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Katzenpsychologie: Gründe für Protestpinkeln erkennen

katze pinkelt überall hin

Schon wieder hat sie es getan! Wenn Katzen plötzlich unsauber werden, können sie damit ihre Halter buchstäblich in den Wahnsinn treiben. Doch auch das Tier selbst leidet an seinem Verhalten. Wie man den Ursachen auf die Spur kommt und welches die häufigsten Gründe sind, wenn Katzen außerhalb des Katzenklos urinieren.

Deine Katze pinkelt überall hin? Oder sie tut es nur an bestimmten Stellen, dafür aber hartnäckig? Die schlechte Nachricht vorab: Wenn Katzen plötzlich unsauber werden, hat das immer Gründe und diese können ganz schön kompliziert sein. Falls der Tierarzt des Vertrauens eine organische Erkrankung ausschließen konnte, liegen die Ursachen tiefer. Ohne es zu wollen sind wir als Halter leider meist nicht ganz unbeteiligt daran.

Doch zuerst wollen wir schauen, welches eigentlich die beliebtesten Stellen für das so genannte Protestpinkeln sind. Dann sehen wir uns an, was man dagegen unternehmen kann. Die gute Nachricht ist: Mit viel Liebe und Geduld lässt sich Unsauberkeit bei Katzen in den Griff bekommen – oft ganz ohne einen Katzenpsychologen zu Rate ziehen zu müssen!

Erste Hilfe bei unangenehmen Gerüchen durch Katzenurin bietet ein Geruchsneutralisierer.

Protestpinkeln: Körperliche Ursache

Wenn eine Katze plötzlich außerhalb des Katzenklos uriniert muss zuerst geklärt werden, ob das Tier kastriert ist. Geschlechtsreife Kater (und manchmal auch Katzen) markieren ihre Umgebung mit Duftmarken. Dazu gehört leider auch die Wohnung ihrer Menschen. Katzen und Kater sollten darum unbedingt kastriert werden. Auch oder vielmehr gerade dann, wenn sie überwiegend Freigänger sind. Es droht andernfalls eine unkontrollierte Vermehrung der Tiere! In vielen Landkreisen herrscht aus diesem Grund mittlerweile eine Kastrationspflicht.

Ist eine Katze kastriert und zeigt Unsauberkeit, muss ein gründlicher Gesundheitscheck beim Tierarzt erfolgen. Dieser sollte sämtliche folgende Untersuchungen umfassen:

  • Zahnkontrolle
  • Röntgen
  • Funktion von Blase und Schließmuskel
  • Kotuntersuchung
  • Großes Blutbild
  • Urin- und Stuhluntersuchung

Katzen nutzen Protestpinkeln dazu um uns Menschen zu zeigen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt.

Ein Zusammenhang mit Erkrankungen der Blase kann, muss jedoch keinesfalls zwangläufig bestehen. So kann plötzliches Pinkeln beispielsweise auch ein Hinweis auf eine Entzündung im Mundraum oder auf eine angeknackste Pfote sein, die bisher niemandem aufgefallen sind.

Können auch umfassende Untersuchungen beim Tierarzt kein Ergebnis bringen, müssen die Ursachen seelisch bedingt sein! Lies‘ im Folgenden, wie Du Ihnen auf die Spur kommst.

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protestpinkeln bei katzen

Protestpinkeln aus seelischen Gründen

Katzen sind ausgesprochene Gewohnheitstiere und reagieren manchmal extrem sensibel auf jegliche Veränderungen ihrer Umwelt. Sie nehmen genau zur Kenntnis, wenn beispielsweise die Möbel verrückt werden, ein Familienmitglied die Gemeinschaft verlässt oder ein neues hinzu kommt. Solche Ereignisse können die Tiere extrem irritieren und sind deshalb häufig die Ursache für plötzliche Unsauberkeit.

Wichtig zu wissen: Katzen gehören zu den höher stehenden Säugetieren und sind sehr komplexe Individuen. So kommt es, dass einige sich bereits an weitaus kleineren Veränderungen stören können, während andere auch die größten Umbrüche scheinbar gelassen hinnehmen.

Steht ein Umzug, oder eine ähnliche große Veränderung im Leben einer Katze bevor, können Pheromon-Sprays gute Dienste leisten. Sie sorgen dafür, dass ängstliche oder sehr schreckhafte Katzen die Dinge ein bisschen gelassener nehmen.

Wie ein Katzenpsychologe vorgehen würde

Wenn sich die Gründe für das Protestpinkeln nicht ohne Weiteres aufklären lassen, gilt es die Katze für einige Zeit intensiv zu beobachten. Mit einem Stift und Notizblock muss das Verhalten der Katze über einen Zeitraum von mindestens drei Tagen genau dokumentiert werden. Das ist zeitaufwendig, doch nur so können ungünstige Anlässe für das unangenehme Verhalten wirklich erkannt werden.

Willkürliche Veränderungen im Tagesablauf von Katzen sind in der Mehrzahl der Fälle der Anlass für seelisch bedingtes Urinieren außerhalb des Katzenklos.

Es gilt also herauszufinden, in welchen Bereichen es in der Vergangenheit mutmaßlich zu solchen Veränderungen gekommen ist. Aus diesem Grund macht man sich zuerst ein Bild vom Tagesablauf der Katze. Zu stellende Fragen könnten sein:

  • Was frisst sie und wann frisst sie? (auch: Hat es eine Futterumstellung gegeben?)
  • Frisst die Katze regelmäßig? Geschieht es in Etappen oder mit einem Mal?
  • Zu welchen Zeiten schläft die Katze? Sind die Zeiten gleichbleibend oder wechseln sie?
  • Wenn es zum Protestpinkeln kommt: Wie sind die näheren Umstände?
  • Was ist kurz zuvor geschehen?
  • Hält sich ihr Bezugsmensch im gleichen Raum auf?
  • Sind Artgenossen (oder andere Mitbewohner) in der Nähe?
  • Wie verhält sich die Katze zu ihnen?
  • Welcher Aktivität widmet sich die Katze nach dem Pinkeln?
  • Wird das Katzenklo noch für das „kleine Geschäft“ benutzt oder ignoriert?
  • Ist die Einstreu eine andere als zuvor und ist sie frisch?

Je umfassender diese Fragen beantwortet werden, umso eher lässt sich ein Gesamtbild von der Situation zeichnen. Eine Katze ist darauf angewiesen, dass wir Menschen ihr eine lebenswerte Umgebung schaffen – wie genau diese gestaltet sein soll, womit sie sich wohlfühlt und was sie gar nicht mag, weiß manchmal nur die Katze selbst.

Trotz verfügbarem Artgenossen können Katzen zum Beispiel ein Problem damit haben, wenn sie täglich mehrere Stunden auf ihren Menschen verzichten müssen oder tageweise von ihm allein gelassen werden. Manche Katzen sind ähnlich soziale Tiere wie Hunde und sehr auf ihren Menschen fixiert. Ähnlich wie bei Hunden ist solchen Katzen oft schon damit geholfen, wenn sie auf ein getragenes Kleidungsstück als Erinnerung zurückgreifen können.

Der gleiche Trick lässt sich übrigens anwenden, wenn Sohn oder Tochter ausziehen und die Katze sehr an diesem Familienmitglied hängt. Gefühle von Einsamkeit sind häufig Auslöser für Protestpinkeln!

Einsamkeit als Ursache für Unsauberkeit

Katzen sollten niemals ohne Artgenossen gehalten werden. Eine mögliche Zweitkatze muss jedoch sorgfältig ausgesucht werden. Um Stress zu vermeiden, sollte die Partnerkatze im gleichen Alter sein, das gleiche Geschlecht und einen ähnlichen Charakter haben. Agile Katzen können nicht gut mit Couch potatoes umgehen und umgekehrt ist es genauso.

Mit viel Geduld lassen sich auch sehr unterschiedliche Tiere vergesellschaften. Stellt sich jedoch heraus, dass dies nicht möglich ist (zum Beispiel durch anhaltendes Protestpinkeln eines der Tiere), so sollte man sich den Tieren zu Liebe von einem der beiden trennen. Mit Katzen ist es wie mit uns Menschen: Manchmal passt es einfach nicht und dann ist es besser, getrennte Wege zu gehen.

Möglicherweise findet sich ein neuer Platz für das Tier bei einer vertrauten Person. Ist das nicht möglich, kann die örtliche Katzenhilfe um Unterstützung bei der Vermittlung angefragt werden. Die Mitarbeiter verfügen in der Regel über ein riesiges Netzwerk, was es leichter macht, ein neues Zuhause zu finden.

Fazit

Oft ist es nicht leicht die Ursachen für Protestpinkeln herauszufinden. Während die Begleitumstände für uns Menschen unangenehm sind, leidet auch die unsaubere Katze selbst an ihrem Verhalten. Schließlich möchte sie uns nicht ärgern, sondern auf ihre Art mitteilen, dass etwas nicht stimmt.

Sie sollte darum auf keinen Fall geschimpft werden, wenn es einmal wieder zu einem Malheur kommt. Durch genaues Beobachten ihres Verhaltens ist es möglich, die tatsächlichen Ursachen für ihr Verhalten zu erkennen und Aspekte in ihrem Lebensbereich so zu verändern, dass sie sich wohlfühlt.

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