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Tierärzte schlagen Alarm: Katzen und Hunde bitte nicht desinfizieren!

katzen nicht desinfizieren

Die Sorge um eine Infektion mit dem Coronavirus veranlasst Tierhalter offenbar dazu, ihre Hunde und Katzen zu desinfizieren. Schlimme Verbrennungen können die Folge sein.

Ist einmal kein Waschbecken mit Wasser und Seife verfügbar, sind Desinfektionsmittel durchaus eine sinnvolle Angelegenheit – wohlgemerkt, für Menschen!

Hunde und Katzen hingegen sollten auf keinen Fall mit den Mitteln in Kontakt kommen. Nachdem vorige Woche eine Katze in Belgien positiv auf das Coronavirus getestet worden war, mehren sich vor allem im schwer vom Virus betroffenen Nachbarland Frankreich entsprechende Anfragen in Tierarztpraxen.

Haustierbesitzer wollen wissen, wie sie ihre Schützlinge am besten desinfizieren können

Das berichtet der Fernsehsender FranceBleu und zitiert eine französische Tierärztin. Die Veterinärin hatte selbst eine solche Anfrage erhalten. Ein älterer Herr hatte wissen wollen, ob er die Zunge und Pfoten seines Hundes nach einem Spaziergang mit ‚Eau de Javel‘ reinigen könne.

Bei dem Mittel handelt es sich um ein Bleichmittel aus dem französischen Örtchen Javel, das heute zu Paris gehört. Produziert wurde es dort erstmals 1784. Ab dem 19. Jahrhundert entdeckte man die desinfizierende Wirkung von ‚Eau de Javel‘. Seitdem wird es in Krankenhäusern als Desinfektionsmittel eingesetzt.

Als Reinigungsmittel eroberte es schnell auch private Haushalte. Inzwischen werden in Frankreich pro Jahr rund 245 Millionen Liter der Substanz verbraucht.

Katzen sollen nach Behandlung mit Desinfektionsgel ins Koma gefallen sein

FranceBleu hat weitere Tierärzte zu ihren aktuellen Erfahrungen mit Tierhaltern befragt. Einer berichtet, dass zwei Katzen mit einem Desinfektionsgel eingerieben wurden, woraufhin die Tiere eine akute Vergiftung bekamen und ins Koma fielen. Um welches Mittel es sich hierbei genau gehandelt hat und wo sich diese Vorfälle ereignet haben sollen, wird in dem Artikel nicht näher benannt.

Greifen tatsächlich immer mehr Katzen- und Hundehalter zu Desinfektionsmitteln, um eine mögliche Übertragung des Coronavirus durch ihre Tiere zu verhindern? Wir haben die Tierärztin Miriam Böhlau zu dem Thema befragt:

„Auf gar keinen Fall sollten Haustiere mit einem Desinfektionsmittel, oder einer anderen alkoholartigen Lösung ‚gereinigt‘ werden. Solch eine Behandlung bietet keinen sicheren Schutz vor Viren oder Keimen und kann für die Tiere zudem extrem gefährlich werden! Entsprechende Nachfragen von Kunden unserer Praxis hatten wir bisher keine. Doch die Leute sind natürlich durch die Berichterstattung in Panik und es ist nicht auszuschließen, dass der eine oder andere unter diesem Eindruck auf entsprechende Gedanken kommt. Bitte tun Sie das Ihrem Tier auf keinen Fall an!“

Hygiene im Umgang mit Haustieren ist jetzt wichtig

Die Katze aus Belgien, die in der vorigen Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden war, hatte das Virus möglicherweise durch das enge Zusammenleben mit ihrer schwer an Corona erkrankten Halterin erworben.

Weiterhin ist es möglich, dass der am Tier durchgeführte Test zwar auf Coronaviren reagierte – im Fall der Katze handelte es sich dabei jedoch um feline Coronaviren (FIP), die auf den Menschen nicht übertragen werden können und bei Katzen schon länger bekannt sind.

Katzen und Hunde gelten grundsätzlich auch weiterhin nicht als Überträger des neuartigen Coronavirus SARS-CoV. Eine Ansteckung von Tier zu Mensch ist extrem unwahrscheinlich!

Die Welt-Tiergesundheitsorganisation (OiE) empfiehlt Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, trotzdem den Kontakt zu ihren Haustieren einzuschränken. Haustiere von infizierten Personen sollten möglichst zu Hause bleiben und so wenig Kontakt zu anderen Menschen und Tieren haben wie möglich.

Autor(in) Cat News

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