Gefährliche Glockenhalsbänder: 3 Gründe, weshalb Du sie niemals einer Katze anlegen solltest

glockenhalsbänder

Was gibt es niedlicheres, als ein kleines Kätzchen mit einem süßen Glockenhalsband? Vermutlich wenig, doch für diese Niedlichkeit zahlt das Tier einen hohen Preis: Für Katzenohren bedeuten Glockenhalsbänder eine Qual.

Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb Menschen Katzen Glöckchenhalsbänder anlegen. Die einen wünschen sich durch den Ton jederzeit darüber informiert zu werden, wo sich das Tier gerade befindet.

Andere meinen, die schrillen Töne könnten Vögel aus der Reichweite ihres Raubtiers fernhalten. Das jedoch ist leider absoluter Quatsch, sogar aus Sicht von Vogelexperten!

Drei Gründe, weshalb Halsbänder mit Glöckchen am Katzenhals rein gar nichts verloren haben und wie man Singvögel im Garten tatsächlich vor Katzenkrallen schützt.

1. Das dauernde Geläut ist vergleichbar mit einem Tinnitus beim Menschen

Wer Katzen hat, der weiß: Die Tiere haben sehr empfindsame Ohren! Katzen können auch solche Frequenzbereiche wahrnehmen, die dem menschlichen Gehör vollständig verborgen bleiben. Der Mensch kann Töne in einer Höhe von maximal 20 Hertz (Hz) hören. Katzen hingegen hören noch Töne von 50 Hz und manchmal sogar bis zu 70 Hz.

Katzen nehmen also viel mehr vom Gebimmel wahr, als es uns Menschen bewusst ist. Das Glöckchen am Halsband läutet zudem bei jeder noch so kleinen Bewegung der Katze. Diese Frequenz ist ohne weiteres vergleichbar mit einem Tinnitus beim Menschen.

2. Halsbänder können für Katzen zur Lebensgefahr werden

Ob mit oder ohne Glöckchen: Manche Katzen akzeptieren das Tragen eines Halsbands besser als andere. Für die meisten ist es jedoch nicht besonders angenehm und kann durchaus als Einschränkung empfunden werden.

Halsbänder können auch richtig gefährlich werden: Es kommt immer wieder vor, dass Katzen im Gestrüpp hängen bleiben und beim Versuch, sich zu befreien, selbst zu Tode strangulieren!

3. Glockengebimmel schützt Vögel nicht vor Katzen

Halsbänder für Katzen mit Glöckchen daran werden oft von Vogelfreunden verwendet. In guter Absicht und im Glauben daran, dass das schrille Geläut Vögel im Garten vor dem eigenen Stubentiger warnen wird, bekommt die Katze ein Glöckchen um den Hals gebunden.

Dieser erwartete Effekt ist jedoch ein Irrtum!

Tatsächlich erschweren die Glocken die Kommunikation von Vögeln. In der Natur warnen sie sich gegenseitig, wenn von irgendwo her eine Gefahr droht. Jungvögel, die eben noch Nestling waren und noch nicht so gut fliegen können, sitzen noch häufig zur Erholung im Gras. Taucht nun eine Katze mit Glocke am Halsband auf, können sie die Warnrufe ihrer Artgenossen nicht mehr richtig verstehen.

Statt schnell die Flucht zu ergreifen, bleiben die Jungvögel am Boden hocken. Vögel werden also sogar leichter zur Beute von Katzen, wenn diese ein Glockenhalsband tragen.

Manche Halter nutzen Halsbänder, um daran Informationen über sich selbst zu befestigen, für den Fall, dass die Katze eines Tages verloren gehen sollte. Ein Tattoo oder ein Mikrochip können diese Aufgabe jedoch besser übernehmen. Ihr Vorteil ist, dass sie nicht verloren gehen können.

Das sagen Naturschützer über die wahren Gründe des Vogelsterbens

Die Katze ist das mit Abstand häufigste Raubtier in unserer heimischen Natur. Trotz Kastrationsaufrufen wächst der Bestand von wildlebenden Katzen Jahr für Jahr. Häufig ist zu lesen, dass sowohl wildlebende Katzen als auch freilaufende Hauskatzen am Aussterben bedrohter Vogelarten einen hohen Anteil hätten.

Vogelfreunde und Naturschützer sehen jedoch einen ganz anderen Grund für das Aussterben vieler Vogelarten. Der deutsche Naturschutzbund nimmt Katzen in Schutz und erklärt, dass in erster Linie der Mensch verantwortlich ist:

„Vögel brauchen naturnahe Lebensräume mit ausreichend Nahrung und guten Möglichkeiten, sich zu verstecken und zu nisten. Wo es genügend Futter, Nist- und Verstecke gibt, können sich Vögel erfolgreich vermehren. Verluste in der Population durch Raubtiere wie Katzen sind in einer solchen Umwelt vernachlässigbar.“

Vögel im Garten vor der Katze schützen: 3 Tipps gegen Vogelmorde

Die eigene Katze als Vogelkiller – für viele Tierfreunde ist diese Vorstellung nicht besonders schön. Tatsächliche gibt es Möglichkeiten, den Jagdtrieb von Katzen etwas einzugrenzen.

1. Fleischreiches Katzenfutter

Untersuchungen konnten zeigen, dass Katzen, die fleischreiches Katzenfutter bekommen, einen weniger ausgeprägten Jagdtrieb aufweisen. Weiterlesen: Diese Katzenfuttersorten enthalten mehr als 90 Prozent Fleisch!

2. Ausreichend Beschäftigung

Regelmäßige Spieleinheiten mit der Katze helfen, den Jagdtrieb des Tieres angemessen zu befriedigen. Abhängig vom Charakter des Tieres und seinen Bedürfnissen genügen 15 bis 60 Minuten gemeinsames Spielen mit der Katze, damit sie Vögeln im Freigang weniger Aufmerksamkeit schenkt.

3. Kritische Zeiten für Vögel beachten

Vor allem in den Monaten April bis Juni sind Katzen eine Gefahr für Vögel. In dieser Zeit nisten viele Vogelarten, bei anderen starten Jungvögel gerade ihre ersten Flugversuche.

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