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Mit vergifteten Würstchen: Australien will Millionen wilder Katzen töten

katzen australien

Wilde Katzen sind seit vielen Jahren ein Problem auf dem australischen Kontinent. Katzen sind dort ursprünglich nicht heimisch. Sie wurden von den ersten europäischen Siedlern mitgebracht und bedrohen aktuell den Bestand von mehr als 100 heimischen Vogelarten. Dass die Regierung nun zu derart harten Mitteln greifen würde, hätten wohl nur die wenigstens für möglich gehalten.

In Australien werden alljährlich mehr als eine Million Vögel von wildlebenden Katzen getötet. Die Regierung in Perth hat ermitteln lassen, dass mittlerweile der Bestand von 100 Arten gefährdet ist. Doch es gibt eine Idee, wie den wildernden Katzen Herr zu werden ist: Mit Hilfe von vergifteten Würstchen. Das todbringende Futter soll unter anderem von Helikoptern abgeworfen werden, um es großflächig zu verteilen.

Wildlebende Katzen gibt es Tierschutzorganisationen zu Folge vor allem im Süden des Landes sowie im nördlichen Teil von Adelaide. In den letzten Jahren hätten sich Katzen auch in anderen Teilen des Kontinents ausgebreitet, sie leben in Wäldern, Sumpf-, und Weidegebieten.

 

Regierung: Katzen auch für das Aussterben von Beuteltieren und kleinerer Känguruarten verantwortlich

Nicht nur für seltene Vogelarten seien die verwilderten Katzen eine Gefahr. Auch etwas die Populationen des Kaninchennasenbeutlers (Bilby), des Bürstenkängurus (Bettong) und des Ameisenbeutlers (Numbat) würden durch sie in ihrer Existenz bedroht werden. Schon jetzt habe sich die Anzahl der genannten Tiere stark verringert, heißt es.

Die herrenlosen Katzen würden außerdem Krankheiten übertragen, die nicht nur für seltene Arten, sondern auch für Zuchtvieh und letztlich für den Menschen eine Gefahr darstellten. Um die Ausbreitung von Katzen auf dem australischen Kontinent einzudämmen, will die Regierung bis 2020 mindestens zwei Millionen Katzen töten. Auf fünf Inseln sollen die Tiere gezielt und vollständig ausgerottet werden – mit Hilfe von speziell ausgebildeten Jägern, die eigens dafür angeheuert werden sollen.

Katzen „so wenig wie möglich leiden lassen“

Diesen Weg habe man bewusst gewählt, um den Tieren keine unnötigen Schmerzen zu bereiten. Die Jäger müssten über eine aktuelle Lizenz verfügen die ihnen bescheinigt, dass sie zielgenau und präzise mit der Waffe töten können. Auf dem Festland will das Landwirtschaftsministerium mithilfe von Würstchen aus Kängurufleisch, die mit Giftködern gespickt sind, die Katzenpopulation verringern. Erste Tests, bei denen die Köder mit einem Helikopter aus der Luft abgeworfen werden, wurden bereits durchgeführt.

Dass dabei auch einheimische Säugetiere zu Schaden kämen, hält die Regierung für ausgeschlossen. Ebenso seien Umweltschäden durch die vergifteten Würstchen ausgeschlossen.

 

Tierschutzorganisation Peta kritisiert die Aktion – und fordert „notfalls“ Einschläferungen

In ihrer Erklärung zum Vorhaben erklärt die Regierung, sich zuvor mit Kommunen, Tierexperten und Biologen abgestimmt zu haben, doch Kritiker gibt es trotzdem. Zu ihnen gehört etwa die Tierschutzorganisation Peta.

Sie teilt die Ansicht, dass Katzen eine Gefahr für australische Tierwelt darstellen, sieht jedoch das Töten mit Gewehrkugeln und vergiftetem Futter kritisch. Vielmehr sollten die Tiere eingefangen und „falls erforderlich“ anschließend eingeschläfert werden.

Derzeit schätzen Biologen die Anzahl der verwilderten Katzen in Australien auf rund 6 Millionen Einzeltiere. Anfang des 17. Jahrhundert gelangte die Katze als Art nach Australien.

Weiterlesen: Diese Katze reist 50.000 Kilometer durch Australien

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