Mitten im Winter: CDU-Politiker will Futterstellen für herrenlose Katzen verbieten

Wie herzlos! Ausgerechnet im Winter fordert ein CDU-Politiker das Ordnungsamt auf, ab sofort „entschieden“ gegen Futterstellen für herrenlose Katzen vorzugehen.

Zum Hintergrund der Forderung: Die rot-gelb-grüne Ampelkoalition im Rat der Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen hat in der vorigen Woche eine Katzenkastrationsverordnung erlassen.

Dabei handelt es sich um einen durchaus sinnvollen Erlass, der ganz im Sinne des Tierschutz ist. Die Katzenkastrationsverordnung verpflichtet alle Katzenhalter dazu, ihre Tiere kastrieren, chippen und registrieren zu lassen. Ausnahmen gibt es nur für Rassekatzenzüchter.

Dadurch soll verhindert werden, dass sich Katzen im Freigang unkontrolliert vermehren und Nachwuchs bekommen können, für den sich letztlich niemand zuständig fühlt.

Wer als Halter seiner Verpflichtung nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld!

Politiker fordert Futterstellen-Verbot für Katzen als logische „Begleitmaßnahme“

Herrenlose Katzen in wilden Kolonien sind keine Seltenheit. Offizielle Angaben über die Anzahl der wild lebenden Katzen gibt es indes keine. Tierschützer vermuten, dass allein in der Hauptstadt Berlin zwischen 40.000 und 100.000 Streunerkatzen leben. Bis zu 3 Millionen Tiere sollen es deutschlandweit sein.

Von Tierschutzvereinen und Gemeinden werden regelmäßig Aktionen organisiert, bei denen die Tiere eingefangen, kastriert und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Eine Vermittlung der Tiere in ein Zuhause ist meist nicht sinnvoll, da sie das Zusammenleben mit dem Menschen nicht kennen und sich nur schwer daran gewöhnen lassen würden.

Um das Elend unter den Tieren in den Katzenkolonien so gering wie möglich zu halten, werden die in die Freiheit entlassenen Katzen von Tierschützern und Privatpersonen versorgt. Genau das ist dem CDU-Politiker Arnd Hilwig ein Dorn im Auge.

Dem Westfälischen Anzeiger sagte er:

„Das Füttern der streunenden Tiere im öffentlichen Raum, in Parks oder an Flussläufen zieht auch Ungeziefer an, ich fordere das Ordnungsamt auf, dagegen entschieden vorzugehen.“

Futterstellen seien in der Katzenkastrationsordnung außerdem gar nicht vorgesehen. Vermüllte Ecken seien hingegen ein großes Problem in der Gemeinde. Wer allerdings den Unrat dort abgeladen hat, ist unklar. Zumindest die Katzen, deren Fütterung untersagt werden soll, dürften es wohl nicht gewesen sein.

Mehr zu diesem Thema: Eine Winterunterkunft für Streunerkatzen ist im Handumdrehen selbst gebaut. So geht’s!

Aus der Cat-News.net Redaktion:
Datum: 10.01.2021
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