeigen. Diese äußerten sich stets milde, etwa durch Rötungen, Juckreiz und Haarausfall an der betroffenen Stelle. Das gesamte Interview mit dem Tiermediziner gibt es hier zum nachlesen.

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