Tierschützer schlagen Alarm: Corona-Pandemie führt Tierheime an den Rand der Existenz

Keine Weihnachtsbasare, keine Flohmärkte, keine Einnahmen – so lautet die traurige Bilanz vereinsgeführter Tierheime in Deutschland für das Pandemiejahr 2020. Weil Spendenveranstaltungen nicht stattfinden konnten, fehlen den angeschlossenen Tierschutzvereinen nun Einnahmen in hoher, zweistelliger Millionenhöhe.

Schon vor der Corona-Pandemie hat rund die Hälfte aller Tierheime in Deutschland ums Überleben gekämpft. Angesichts der Pandemie hat jetzt auch die Bundesregierung die Not erkannt und den Trägervereinen für 2021 rund 5 Millionen Euro Unterstützung versprochen.

Tierschützer begrüßen das Engagement, mahnen jedoch gleichzeitig, dass diese Summe nicht einmal im Ansatz ausreichend sein werde, um die Kosten zu decken.

In der WELT am Sonntag äußert sich Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, besorgt:

„Die Löcher im Haushalt sind bisher nicht einmal annähernd gestopft und die Krise ist nicht vorbei“

Spendenveranstaltungen mussten wegen Corona abgesagt werden

Die zuständigen Gemeinden erstatten Tierheimen in der Regel gerade einmal 25 Prozent der anfallenden Kosten. Einen Großteil ihrer Einnahmen erzielten die angebundenen Tierschutzvereine bisher über öffentliche Veranstaltungen, wie Weihnachtsbasare und Flohmärkte. Es war üblich zu diesen Anlässen zu Spenden aufzurufen und für die meisten Vereine hatte sich dieses Konzept jahrzehntelang bewehrt.

Weil Weihnachbasare und Co. aufgrund der Pandemie nicht stattfinden durften, fehlt den Tierheimen nun Geld in erheblichem Ausmaß.

Thomas Schröder vermutet in der WELT am Sonntag, dass die Defizite deutlich höher ausfallen, als von der Regierung angenommen:

„Nach unserer Kenntnis müssen die Tierheime, die uns angeschlossen sind, etwa 60 Millionen Mindereinnahmen verkraften.“

Tiervermittlung erlebt Dank Corona einen massiven Aufschwung

Deutschland gilt bisher in Sachen Tierschutz als Vorbild, nicht zuletzt aufgrund der ausgezeichneten Organisation. Mit mehr als 550 Einrichtungen ist der Deutsche Tierschutzbund der größte Trägerverein von Tierheimen.

Rund 80.000 Hunde und 160.000 Katzen werden von den örtlichen Vereinen des Deutschen Tierschutzbund alljährlich in Obhut genommen.

Während einerseits die Vereine um ihre finanzielle Existenz bangen, hat die Corona-Pandemie andererseits der Tiervermittlung zu einem Aufschwung verholfen: Niemals zuvor hat es so viele Anfragen für Hunde und Katzen gegeben, wie im Pandemiejahr 2020.

Foto: Little Mountain publishing / Lisa Redfern / CC-0

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