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Katzenelend auf Mallorca: Droht die Einrichtung eines Ghettos für kranke Tiere im Norden der Insel?

katzen auf mallorca

Die Insel Mallorca wird ihrer streunenden Katzen nicht Herr. Noch im Januar hatte der Inselrat die Subventionierung so genannter Katzenkolonien beschlossen. Schnell war klar, dass das Geld hinten und vorne nicht reicht. Jetzt wurde der Beschluss ergänzt.

In offiziellen und betreuten Katzenkolonien auf Mallorca dürfen maximal bis zu zehn gesunde Katzen leben. Von diesen Kolonien gibt es rund um die Hauptstadt Palma gerade einmal zehn. Vier davon betreuen freiwillige Helfer des Vereins „Miaus Mallorca“. Chance auf eine Aufnahme gibt es für Neuankömmlinge nur, wenn die Tiere gesund sind.

Das Schicksal erkrankter Katzen ist darum oft eine komplette Verwilderung. Die Tiere lernen, gezwungenermaßen, ganz ohne den Menschen auszukommen. Das hatte in der Vergangenheit auch Konsequenzen für die heimische Vogelwelt. „Ich möchte Katzen nicht verdammen“, sagt beispielsweise ein passionierter Vogelbeobachter der Inselzeitung MallorcaZeitung „aber wenn ich lesen muss, wie viele Vögel von Katzen getötet werden, bricht es mir das Herz“.

Tierschutz ist auf der Insel eine durchaus heikle Angelegenheit. Als der Forscher Félix M. Medina seine Ergebnisse zum Thema veröffentlichte, wurde er sogar persönlich bedroht. „Ich antworte dann immer: Ihr seid keine Tierschützer, ihr seid nur Katzen- und Hundeschützer.“ Wie viele es von den so genannten „gatos asilvestrados“ (Streunerkatzen) auf der Insel tatsächlich gibt, weiß trotzdem bis heute niemand so genau.

Geschlossenes Areal für Katzen soll Einschläferungen verhindern

Für sie will die Gemeinde Pollença im Norden Mallorcas jetzt ein geschlossenes Katzenareal errichten. Dort sollen Tiere untergebracht werden, die keinen Platz in einer der betreuten Katzenkolonien finden, weil sie etwa krank sind. Mit dem Areal will der Inselrat die Einschläferung der Tiere verhindern. Gegen Einschläferungen hatte unter anderem der balearische Tierschutzbund „Baldea“ protestiert.

In dem geschlossenen Katzenareal will man die Tiere dann mehr oder weniger sich selbst überlassen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Inselrates hervor, in dem vor allem Probleme bei der Finanzierung von Kastrationen in den betreuten Katzenkolonien als Anlass für die Einrichtung eines solchen Areals genannt werden.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Erstmalig schlägt der Rat der Insel in seiner Pressemitteilung auch die Einführung von Richtlinien für die Betreiber von Katzenkolonien vor. Laut MallorcaZeitung existieren zahlreiche, von Privatleuten betriebene Kolonien, von denen kaum jemand etwas wüsste. Der Rat will die betreuten Katzenkolonien nun zählen lassen. Außerdem wurde angeordnet, dass sich eine Katzenkolonie nicht näher als 200 Meter von einer Schule oder anderen öffentlichen Einrichtung befinden dürfe. Gefüttert werden solle ausschließlich mit Trockenfutter.

Ob mit der Einrichtung des Areals in Pollença aber nun tatsächlich etwas gegen das Katzenelend unternommen werden soll, bleibt anzuzweifeln. Die Idee erinnert am ehesten an die Einrichtung eines Ghettos für kranke Tiere. Mit dem Management ihrer herrenlosen Katzen wirkt die Insel Mallorca damit nach wie vor völlig überfordert.

 

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