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Nach Corona: Tierschützer befürchten Abgabeschwemme in Tierheimen

Home-Office, Langeweile, quengelige Kinder: Deutlich mehr Menschen als sonst haben während den Corona-Ausgangbeschränkungen Hunde und Katzen aus Tierheimen adoptiert. Folgt auf den Vermittlungsboom bald die Abgabeschwemme?

Das Interesse an Hunden und Katzen war in den vergangenen Wochen in vielen Tierheimen riesig. Manche Einrichtungen konnten die hohe Nachfrage mitunter kaum mehr bewältigen. Im Tierheim Nordhausen in Thüringen etwa kamen auf 20 junge Kätzchen zuletzt mehr als 50 Bewerber.

Zwar waren viele Tierheime in der Hochphase der Corona-Krise für einige Wochen für den regulären Publikumsverkehr geschlossen, doch per individueller Terminvereinbarung waren Besichtigungen vor Ort in vielen Einrichtungen meist trotzdem kein Problem.

Nach der großen Krise folgen nun immer weitere Lockerungen. Viele Arbeitnehmer müssen inzwischen ganz oder teilweise wieder auf ihr Home-Office verzichten und ganz normal wieder zur Arbeit gehen – ihre neuen tierischen Mitbewohner könnten das Nachsehen haben, fürchten Tierschützer.

Wohin mit Wuffi und Miez, wenn Herrchen und Frauchen wieder ganz normal arbeiten müssen?

Der Leiter des Tierheims in Weimar (Thüringen), Matthias Zauche, fürchtet, dass viele Tiere wieder abgegeben werden, wenn nach Corona der Alltag Einzug erhält:

„Wenn der Alltag einkehrt, tauchen oft erste Schwierigkeiten auf. Nicht alle Hunde können allein zuhause bleiben, ohne die Nachbarn durch Gebell und Gewinsel in die Verzweiflung zu treiben.“

Auch auf eBay Kleinanzeigen stieg zuletzt das Angebot für Hunde und Katzen aus der kommerziellen Zucht. Gaby Schwab vom Tierheim in Bremen befürchtet, dass verstärkte Abgaben auch aus dieser Quelle kommen werden:

„Gerade bei Privatpersonen wird in einem absoluten Großteil dieser Fälle eben nicht so genau hingeguckt, an wen die Tiere gehen.“

Die Gefahr eines so genannten „Jojo-Effekts“ hält der Vorsitzende des niedersächsischen Tierschutzverbandes, Dieter Ruhnke, zumindest im Fall von Tierheimtieren für eher unwahrscheinlich:

„Die Tierheime suchen sich die neuen Besitzer der Schützlinge gut aus. Sie kommen sogar auf Hausbesuch, um Haltungsvoraussetzungen zu prüfen. Schutzgebühren verhindern vorschnelle Entscheidungen.“

Ob überwiegend Spontanentscheidungen und Langweile die Menschen auf die Suche nach einem Tier führten, oder vielleicht doch die Erfüllung eines schon länger gehegten Wunsch, das wird sich wohl erst in den kommenden Wochen zeigen.

Datum: 07.06.2020

Autor(in) Cat News

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