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Katze zu verschenken?! Wie man mit Menschen umgeht, denen ihr Tier über den Kopf gewachsen ist

Katze zu verschenken – vor allem in sozialen Netzwerken sorgt diese Ankündigung nicht selten für allgemeine Empörung. Bloßstellungen und Diffamierungen des Betreffenden sind leider eine häufige Reaktion der Community. Traurig: Am wenigsten geholfen ist damit dem Wohlergehen des Tieres, um das es doch eigentlich gehen sollte. 6 Tipps, wie es anders gehen kann.

Die Lebensumstände von Menschen verändern sich manchmal von einen Tag auf den anderen. So kommt es, dass sogar die Haltung einer Katze plötzlich zur totalen Überforderung werden kann. Ein neues Zuhause für das Tier finden – der Gedanke und dessen Umsetzung liegen heute oft nur einen Klick weit auseinander.

Wer den Satz „Katze zu verschenken“ liest, kann meist nicht auf Anhieb unterscheiden, was die genaue Absicht hinter einer solchen Formulierung ist. Trotzdem ist die spontane Reaktion, verständlicherweise, häufig Fassungslosigkeit. 

Denn die entscheidende Frage ist: Will hier jemand sein Tier nur so schnell wie möglich loszuwerden? Oder fällt dem Halter seine Entscheidung vielleicht selbst gar nicht so leicht und wünscht er sich aufrichtig, es in liebevolle Hände zu geben?

Was du tun kannst, wenn Du das nächste Mal liest, dass jemand seine Katze verschenken will: 6 Tipps

1. Einen kühlen Kopf bewahren

Wichtig ist es zuallererst einen kühlen Kopf zu bewahren. Lasse dich nicht von deinen spontanen Emotionen leiten. Mache dir bewusst, dass Du einem vollständig fremden Menschen gegenüber stehst. Dessen wahre Motive kannst Du nicht, oder allenfalls bedingt, nachvollziehen.

2. Belehrungen vermeiden

Niemand möchte sich von fremden Personen über das Internet belehren lassen. Versuchst Du das, kannst Du im schlimmsten Fall das genaue Gegenteil von dem erreichen, was Du eigentlich bewegen wolltest: Was passiert, wenn der Katzenhalter im schlimmsten Fall seine Wut über dich an dem Tier auslässt?

Wichtig: Es geht ausschließlich um das Tier! Vorhaltungen führen in der Regel nicht zur Einsicht beim Empfänger.

3. Vorsicht vor unklaren Formulierungen

Manche Menschen sind nicht in der Lage genau zu formulieren, was ihre Absichten sind. So können bestimmte Dinge ganz anders gemeint sein, als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Es ist darum falsch jemandem, der seine Katze abgeben möchte, pauschal Herzlosigkeit zu unterstellen. Nicht jeder der sein Tier abgeben muss, handelt verantwortungslos. Ein ganz anderer Fall liegt natürlich voll, wenn der Halter beispielsweise damit droht, das Tier auszusetzen, wenn es nicht so schnell wie möglich jemand zu sich nimmt.

4. Wenn dich beim Lesen einer Annonce ein ungutes Gefühl beschleicht

In diesem Fall lautet die klare Empfehlung: Dokumentieren und Beweise sichern! Das gilt vor allem, wenn das zu verschenkende Tier durch seinen Halter Misshandlungen ausgesetzt sein könnte.

So erstellst Du einen Screenshot: Die Taste „Druck“ oder „Druck S-ABF“ erstellt einen Aufnahme des gesamten Bildschirms. Diesen kannst du in fast jedem Programm, etwa Word oder Paint, mit dem Tastenkürzel STRG+p einfügen und anschließend abspeichern.

Für die meisten Browser gibt es außerdem Erweiterungen, die Screenshots erstellen können.

5. Hilfe von Tierschutzvereinen anfordern

Tierschutzvereine und Katzenhilfen kennen das Problem von ungewollten Haustieren in der Regel nur allzu gut. Durch ihr großes Netzwerk haben sie meist die Möglichkeit zeitnah Hilfe zu leisten, indem etwa eine vorübergehende Pflegestelle für ein Tier gefunden werden kann.

Tierschutzvereine, Katzenrettungen und Katzenhilfen gibt es in jeder Stadt!

6. An wen Du dich wenden kannst, wenn ein Tier in akuter Gefahr ist

Wenn aus einer Annonce hervorgeht, dass ein Tier in Gefahr ist, musst Du handeln! Bitte nicht den Notruf der Polizei (110) wählen! Der richtige Ansprechpartner ist das Ordnungsamt in deiner Stadt. Es gibt dort spezielle Tierschutzbeauftragte, die dir in dieser Situation weiterhelfen können.

Wie Akzeptanz uns hilft

Als Katzenliebhabern fällt uns die Vorstellung schwer, dass sich jemand – aus welchen Gründen auch immer – von seinem Tier trennt. Es können sich ganz verschiedene Gründe dahinter verbergen, von denen wir manchmal Kenntnis erhalten, manchmal nicht.

Ist die Entscheidung beim Halter einmal gefallen, können wir sie kaum mehr ändern. Es bleibt uns also nur, die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind. Wir sollten darum alle unsere Handlungen genau überlegen und dabei immer das Wohlergehen des betroffenen Tieres an vorderste Stelle setzen.

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Autor(in) Cat News

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