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Achtung Lebensgefahr: Frostschutzmittel sind ein großes Risiko für Katzen

Frostschutzmittel sind eine praktische Erfindung, denn sie helfen im Winter die Scheibenwaschanlage im Auto vor dem Gefrieren zu schützen. Wie jedoch der Tiersuchdienst Tasso in seiner aktuellen Monatszeitschrift berichtet, fühlen sich Katzen von den hochgiftigen Flüssigkeiten wie magisch angezogen. Schon eine Teelöffel große Menge soll ausreichend sein, um eine tödliche Vergiftung herbeizuführen.

Alljährlich erleiden zahlreiche Katzen an der Hauptsubstanz des Frostschutzmittels (Ethylenglykol) eine Vergiftung. Etliche Tiere verenden an den Folgen, denn die einzige Chance eine solche Vergiftung zu überleben besteht in einer sofortigen Notfall-Behandlung.

Frostschutzmittel für das Auto finden sich besonders häufig in Garagen. Schnell tropft beim Einschütten in das Behältnis im Fahrzeug etwas auf den Boden, oder die Flüssigkeit wird in einer Ablaufwanne einfach stehengelassen, nachdem sie aus dem Kühler abgelassen wurde.

Auch im Garten kommt Ethylenglykol in der kalten Jahreszeit häufig zum Einsatz, etwa um Wasserpumpen vor dem Gefrieren zu schützen. Gartenteiche und Springbrunnen werden so im Winter zu einer echten Gefahr für durstige Freigänger-Katzen.

 

Süßlich schmeckendes Ethylengykol – darum lieben Katzen Frostschutzmittel

Ethylenglykol hat einen leicht süßlichen Geschmack, der neben Katzen auch Hunden und Kindern schmeckt. Und obwohl Katzen den Geschmack „süß“ nicht in gleicher Weise wie Menschen oder Hunde schmecken können, scheint die Substanz für sie von hoher Attraktivität zu sein.

Wenn Ethylenglykol in den Orangismus gelangt, wird es von der Leber und den Nieren metabolisiert. Die Abbauprodukte schädigen die Organe schon nach kurzer Zeit irreparabel.

 

Die Symptome einer Ethylenglykol-Vergiftung

Die ersten Anzeichen einer Vergiftung mit Ethylenglykol zeigen sich etwa 30 Minuten nach der oralen Aufnahme. Die Katze zeigt einen schwankenden Gang, ganz so als ob sie betrunken wäre. Sie wirkt schwach und müde, möglicherweise möchte sie sich zurückziehen.

Nach ein bis zwei Stunden setzt die Schädigung der Nieren ein. Die Katze beginnt verstärkt zu trinken, uriniert vermehrt, bis nach kurzer Zeit ihr Kreislauf kollabiert. Schon beim ersten Verdacht auf eine Ethylenglykol-Vergiftung sollte eine Katze darum sofort zum Tierarzt gebracht werden, um eine Überlebenschance zu haben.

 

Wie der Tierarzt eine Ethylenglykol-Vergiftung erkennt und behandelt

Liegt tatsächlich eine Vergiftung mit Frostschutzmitteln vor, kann der Tierarzt dies an den stark erhöhten Nierenwerten feststellen und umgehend Gegenmaßnahmen ergreifen. Der Katze werden hierzu Medikamente verabreicht, die sie erbrechen lassen. Diese Maßnahme ist notwendig, um die weitere Aufnahme der Giftstoffe im Magendarmtrakt zu verhindern.

Bedauerlicherweise werden die meisten Katzen viel zu spät zum Tierarzt gebracht, wenn eine Rettung schon nicht mehr möglich ist. Besteht eine Vergiftung mit Ethylenglykol, muss eine Katze innerhalb der ersten drei Stunden behandelt werden, um eine realistische Überlebenschance zu haben.

Darum ist es extrem wichtig, bei einem Verdacht sofort zum Tierarzt zu gehen!

 

Vorsichtsmaßnahmen und Alternativen zu Ethylenglykol

Obwohl es stark giftig ist, wird Ethylenglykol rund um den Globus als Frostschutzmittel eingesetzt. Mit der Substanz Propylenglykol gibt es zwar eine Alternative, diese ist jedoch um ein vielfaches teurer, als Ethylenglykol. Leider ist Prophylenglykol in Deutschland überdies kaum erhältlich.

Wer Katzen (und andere Lebewesen) vor einer Vergiftung schützen will, sollte darum penibel darauf achten, dass beim Einfüllen von Frotschutzmittel verschüttete Reste sofort mit einem feuchten Reinigungstuch rückstandslos aufgenommen werden.

Am besten gelingt das mit Alkohol: Hochprozentiger Alkohol kommt auch in der Behandlung der Vergiftung beim Tierarzt zum Einsatz, denn nur Alkohol (Ethanol) zerstört Ethylenglykol vollständig und zuverlässig.

Generell sollten Frostschutzmittel immer so aufbewahrt werden, dass sie für Katzen nicht erreichbar sind. Wer sicher gehen will, verstaut sie in einem abschließbaren Schrank. Schon das einmalige Lecken an der Außenseite der Flasche kann ausreichend sein, um eine Katze zu vergiften.

Autor(in) Cat News

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