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Mysteriöses Katzenverschwinden: Jerusalem Post ruft die ‚Cat-astrophy‘ aus

Die Jerusalem Post hat die „Cat-astrophy“ ausgerufen. Der Grund: Auf den Straßen der heiligen Stadt verschwinden seit dem Sommer immer mehr Katzen. Auf Facebook werden Katzenhalter davor gewarnt, ihre Tiere noch nach draußen zu lassen. Bewohner, Medien und Tierschützer rätseln weiter gemeinsam über den Verbleib der Samtpfoten.

Wurden sie entführt, versehentlich vergiftet, oder gezielt getötet? Medienberichten zu Folge soll es mit Nahlaot and Arnona bereits erste Stadtviertel in Jerusalem geben, auf deren Straßen seit Wochen keine einzige Katze mehr gesichtet worden ist. Wer hinter dem mysteriösen Katzenverschwinden steckt, ist nicht bekannt.

In den sozialen Medien überschlagen sich derweil die Spekulationen zum Verbleib der Katzen. Das ist kein Wunder, denn die Anzahl der Straßenkatzen hält sich seit Jahren auf einem Rekordniveau:

Schätzungen des hiesigen Veterinäramts zu Folge leben bis zu 240.000 herrenlose Katzen in Jerusalem. Auf 1.000 Menschen kämen demnach 260 Katzen.

Ob eine freilaufende Katze herrenlos ist oder einen Besitzer hat, ist freilich nicht in jedem Fall auf Anhieb erkennbar. Die Stadtverwaltung hat sich darum mittlerweile in einer offiziellen Stellungnahme erklärt: Mit dem Verschwinden der Tiere habe sie nichts zu tun.

Auch in der Verwaltung scheint man besorgt über das Ereignis zu sein. Inzwischen wurde eine offizielle Notrufnummer eingerichtet für Katzenhalter, die ihr Tier als vermisst melden möchten.

Straßenkatzen: Deportationen sind inzwischen kein Thema mehr

Wie umgehen mit herrenlosen Streunerkatzen? In der Vergangenheit hatte der damalige Landwirtschaftsminister Uri Ariel eine Deportation der Tiere ins Ausland vorgeschlagen. Von derartigen Ideen hat die aktuelle Regierung jedoch inzwischen Abstand genommen.

2018 hat der neugewählte Bürgermeister von Jerusalem, Mosche Leon, umgerechnet 25.000 Euro für ein Programm zur Fütterung der Tiere bereitgestellt.

Wie man dem Problem jedoch langfristig Herr werden kann, darüber scheiden sich in Israel und der Stadt Jerusalem die Geister: Stadtverwaltung, verschiedene Glaubensgemeinschaften und Naturschützer verfolgen unterschiedliche Ansätze.

Kastrationen: Dem jüdischen Glauben nach eigentlich verboten

Um die Population der Straßenkatzen grundsätzlich zu verringern, müssten mindestens 80 Prozent einer neu heranwachsenden Katzengeneration binnen einen Jahres kastriert werden.

Kastrationen sind allerdings ein schwieriges Thema in Israel: Stimmen aus dem streng-religiösen Spektrum halten vor allem die Kastration von Katern für absolut unvereinbar mit dem jüdischen Glauben.

Auf der anderen Seite existieren auch in Israel von Tierschützern initiierte Programme nach dem US-amerikanischen Vorbild „Trap, Neuter and return“ (Fangen, kastrieren, wieder freilassen).

Viele Israeliten lieben Katzen und umsorgen sie

Glück für die Straßenkatzen: Aufgrund ihres Glaubens fühlt sich ein recht hoher Anteil der Jerusalemer Bevölkerung verpflichtet, den zahlreichen Streunerkatzen der Stadt zu helfen und sie zum Beispiel regelmäßig mit Futter zu versorgen. Eine von ihnen ist die Stadtführerin Tova Saul:

„Ich verlasse niemals das Haus ohne eine große Tüte Katzenfutter dabei zu haben. Wenn ich ein bestimmtes Geräusch mache, kommen die Katzen aus allen Himmelsrichtungen zu mir gelaufen. Ein großes Problem ist meiner Meinung nach, dass viele Leute so wie ich die Katzen füttern, sich aber nicht darum kümmern, dass sie kastriert werden.“

Der National Geographic hat eine kurze Video-Reportage über das Engagement von Tova Saul für die Straßenkatzen Jerusalems gedreht. Hier könnt ihr das Video in voller Länge anschauen:

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