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„Ich hab’s nicht so gemeint“: 7 Verhaltensweisen von Katzen, die Menschen oft falsch verstehen

Eine falsche Geste, ein falsch verstandener Blick und schon ist die Stimmung im Keller: Unter Menschen kommt es häufig zu Missverständnissen, doch auch in der Mensch-Katze-Beziehung gibt es sie. Die Katzenverhaltenstherapeutin Christiane Skuza erklärt 7 Verhaltensweisen von Katzen, die Menschen besonders häufig falsch interpretieren.

Wer keine Katzen mag, hat dafür meist einen oder mehrere Gründe. Im Gegensatz zu Hunden gelten die Tiere vielen als hinterlistig. Auch heißt es häufig, sie würden prinzipiell nur zu ihrem eigenen Vorteil handeln.

Katzenliebhaber wissen selbstverständlich, dass das nur Vorurteile sind. Doch das Verhalten ihrer Samtpfoten gibt manchmal auch erfahrenen Katzenhaltern Rätsel auf.

Gerade das so genannte „Protestpinkeln“ wird häufig als eine Verhaltensweise missgedeutet, mit der Katzen Menschen ärgern möchten. In Wahrheit gibt es keine Verhaltensweisen oder Tricks, die Katzen nutzen, um Menschen gezielt zu provozieren!

Pinkeln auf Sofas und Teppiche ist im Gegenteil so etwas wie „das letzte Mittel“, das einer Katze bleibt, um zu zeigen, dass sie ein großes Problem hat. Dies kann gesundheitlicher Natur sein, doch oft sind die Gründe auch seelisch bedingt.

Wie man den genauen Ursachen auf die Spur kommt, lest ihr hier: Katzenpsychologie: Gründe für Protestpinkeln erkennen

7 Verhaltensweisen von Katzen, die wir Menschen häufig falsch verstehen

1. Eine Katze ist für Berufstätige besser geeignet als ein Hund, weil sie sowieso den ganzen Tag lang schläft

Katzen haben zwar ein höheres Schlafbedürfnis als Menschen, doch wenn ein Tier 14 Stunden und mehr am Tag schläft, so ist das unter Umständen kein gutes Zeichen:

„Viele Katzen sind tagsüber bis zu zehn Stunden allein zuhause. Kommen ihre Menschen dann von der Arbeit zurück, gehen manche schon um 22 Uhr ins Bett. Was tut die Katze? Sie schläft wieder! So entsteht der Eindruck, dass Katzen fast nur schlafen, was aber bei genauerer Betrachtung ein Trugschluss ist: Das Schlafbedürfnis dieser Katzen ist in Wahrheit gar nicht so hoch. Ihnen fehlt ganz einfach die katzengerechte Beschäftigung! Jeder Katzenhalter sollte täglich mindestens 2 x eine ausgiebige Spielzeit mit seiner Katze einführen. Dann schläft die Katze nicht aus Langeweile, sondern weil sie ausgelastet und angenehm müde ist.“

2. Katzen wollen immer gestreichelt werden

Es ist eine Situation, die viele Katzenhalter kennen: Gerade lag das Tier noch tiefenentspannt auf dem Schoß, doch schon im nächsten Moment verwandelt sich der Schmusetiger in eine Kratzbürste:

„Für diese Verhaltensveränderung gibt es meist subtile Vorzeichen, die man kennen sollte. Die Pupillen verändern sich, die Katze dreht ein Öhrchen in eine andere Richtung oder das Köpfchen zieht sich ein wenig zurück. Das ist der Moment, in dem es gilt, das Streicheln sofort einzustellen! Was genau Katzen zu diesem Verhalten verleitet, kann ich nur vermuten: Viele Menschen mögen es beispielsweise nicht, wenn der Partner ihnen längere Zeit über die gleiche Körperstelle streichelt. Fast jeder empfindet das nach einer Weile als unangenehm. Warum sollte es Katzen nicht ebenso gehen?“

3. „Meine Katze ist Einzelgänger! Sie mag keine Artgenossen.“

Katzen jagen nicht wie andere Raubtiere im Rudel. Viele glauben, dass es sich bei Katzen um wenig soziale Tiere handelt. Doch das stimmt nicht:

„In der Natur bilden Katzen manchmal lockere Gruppen, die sich zum Beispiel regelmäßig zu bestimmten Zeiten an bestimmten Plätzen treffen. Männliche Tiere gehen „Katerbruderschaften“ ein, Weibchen ziehen zusammen mit anderen weiblichen Angehörigen ihren Nachwuchs auf. Dass Katzen also Einzelgänger sind, stimmt so nicht. Um Verhaltensproblemen vorzubeugen ist es darum, bis auf einige Ausnahmen, durchaus ratsam eine Katze nicht allein zu halten. Katzen haben miteinander einen anderen Umgang als mit uns Menschen. Wir können ihnen einfach den Katzenpartner nicht ersetzen.“

4. Zwei Katzen gewöhnt am besten aneinander, wenn man sie gemeinsam aus einem Napf fressen lässt

Weil Katzen Einzeljäger sind (jedoch keine Einzelgänger!), sollte jedes Tier im Haushalt seinen eigenen Futterplatz haben. Eine entspannte Nahrungsaufnahme ist andernfalls schwer realisierbar:

„Katzen haben ein unterschiedliches Tempo beim Fressen. Wenn zwei Katzen aus einem Napf fressen müssen oder die Näpfe direkt nebeneinander stehen, dann gibt es meist eine Katze, die von Haus aus schneller frisst, als die andere. Das setzt die langsamere Fresserin unter Druck, denn sie muss fürchten, dass für sie nichts mehr übrigbleibt. Besser ist es darum, zwei Futterstellen mit einigem Abstand voneinander einzurichten. Eine Katze frisst vielleicht auf dem Boden, die andere hat ihren Futterplatz etwas erhöht, beispielsweise auf einem Hocker. So bleiben die Komfortzonen beider Tiere gewahrt.“

5. Wenn Katzen immer wieder auf den Küchentisch springen, wollen sie uns ärgern

Viele Menschen stört es verständlicherweise, wenn die eigene Katze immer wieder auf Tische springt. Gerade wenn Gäste zu Besuch sind, kann das schnell auch mal peinlich werden. Doch ärgern wollen die Tiere uns mit diesem Verhalten nicht:

„Katzen sind neugierig und wollen am liebsten immer den Überblick behalten. Von einem Tisch aus geht das natürlich besonders gut. Auf diese Weise kommen sie auch auf Augenhöhe mit dem Menschen. Einer Katze dieses Verhalten durch ständiges Herunterschubsen abzugewöhnen, ist nahezu aussichtslos – es sei denn, man bietet eine passende Alternative: Einen hohen Kratzbaum etwa, oder eine Liegefläche auf einem Regal neben dem Tisch, extra für die Katze. Dann kann sie uns Menschen zuschauen und ist auch auf Augenhöhe. Viele Tiere haben so etwas gar nicht und die Menschen wundern sich, wenn ihre Katzen immer und immer wieder auf Tische springen.“

6. Wenn eine Katze ihren Bauch zeigt, möchte sie auf der Stelle gekrault werden

Kommt vor, ist aber nur selten tatsächlich der Fall:

„Der Bauch ist die empfindlichste Zone einer Katze. Wenn sie ihn zeigt, riskiert sie dort verletzt zu werden. Die Seiten-/Rückenlage ist gleichzeitig diejenige Position, in der eine Katze am besten zuhauen kann, ihre Krallen sind bereit. Gerade fremde Katzen sollte man darum niemals einfach so am Bauch anfassen, weil sie sich bedroht fühlen könnten.“

7. Eine Toilette mit Haube gibt Katzen ein sicheres Gefühl, wenn sie ihr Geschäft verrichten

Es gibt einige wenige Katzen, für die diese Annahme zutreffend ist. Könnte eine Katze sich ihre Toilette selbst aussuchen, würde sie wohl vermutlich ganz anders entscheiden:

„Möglichst weit und offen wie die Wüste wäre eine Katzentoilette in der Idealvorstellung einer Katze! Wenn Katzen ihr Geschäft erledigen, machen sie sich angreifbar für Feinde. Sie bevorzugen es darum, in dieser Situation einen Rundumblick zu haben. So sehen sie, wenn sich ein Feind nähert und können in jede Richtung fliehen. Eine Toilette mit Haube verhindert das. Zusätzlich fängt es darunter schnell an zu stinken und das mögen empfindliche Katzennasen gar nicht. Wir Menschen gehen ja auch nicht gern auf ein Dixi-Klo… Kot und Urin werden außerdem gern an verschiedenen Stellen abgesetzt, weshalb es immer mindestens zwei Katzenklos im Haushalt mit einer Katze geben sollte. Die Katzentoilette ist ein sensibler Bereich, der gerade im Mehrkatzenhaushalt häufig der Ausgangspunkt für Spannungen ist.“

Hier geht es weiter zur Website Katzenlächeln von der Katzenverhaltensberaterin Christinae Skuza.

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Autor(in) Cat News

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