Pilotprojekt: Katzenwald bei Neustrelitz könnte Deutschlands erstes Katzenschutzgebiet werden

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Wohin mit all den freilebenden Katzen? Kastrationsprogramme wirken in dem kleinen Örtchen Mirow (bei Wustrow in Mecklenburg-Vorpommern) schon lange nicht mehr, die Zahl der herrenlose Tiere steigt trotzdem seit Jahren. Doch Not macht jetzt offenbar erfinderisch.

Auf einem 6.200 Quadratmeter großen Areal soll ein so genannter Katzenwald entstehen, also eine Art Schutzgebiet für Katzen. Solch ein Projekt wäre in Deutschland bisher einmalig.

Gut möglich ist jedoch, dass es schnell zum Vorbild für andere Gemeinden werden könnte: Denn haben Katzen erst einmal längere Zeit frei gelebt, lassen sie sich nur noch schwer vermitteln. Wenn solche Katzen im Tierheim landen, dann gingen sie bereits nach kurzer Zeit die Hände hoch. Das berichtet Silvio Schwarz vom Tierschutzverein Neustrelitz dem Nordkurier. Er sagt:

 „Man tut den Tieren damit keinen Gefallen.“

Noch ist unklar, wie viele Tiere in Deutschlands erstem Katzenschutzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern ein neues Zuhause finden werden. Sicher ist jedoch bereits, dass die Katzen nicht vollständig auf sich selbst gestellt leben sollen.

Katzen sollen regelmäßig gefüttert und vom Tierarzt untersucht werden

Die Tierschützer wollen den Samtpfoten Unterschlupfmöglichkeiten errichten, Futterstellen einrichten und für regelmäßige Kontrollen durch den Tierarzt sorgen. Bevor ein Tier in den Katzenwald ziehen darf, wird es kastriert.

Damit die Katzen auf dem ihnen zugewiesenen Areal bleiben, soll ringsherum ein Zaun gebaut werden. Das wäre wohl auch den Nachbarn des Waldstücks ein dringendes Anliegen, denn in letzter Zeit hatte es auffallend viele Beschwerden über freilaufenden Katzen gegeben – und über Menschen, die sie füttern.

Letztere dürften sich über das Projekt Katzenschutzgebiet freuen. Wie ein Sprecher der Gemeinde verrät, soll der Katzenwald besuchbar sein. Die Tiere sollen nicht einfach dorthin weggesperrt werden, im Gegenteil: Tierschützer und Katzenliebhaber dürften die Samtpfoten jederzeit besuchen kommen und füttern.

Derzeit sind zwar noch einige bürokratische Hürden zu nehmen, doch die konkrete Umsetzung des einzigartigen Schutzgebietes könnte schon bald erfolgen.

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