Katzen-WG in Sachsen: So leben 4 Frauen mit 25 Miezen aus dem Tierschutz unter einem Dach

Unterschlupf finden vor allem Streuner und schwangere Katzen, vermittelt werden die tierischen Bewohner nur, wenn die Frauen ein gutes Bauchgefühl haben: Im sächsischen Mittweida gibt es eine Wohngemeinschaft der besonderen Art.

Immer mehr Tierheime in Deutschland geraten zur Zeit an ihre Grenzen. Die Sommermonate sind unter Tierschützern als Zeit der Abgabeschwemme ohnehin bekannt, doch in diesem Jahr kommen zusätzlich auch noch zahlreiche so genannte „Coronatiere“ hinzu.

Aus Langeweile in der Zeit der Lockdowns hatten sich viele Menschen unüberlegt Hund oder Katze angeschafft, die ihnen mit der Zeit lästig wurden und nun wieder weg sollen! Doch wohin mit all den ungewollten Haustieren, wenn die Tierheime am Limit sind und sogar schon Aufnahmestopps verhängen?

Ein Vorbild könnte eine Katzen-WG im sächsischen Mittweida sein, von der die Tageszeitung Freie Presse aktuell berichtet. Dort leben vier Frauen mit insgesamt 25 Katzen unter einem Dach, die anderswo keinen Unterschlupf finden.

Aufgenommen werden bevorzugt Streunerkatzen und trächtige Miezen, um die sich die Frauen dann rund um die Uhr aufopferungsvoll kümmern. Diese besondere Wohngemeinschaft gibt es bereits seit 2016. Was die Frauen womöglich nie vergessen werden: Im Jahr 2020 hatte eine der Katzen sage und schreibe 11 Kitten in der Gemeinschaftsunterkunft zur Welt gebracht.

Die Sorge war groß bei den Tierschützerinnen, dass nicht alle überleben würden – doch die Kätzchen kamen allesamt durch und konnten schließlich in ein neues Zuhause vermittelt werden.

Kurzfristiger Zeitvertreib, oder Familienmitglied auf Lebenszeit?

Ein neue Bleibe für die Samtpfoten zu finden, das sei in diesen Zeiten gar nicht so einfach. Undine Mehlhorn ist eine der Bewohnerinnen der Katzen-WG und erklärt:

„Wir achten bei der Vermittlung sehr darauf, ob es eine unüberlegte Entscheidung sein könnte.“

Es habe einige Zeit gebraucht bis sie ein gutes Gespür dafür entwickelte, ob eines ihrer Schützlinge ein lebenslanges Familienmitglied werden soll, oder nur ein kurzfristiger Zeitvertreib ist. Haben alle vier Frauen ein ungutes Bauchgefühl, ist der Fall klar: Die Mieze bleibt Mitglied der flauschigen Wohngemeinschaft! Die konsequente Haltung würde zwar nicht immer bei allen gut ankommen, sei aber eben nötig.

Gefüttert und gepflegt wird in der WG übrigens „streng nach Dienstplan“ – das ist wichtig, weil einige der samtpfötigen Bewohner regelmäßig Medikamente bekommen müssen.

Aktiv werden die Tierschützerinnen immer dann, wenn ihnen bekannt wird, dass irgendwo in Mittweida eine Katze nicht gut versorgt wird, oder gar „Gefahr im Verzug“ ist. Feierabend gibt es für die Frauen der Katzen-WG indes praktisch nie: Sind mehrere Tiere gleichzeitig krank, legen sie in Notfällen auch schon einmal eine Nachtschicht ein.

Der Tierschutzverein im sächsischen Mittweida finanziert sich ausschließlich aus Spenden und ist hier auch online zu finden. Apropos Sächsisch: Hättet ihr gewusst, dass auch Katzen im Dialekt mit uns und untereinander kommunizieren? Weiterlesen könnt ihr hier: Bayrisch? Sächsisch? Kätzisch! Wissenschaftlerin entdeckt regionale Dialekte in der Katzensprache.

Quelle: Freie Presse / Symbol-Foto: Paquito on the bed / Tambako The Jaguar / CC BY-ND 2.0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

sollten katzen trockenfutter fressen

Ist Trockenfutter gefährlich für Katzen? Das kann passieren, wenn Du es deiner Mieze fütterst!

Catdaddy daten oder nicht?

Achtung, liebe Cat-Daddys! Wo ihr eure Katzen besser versteckt halten solltet