Warum wählen Katzen einen Lieblingsmenschen?

„Warum mag meine Katze meinen Mann / meine Frau nicht?“ ist eine Frage, die sich viele Katzenhalter verzweifelt stellen. Die schonungslose Antwort lautet: Katzen haben ihren eigenen Charakter und keine Angst, ihre Meinung über eine Person zum Ausdruck zu bringen. Sie scheuen sich auch nicht, die Gefühle von uns Menschen zu verletzen.

Welche Menschen lieben Katzen besonders: Ist es der Mensch, der sie füttert? Oder derjenige, der ihnen die meiste Aufmerksamkeit gibt? Möglich ist beides, doch wen eine Katze letztlich sympathisch findet und welche Menschen sie meidet, ist letztlich individuell und nahezu unvorhersehbar.

Häufig scheinen Katzen Menschen zu bevorzugen, die ihnen Sicherheit vermitteln. Es sind Menschen, in deren Nähe sie sich so geborgen fühlen, dass sie sich entspannt in einen Tiefschlaf fallen lassen können. 

Das gemeinsame Schlafen in einem Bett ist darum für viele Katzen ein entscheidender Faktor für eine sichere Bindung zu ihrem Halter.

Brauchen Katzen einen Anführer?

Von Rudeltieren ist bekannt, dass sie sich innerhalb der Gruppe einen Anführer wählen und diesem folgen. Katzen hingegen gehen alleine auf die Jagd, weshalb man früher glaubte, dass sie eingefleischte Einzelgänger sein müssen.

Wenn Katzen in Gruppen zusammenleben, zeigen aber vor allem die Weibchen eine große Solidarität untereinander. Sie kümmern sich gemeinsam um die Aufzucht ihres Nachwuchs, oder verteidigen einander gegen feindselige Kater. Mehr zu diesem spannenden Thema gibt es im Artikel „Handküsse“ und Katerbruderschaften: 6 Rituale, die Katzen nur im Rudel pflegen.

Viele junge Kätzchen erleben ein Trennungstrauma

Während der Bezug zu fremden Artgenossen oft nur solange gut ist, wie genügend Nahrung für alle da ist, hält die Beziehung zur Mutter und den Geschwistern bei Katzen meist ein Leben lang. Heutzutage werden Kitten aber oft schon mit acht Wochen oder sogar noch früher vermittelt.

Katzen mit einem starken Bedürfnis nach Bindung zu einem speziellen Menschen wurden häufig zu früh von ihrer Mutter und ihren Geschwistern getrennt. Diese Erfahrung ist für sie prägend gewesen und sie ist der Grund, weshalb viele ein Leben lang ein erhöhtes Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit haben.

Als liebender Katzenhalter wollen wir diesem Bedürfnis unserer Haustiere natürlich nachkommen. Am besten geht das, wenn wir gleichzeitig auch ihr Lieblingsmensch sind.

Schutz und Geborgenheit: So wirst Du zur Vertrauensperson einer Katze – 5 Tipps:

1. Entwickle ein Gespür für ihre Stimmungen

Katzen sind dafür bekannt schwankende Gemütszustände zu haben: In einem Moment wünschen sich Katzen hinter dem Ohr gekrault zu werden, im nächsten schlagen sie verärgert die Hand weg, die sie eben noch liebevoll gestreichelt hat.

Was Katzen gar nicht mögen, ist bedrängt zu werden. Sie wollen, was sie wollen – aber eben nur dann, wenn sie es selbst auch wirklich wollen.

Einer Katze den eigenen Willen aufzwingen zu wollen, ist zwecklos. Wer das akzeptieren kann, hat schon einmal einen Pluspunkt bei launischen Samtpfoten. Mehr zu diesem Thema gibt es im Artikel Katzensprache verstehen: Die 16 wichtigsten Vokabeln

2. Katzen lieben zurückhaltende Persönlichkeiten

Laute und temperamentvolle Charaktere empfinden viele Katzen als einschüchternd und halten sich von diesen eher fern. Einer fremden Katze sollte man daher immer mit Respekt begegnen und sie nicht unvermittelt anfassen, sondern ihr erst Zeit geben, um von sich aus in Kontakt zu treten.

Das funktioniert am besten, indem man in die Hocke geht, die Katze anlockt und an der Hand schnuppern lässt. Das Eis ist dann oft schnell gebrochen und viele Katzen reiben schon im nächsten Moment ihr Köpfchen an der Hand – ein erstes Zeichen des Vertrauens.

Auch im alltäglichen Umgang mit unseren Katzen sollten wir uns selbst und unsere Wünsche zurücknehmen und stattdessen das Tier entscheiden lassen: Möchte es gerade Kontakt, oder eher seine Ruhe? Wer genau beobachten kann, wird den Unterschied erkennen.

3. Teile dein Bett mit deiner Katze

Wir haben es weiter oben bereits erwähnt: Für eine gute Bindung zu Katzen kann es förderlich sein, wenn wir ihnen erlauben bei uns im Bett zu schlafen.

Gerade im Schlaf sind Katzen äußerst verletzlich. In der Natur müssen sie darum stets in Alarmbereitschaft sein. Eine Gefahr kann jederzeit auftauchen und schon das kleinste Geräusch genügt, um die Minitiger von 0 auf 180 zu bringen.

Um wie viel entspannter haben es Katzen da, wenn ein vertrauter Mensch über ihren Schlaf wacht?

4. Liebe geht durch den Magen

„Liebe geht durch den Magen“ ist kein altbackenes Sprichwort, sondern für Katzen und ihre Halter durchaus Realität. Wenn Katzen einen Menschen mögen und Freigang haben, dann kann es vorkommen, dass sie von Zeit zu Zeit kleine Geschenke mitbringen – bei Katzen sind das erlegte Kleintiere, wie Mäuse oder Vögel.

Falls deine Katze deinen Partner oder deine Partnerin nicht mag, kann es übrigens helfen, sie oder ihn die Fütterung zu übernehmen: Viele Katzen entwickeln eine positive Beziehung zu der Person, die sie regelmäßig füttert.

5. Gib ihr Zeit

Katzen haben individuelle Persönlichkeiten. Wenn eine Katze neu ins Haus kommt, dann kann es etwas dauern, bis sie vertraut wird mit der neuen Umgebung und den Menschen, die darin leben.

Darum: Gib deiner Katze Zeit! Vertrauen muss wachsen und lässt sich nicht erzwingen.

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