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Rattengiftköder: Tierklinik warnt vor steigender Gefahr für Katzen

Noch nie gab es so viele Vergiftungsfälle bei Katzen! Das berichtet eine Tierklink aus dem hessischen Gelnhausen. Seit einigen Wochen werden dort verstärkt Katzen mit Vergiftungssymptomen vorgestellt. Tragisch: Für einige der Tiere kommt dann bereits jede Rettung zu spät. Was Tierhalter jetzt tun können.

Das Mäuse- und Rattengift ‚Alpha-Chloralose‘ vom Hersteller Neudorff ist im Handel frei verkäuflich. Es kann deshalb von jedem für die Anwendung Zuhause erworben werden. Angewendet wird es meist in Köderform, etwa mit Getreide oder Mehl vermengt, um Mäuse und Ratten speziell im Winter fernzuhalten.

Die fatale Wirkung des Gifts: Nagetiere werden durch die Aufnahme erst narkotisiert und erfrieren anschließend jämmerlich.

Verspeisen Freigänger-Katzen eine Maus, die zuvor einen mit Alpha-Chloralose gespickten Köder gefressen hat, besteht höchste Gefahr: Die Katzen fallen zunächst ins Koma, werden sie dann nicht rechtzeitig gefunden, droht auch ihnen der Tod durch Erfrierung!

Eine einzelne Maus soll bereits ausreichend sein, um bei Katzen eine tödliche Vergiftung hervorzurufen.

Tierklink vermutet: Das Problem ist bei Anwendern und Tierhaltern noch weitestgehend unbekannt

Wenn eine Katze rechtzeitig nach einer Vergiftung durch Alpha-Chloralose zum Tierarzt gebracht wird, besteht durch Einleitung von entsprechenden medizinischen Gegenmaßnahmen die Chance auf eine vollständige Genesung.

Katzenhalter sollten deshalb über die typischen Symptome der Vergiftung aufgeklärt sein. Diese sind wie folgt:

  • Krampfanfälle
  • Muskelzittern
  • Schläfrigkeit oder Bewusstlosigkeit
  • In akuten Fällen: Koma
  • Untertemperatur von weniger als 38 Grad

Wird eine Vergiftung rechtzeitig erkannt und behandelt, erholen sich Katzen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen. Tückisch ist jedoch, dass die genannten Symptome auch bei einem Schädel-Hirn-Trauma auftreten können, wie es beispielsweise hervorgerufen wird, wenn das Tier einen Unfall erlitten hat.

Dr. Schulz von der Tierklinik Gelnhausen rät:

„Lassen Sie einer Katze in Seitenlage mit Unterkühlung und großen Pupillen im Zweifelsfall lieber 24 Stunden mehr Zeit mit Infusionen und Wärmematte. Ein Röntgenbild zeigt meist noch die Mäuseknochen im Magen und lässt somit die Diagnose schon fast mit Sicherheit bestätigen.“

Datum: 16.10.2020
Quelle: Tierzentrum Tierklinik für Kleintiere Gelnhausen 

Autor(in) Cat News

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