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Katze putzt sich ständig: „Overgrooming“ und was dahinter steckt

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Dass Katzen sehr reinlich sind und sich häufig putzen, ist bekannt. Doch wann ist das Verhalten noch normal, wann ist die Putzerei ein Zeichen für eine Erkrankung? Darüber klärt der folgende Beitrag auf.

Für vieles gibt es heutzutage einen Fachbegriff, so auch für das zwanghafte Putzen bei Katzen. „Overgrooming“ bezeichnet die übertriebene Fellpflege bei Stubentigern. Spätestens wenn das zu kahlen Stellen im Fell der Katze führt, sollte man handeln.

Weshalb sich Katzen so häufig putzen

Nicht jede Katze die sich häufig putzt, leidet automatisch an einer Erkrankung. Bis zu drei Stunden tägliches Putzen seien völlig normal, so die Tierverhaltensmedizinerin Barbara Schöning. Reagiert eine Katze jedoch kaum noch auf andere Reize wie etwa ihr Lieblingsspielzeug, so sei dies ein ernstzunehmendes Signal.

 
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Normalerweise putzen Katzen sich, um die Durchblutung ihrer Haut anzuregen. Das animiert die Talgdrüsen, Fett abzusondern, welches den Pelz geschmeidig macht und wasserabweisend werden lässt. Durch dieses Verhalten bekommt eine Katze ihre ganz eigene Geruchsnote, anhand derer sie auch von Artgenossen sofort erkannt wird.

Im Sommer putzen sich Katzen öfter als im Winter. Der Grund ist, dass die auf dem Fell verdunstende Feuchtigkeit Abkühlung verschafft.

Putzen ist für den Stressabbau hilfreich

Durch das Putzen erreicht die Katze eine höhere Durchblutung ihres Körpers. Katzen sind in der Lage, diesen Effekt auch gezielt zum Abbau von Stress und Spannungen einzusetzen. So kann das Putzen etwa als eine Art Übersprungshandlung eingesetzt werden.

 
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Beobachtet eine Katze vom Fensterbrett aus zum Beispiel einen Vogel, wird automatisch ihr Jagdtrieb aktiviert. Ist sie nicht in der Lage, diesem Trieb sofort zu folgen, kann hektisches Putzen als Ersatzhandlung auftreten. Dieses Verhalten ist typisch und völlig normal.

Katze putzt sich ständig: Organische und psychische Ursachen möglich

Putzt sich eine Katze deutlich länger als rund drei Stunden täglich, ist dies ein Zeichen für eine Erkrankung. Auf körperlicher Ebene kann zum Beispiel ein Milbenbefall vorliegen, der zu Hautreizungen führt. Diese versucht die Katze durch häufiges Putzen zu lindern. Lassen sich zusätzlich braune Verkrustungen im Ohr der Katze finden, so weist dieses Symptom deutlich auf einen Milbenbefall hin. Die Katze sollte dringend einem Tierarzt vorgestellt werden, der eine Behandlung einleiten wird.

Auch Allergien, Pilzinfektionen und Schmerzen können körperliche Ursachen für besonders häufiges Putzen sein. Ein Tierarzt sollte eine sich ungewöhnlich häufig putzende Katze also in jedem Fall ansehen. Können organische Gründe nach einer eingehenden Untersuchung ausgeschlossen werden, kommen nur noch psychische Auslöser für das Verhalten in Betracht.

Auf der Suche nach möglichen psychischen Ursachen sollte man als Halter in jedem Fall die stressabbauenden Funktion des Putzens bedenken. Lebt die Katze in einem sehr hektischen Haushalt mit anderen Katzen oder Kindern, könnte es sein, dass ihr eine Rückzugsmöglichkeit fehlt. Insbesondere sensible Tiere reagieren in dieser Weise auf Unruhe und Stress, während draufgängerische Katzen eher mit Aggression reagieren und zum Beispiel häufiger beißen.

 
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Psychische Auslöser: So kommt man den Gründen auf die Spur

Wenn sich herausstellt, dass das vermehrte Putzen nicht auf eine körperliche Erkrankung zurückgeht, sollte man als Halter die Katze von nun an genau in ihrem Verhalten beobachten. Es empfiehlt sich zunächst für einige Tage zu notieren, in welchen Situationen das Putzen einsetzt. Aus der Beobachtung kann ein erster Verdacht entstehen, der auf die Spur einer möglichen Heilung führt. Können Stressauslöser beseitigt werden, nimmt bald auch das Putzen ab.

In manchen Fällen ist es möglich, dass sich ein Auslöser nicht ohne weiteres erkennen lässt. So soll es auch Katzen geben, die sich allein aus Langeweile oft putzen. Dies ist häufiger der Fall, wenn Katzen alleine ohne Artgenossen in der Wohnung leben und zusätzlich auch auf Freigang verzichten müssen. Mittlerweile gibt es auch für Hunde und Katzen Antidepressiva, die den Tieren ihr Dasein erleichtern können. Die Gabe dieser Mittel ist jedoch äußerst fragwürdig und längst nicht jeder Tierarzt ist bereit, diese zu verschreiben.

Eine Alternative sind pflanzliche Bachblüten, die bei regelmäßiger Einnahme zu einer gesteigerten, körperlichen Entspannung führen. Ein Tierheilpraktiker kann diese Mittel verordnen und die Einnahme begleiten. Da Bachblüten nicht verschreibungspflichtig sind und praktisch keinerlei Nebenwirkungen haben, kann man die Mittel aber auch eigenhändig online bestellen und seiner Katze verabreichen. Die genaue Dosierung steht in der Packungsbeilage und sollte eingehalten werden.

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