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Katze putzt sich ständig: „Overgrooming“ und was dahinter steckt

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Katzen sind reinliche Tiere und putzen sich häufig. Putzen wird von Katzen jedoch auch zum Stressabbau genutzt und das ist nicht in jedem Fall gesund. Wann ist das Verhalten noch normal, wann ist exzessives Putzen krankhaft? Wer sein Tier genau beobachtet, kann es herausfinden.

Wenn Katzen sich zwanghaft Putzen, nennen Experten das Overgrooming. Manche Katzen betreiben dieses Verhalten so intensiv, dass regelmäßig kahle Stellen im Fell entstehen. Das verstärkte Putzen kann oragnische Gründe haben oder auf eine seelische Belastung hindeuten.

Normales Putzverhalten oder Zwang? Warum sich Katzen häufig putzen

Nicht jede Katze die sich häufig putzt, leidet automatisch an einer Erkrankung. Sogar bis zu drei Stunden täglich gelten unter Tierverhaltensexperten noch als vollkommen normal. Im Sommer putzen sich Katzen darüber hinaus häufiger als im Winter. Der Grund ist, dass die auf dem Fell verdunstende Feuchtigkeit ihnen Abkühlung verschafft.

Wenn sich eine Katze putzt, wird die Durchblutung ihrer Haut angeregt. Das animiert die Talgdrüsen, Fett abzusondern, welches den Pelz geschmeidig macht und wasserabweisend werden lässt. Durch diesen Effekt bekommt eine Katze übrigens auch ihre ganz eigene Geruchsnote, anhand derer sie zum Beispiel von Artgenossen erkannt wird.

Wenn eine Katze sich aber aus ihrem Putzrausch kaum noch herausholen lässt, wenn sie sich beispielsweise auch nicht mehr von einem Spielzeug ablenken lässt, so ist dies ein ernstzunehmendes Zeichen.

Besonders häufiges Putzen als Möglichkeit für Stressabbau

Durch das Putzen erreicht die Katze eine höhere Durchblutung ihres Körpers, was stressmindernd auf sie wirkt. Katzen sind in der Lage, diesen Effekt auch gezielt und bewusst zum Abbau von Stress und Spannungen einzusetzen. Dieses Verhalten ist vollkommen normal, solange es sich in einem gewissen Rahmen hält.

Beobachtet eine Katze vom Fensterbrett aus zum Beispiel einen Vogel, wird automatisch ihr Jagdtrieb aktiviert. Ist sie nicht in der Lage, diesem Trieb sofort zu folgen, kann hektisches Putzen eine Art Ersatzhandlung sein, mit der sie die überschüssige innere Spannung wieder reduzieren kann.

Katze putzt sich ständig: Organische Ursache vom Tierarzt abklären lassen

Stellt man fest, dass die eigene Katze sich auffallend häufg putzt, sollte als erstes ein Tierarzt organische Ursachen ausschließen beziehungsweise gezielt behandeln. Ein Milbenbefall ist zum Beispiel ein typischer Auslöser für häufiges Putzen. Er führt zu Hautreizungen, welche die Katze durch häufiges Putzen zu lindern versucht. Sind braune Verkrustungen im Ohr sichtbar, so ist dies ein sicheres Anzeichen für einen solchen Befall. Auf keinen Fall sollte man versuchen, Verkrustungen eigenhändig zu entfernen! Es besteht die Gefahr, dass die Milben und ihre Eier immer tiefer in den Gehörgang gelangen.

Kann der Arzt einen Milbenbefall ausschließen, können Schmerzen oder Allergien weitere, organisch bedingte Ursachen für häufiges Putzen bei Katzen sein. Liegen keinerlei organische Ursachen vor, müssen psychische Auslöser für das Verhalten in Betracht gezogen werden.

Lebt die Katze beispielsweise in einem sehr hektischen Haushalt mit anderen Tieren oder Kindern zusammen, so fehlt ihr vielleicht eine Rückzugsmöglichkeit. Sensible Katzen reagieren dann mit verstärktem Putzen auf Stress, während draufgängerische Katzen eher aggressiv werden und ihre Menschen häufiger beißen oder kratzen.

Psychische Auslöser: So kommt man den Gründen auf die Spur

Wenn sich herausstellt, dass das vermehrte Putzen nicht auf eine körperliche Erkrankung zurückgeht, sollte man als Halter die Katze von nun an genau in ihrem Verhalten beobachten. Hierzu notiert man sich zunächst für einige Tage, in welchen Situationen das Putzen genau einsetzt. Anhand dieser Beobachtungen kann man Rückschlüsse auf mögliche Stressauslöser erhalten und diese beseitigen.

Jedoch: Nicht immer lässt sich ein seelischer Auslöser für häufiges Putzen sofort erkennen. Ein Tierheilpraktiker oder ein Katzenpsychologe kann in solchen Fällen weiterhelfen.

Um Alltagsstress bei Haustieren zu vermindern, gibt es mittlerweile auch für Hunde und Katzen Antidepressiva. Die Gabe dieser Mittel ist jedoch umstritten und nicht jeder Tierarzt ist bereit, sie zu verabreichen. Aus gutem Grund, denn im Sinne des Tieres muss zuerst alles unternommen werden, um ihm das Leben abwechslungsreicher und angenehmer zu gestalten.

Pflanzliche Bachblüten können eine Katze darin unterstützen, zu einem besseren seelischen Gleichgewicht zu finden. Um eine Wirkung zu entfalten, müssen sie längerfristig und regelmäßig eingenommen werden. Bachblüten können rezeptfrei im Internet bestellt werden und haben praktisch keine Nebenwirkungen. Die Einnahme und Wirkung sollte jedoch von einem Experten, etwa einem Tierheilpraktiker, überwacht werden.

Originally posted 2018-03-19 09:07:50.

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