Faule Zähne bei Katzen erkennen: Wie es geht + 4 Tipps für ein gesundes Katzengebiss

Mundgeruch, faule Zähne, Zahnfleischentzündungen: Auch Katzenzähne brauchen regelmäßige Pflege, um langfristig gesund zu bleiben. 4 Tipps, was Katzenhalter tun können und wie die regelmäßige Zahnkontrolle bei Katzen gelingt.

Wohl jeder Katzenhalter wünscht sich, dass sein Tier gesund ist und es möglichst lange bleibt. In Sachen Katzengesundheit nimmt das Gebiss jedoch sowohl bei Haltern und Tierärzten einen häufig unterschätzten Stellenwert ein.

Faule Zähne bei Katzen sind nicht nur ein optisches Problem, sie sind vor allem schmerzhaft: Bleiben sie längere Zeit unbehandelt, kann das zu schwerwiegenden, gesundheitlichen Problemen führen, die über die Zähne und das Gebiss hinaus reichen.

Halter sollten die Zähne ihrer Katzen darum regelmäßig auf mögliche Ablagerungen kontrollieren. Schmerzhafte Zahnerkrankungen und aufwändige Zahnsanierungen können Katzen in vielen Fällen erspart bleiben, wenn sie frühzeitig entdeckt werden.

Auf dieser Seite:

3 häufige Ursachen für Zahnprobleme bei Katzen


Zahnstein als Vorstufe von chronischen Zahnfleischentzündungen


FORL: Die mysteriöse Zahnerkrankung bei Katzen


4 Tipps, um das Katzengebiss gesund und schön zu halten


Fazit: Regelmäßige Pflege und Routinekontrollen sind ein Muss für Katzen!

Die drei häufigsten Ursachen für Zahnprobleme bei Katzen

1. Zahnstein bei Katzen: So erkennst Du ihn

Experten zu Folge kommt Zahnstein mittlerweile bei rund 70 % aller Katzen vor. Leider zeigt sich Zahnstein Haltern häufig erst dann, wenn er dem Tier bereits Schmerzen und daraus resultierende Probleme bei der Futteraufnahme bereitet.

Die folgenden drei Symptome sind ein Anzeichen für Zahnstein bei Katzen:

⚠️ Sichtbarer Zahnbelag auf den Zähnen, gelblich bis bräunlich

⚠️ Einseitiges Kauen / Vermeidungsverhalten

⚠️ Probleme bei der Futteraufnahme / Futter-Bröckchen werden fallen gelassen

2. Chronische Zahnfleischentzündungen als typische Folge von Zahnstein

Zahnfleischentzündungen gehören zu denjenigen Erkrankungen, die bei Katzen am häufigsten übersehen werden. Nicht in allen Fällen ist das auf die Nachlässigkeit von Haltern zurückzuführen:

Katzen sind Meister des Versteckens und im Gegensatz zu Hunden dafür bekannt, Schmerzen vor uns Menschen zu verbergen.

Weil eine Zahnfleischentzündung eine typische Folgeerkrankung des Zahnsteinbefalls ist, zeigt sie sich auch in ganz ähnlichen Symptomen. Wie bei der Bildung von Zahnstein, begünstigt eine Ablagerung von Speiseresten die Entstehung von Zahnfleischentzündungen. Für Bakterien und Keime sind diese Ablagerung ein perfektes Milieu und sollten deshalb am besten regelmäßig entfernt werden.

3. Schmerzhafte Zahnerkrankung FORL: Sie kann zum kompletten Verlust der Zähne führen!

Von FORL hat mittlerweile fast jeder Katzenhalter schon einmal gehört, doch was verbirgt sich eigentlich genau hinter diesen vier Buchstaben? Die Abkürzung steht für den etwas sperrigen Begriff ‚Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen‘.

Die Zahlen zur Verbreitung der FORL sind erschreckend: Experten zu Folge soll bereits jede dritte Katze an der Krankheit leiden.

Die FORL zeigt sich dabei in ähnlichen Symptomen, wie Zahnstein. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, schreitet die Erkrankung im Gebiss voran. Schon nach sechs Monaten kann die Entfernung sämtlicher Zähne erforderlich sein.

Wie genau entsteht die Erkrankung? Viel ist über die genauen Ursachen der FORL bisher nicht bekannt. Manche Tierärzte vermuten, dass eine genetisch bedingte Störung im Calciumhaushalt mancher Katzen ursächlich sein könnte, doch bewiesen ist das nicht. Andere glauben, dass qualitativ minderwertiges Futter eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Erkrankung spielt.

So würde auch erklärbar, weshalb der Anteil an erkrankten Katzen in den vergangenen Jahren tendenziell zunimmt.

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Faule Zähne verhindern: 4 Tipps die helfen, das Katzengebiss schön und gesund zu halten!

Katzen Zähne brauchen Pflege

Neben einer regelmäßigen Routinekontrolle (die man als Halter selbst durchführen kann), gibt es einige Tipps und Tricks, die für die Zahnpflege bei Katzen hilfreich sind.

1. Regelmäßige Zahnkontrollen einführen

Regelmäßige Zahnkontrollen helfen, Veränderungen im Katzengebiss rechtzeitig zu erkennen! Wichtig zu wissen: Manche Katzen benötigen etwas mehr Zeit als andere, um sich das ungewohnte Anfassen im Mundbereich gefallen zu lassen.

Zahnkontrolle bei Katzen, so geht’s:

  1. Die Katze auf den Arm nehmen, sanft streicheln und mit ihr sprechen.
  2. Lässt sie sich das gut gefallen, können hin und wieder vorsichtig ihre Lippen berührt werden.
  3. Wenn auch das gut klappt, geht es weiter: Die Katzenlippen werden jetzt mit Daumen und Zeigefinger sanft auseinander gezogen, so dass die Zähne frei liegen.
  4. Sind dabei dunkle Ablagerungen erkennbar, sollte ein Tierarzt die Katze untersuchen. Eine frühzeitige Behandlung von Zahnstein kann helfen, eine Verschlimmerung zu verhindern.

2. Wie Trockenfutter hilft, die Zähne frei von Ablagerungen zu halten

Trockenfutter ist unter Katzenhaltern und Katzenexperten umstritten. Aus gutem Grund: Katzen nehmen einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über ihre Nahrung auf. Weil Trockenfutter diese nicht enthält und Katzen auch eher trinkfaul sind, entsteht bei vielen automatisch ein Defizit.

Doch der Verzehr von Trockenfutter hat auch einen positiven Effekt für die Zähne: Beim Zerkleinern der Futterbrocken kommt es zu einem Abrieb von Ablagerungen. Gleichzeitig wird die Speichelbildung angeregt. Speichel verringert die Entstehung von Zahnbelag.

3. Rohes Fleisch als Alternative zu Trockenfutter

Rohes Fleisch enthält Fasern, die ähnlich wie Trockenfutter einen Abrieb von Speiseresten bewirken. Es ist vermutlich die natürlichste und einfachste Methode, um Katzenzähne gesund zu halten. Doch es gibt ein Problem:

Nicht jeder Stubentiger ist das Fressen von rohem Fleisch gewohnt. Katzen, die ausschließlich Katzenfutter aus der Dose kennen, tun sich oft schwer mit rohem Fleisch.

Es ist also mitunter etwas Geduld erforderlich.

4. Zahnreinigung mit Zahnbürste und Zahnpasta: So gelingt sie bei Katzen

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Wenn Trockenfutter keine Option darstellt und rohes Fleisch von der Katze abgelehnt wird, können Zahnbürste und Zahnpasta speziell für Katzen* eine Alternative sein.

Jüngere Katzen akzeptieren das Zähneputzen meist problemlos, wenn es vom Halter – ähnlich wie die besprochene Zahnkontrolle – als regelmäßige Routine eingeführt wird.

Fazit

Auch wenn der Anfang manchmal schwer ist, so lohnen sich langfristig regelmäßige Kontrollen des Gebiss bei der jeder Katze!

Nur so kann, unabhängig von sporadischen Tierarztbesuchen, frühzeitig erkannt werden, wenn sich Zahnbelag oder Zahnstein bilden. Beide gelten als mögliche Vorboten der gefürchteten Zahnerkrankung FORL. Grundsätzlich gilt: Je frühzeitiger Zahnprobleme bei Katzen erkannt werden, umso unkomplizierter ist die Behandlung. Tier und Halter erspart das im besten Fall eine Menge Stress.

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