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Kleine Geschenke unter Nachbarn: Wenn Katzen plötzlich fremdgehen

Liebe geht durch den Magen, bei Katzen ganz besonders: Wer die Zuneigung einer Samtpfote gewinnen möchte, benötigt dazu in der Regel nur ein paar Leckerlis. Bleibt die eigene Katze immer länger weg, wird sie vermutlich fremdgefüttert – und nicht selten auch fremdgeschmust. Müssen Betroffene das hinnehmen?

Ursula Bauer von Aktion-Tier in Berlin erreichen häufiger traurige Anrufe von Katzenhaltern, deren Tiere sich immer mehr von ihnen distanzieren und nur noch selten nach Hause kommen. Nicht selten steckt hinter dem veränderten Verhalten ein Nachbar.

Müssen Betroffene es hinnehmen, wenn ihnen die eigene Katze systematisch entzogen wird?

Ursula Bauer sagt: Defitiv nein! Doch bei allem verständlichen Ärger sollte der erste Schitt immer ein klärendes Gespräch mit dem Nachbarn sein. Erst wenn das keinen Erfolg zeigt, sollten Katzenhalter darüber nachdenken, sich rechtlichen Beistand an die Seite zu holen:

„Meistens reicht es, wenn ein Anwalt den Fremdfütterer schriftlich zum Unterlassen auffordert.“

Wird die Katze trotz der schriftlich formulierten Ansage weiterhin fremdgefüttert, kann der Rechtsbeistand eine Unterlassungsklage ansetzen. Wer zusätzlich Zeugen hierfür benennen kann, hätte besonders gute Chancen auf einen Erfolg vor Gericht, heißt es.

Der Nachbar kann dann zu einer Unterlassung verurteilt werden – widersetzt er sich dieser, droht ihm die Zahlung eines Ordnungsgeldes.

Argument „Die Katze ist aber lieber bei uns“ zählt nicht

Ein Tier anzufüttern ist die leichteste Methode, um in Kontakt zu treten. Es sei daher verständlich, wenn Menschen das Gefühl verspührten, ein fremdes Tier füttern zu wollen.

Doch eine Katze mit Futter von ihrem eigentlichen Halter gezielt wegzulocken, nennt Ursula Bauer egoistisch und unfair:

„Natürlich finden Katzen Orte anziehend, an denen es Futter und jede Menge Zuwendung gibt. Gerade wenn die eigenen Leute vielleicht nicht so viel Zeit haben, zum Beispiel, weil sie arbeiten gehen.“

Wer viel Zeit habe und sich wünscht, ein Tier zu verwöhnen, solle sich stattdessen ein eigenes holen – am besten aus dem Tierheim.

Datum: 13.08.2020

Autor(in) Cat News

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