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Blutspende für Katzen: Wie sie funktioniert, wo es im Notfall Katzenblut gibt

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Katzen als Blutspender? Davon haben wohl die wenigsten Menschen bisher etwas gehört. Tatsächlich betreiben viele Tierkliniken und größere Kleintierpraxen eigene Blutbanken für Katzen. Die Nachfrage nach Katzenblut ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, doch Spendertiere gibt es nur wenige. Wann eine Blutspende für Katzen nötig ist, welche Tiere als Spender in Frage kommen, und wie die Registrierung einer Spenderkatze funktioniert.

Mehr als 75 Prozent aller Katzenhalter wissen nicht, dass es auch Blutbanken für Haustiere gibt. Dabei wären 89 Prozent durchaus bereit, ihr Tier als Spender zur Verfügung zu stellen. Das hat eine aktuelle Umfrage des Royal Veterinary College in London ergeben. Entsprechend sind nur sehr wenige Katzen als Blutspender registriert.

Schon seit 2008 gibt es mit ‚Herzblut Für Katzen‘ eine zentrale Online-Datenbank, die Tiere in ganz Deutschland und deren Blutgruppen erfasst. Der Unterschied zu Blutbanken an Tierkliniken, in denen Blutkonserven gelagert werden: Erst im Bedarfsfall wird ein Spendertier aus der Kartei zur Ader gelassen.

Im Notfall muss es schnell gehen

Das Organisieren eines passenden Spendertieres ist in akuten Notsituationen, in denen es um Leben und Tod geht, nicht leicht. Schneller geht es, wenn Blutkonserven gelagert sind und sofort an kranke oder verletzte Tiere verabreicht werden können.

Genau wie Menschen können Katzen in schwere Unfälle verwickelt werden, in denen jede Minute zählt. Bei Operationen können Komplikationen auftreten, die einen starken Blutverlust zur Folge haben. Liegt eine Blutkonserve in der passenden Blutgruppe dann schon bereit, kann das lebensrettend sein.

Welche Tiere für das Blutspenden in Frage kommen

Ab einem Alter von einem Jahr bis hin zu acht Jahren ist eine Katze zur Blutspende geeignet. Das teilt die Freie Universität (FU) Berlin mit, die selbst eine Blutbank für Katzen betreibt.

Für eine Spende in Frage kommen ausschließlich gesunde und geimpfte Tiere mit einem Körpergewicht von 4 bis 5 Kilogramm – je nach Rasse ist natürlich auch mehr Gewicht auf den Rippen erlaubt. Außerdem darf eine Spenderkatze bisher nie selbst eine Blutspende erhalten haben.

Unabhängig ihres Alters und Gewichts sind jedoch nicht alle Katzen gleichermaßen als Spender geeignet. Wie beim Menschen schlägt sich eine Blutentnahme auch bei Katzen auf den Kreislauf nieder. Nach dem Spenden müssen sich die Tiere von dem Vorgang erholen. Solchen Katzen, die stark auf Stress reagieren, sollte man die Prozedur lieber nicht zumuten.

Blutbank oder Datenbank? So können Katzen Spender werden

Katzen können auf zwei Arten Blutspender werden: Über die Registrierung als potenzielles Spendertier sowie über eine direkte Blutspende, bei der eine Konserve angelegt wird.

Einen eigenen Blutspendedienst für Katzen bieten unter anderem die FU Berlin, die Tierklinik Hofheim, die Tierklinik Oberhaching, die Tierklinik Ismaning sowie die Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München.

Darüber hinaus lohnt es sich, beim Tierarzt vor Ort nachzufragen, ob die Praxis eine eigene Blutbank für Katzen betreibt.

In der deutschlandweiten Spenderdatenbank ‚Herzblut für Katzen‘ werden Katzen für eine mögliche Blutspende lediglich registriert. Blutkonserven werden nicht angelegt, es findet nur eine Typisierung und im Bedarfsfall eine Vermittlung statt. Wer seine Katze als Spendertier registrieren lassen möchte, kann diesen Link zum Formular verwenden.

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So funktioniert der Ablauf einer Blutspende für Katzen

Zum Zeitpunkt der Spende darf das Tier nicht auf die regelmäßige Gabe von Medikamenten angewiesen sein. Sie sollte außerdem nach Möglichkeit eine reine Wohnungskatze sein.

Hat man sein Tier einmal registrieren lassen, ist bei Blutbanken theoretisch einmal pro Halbjahr eine Spende möglich. Die Gesamtdauer des Vorgangs beträgt etwa 60 Minuten, in denen die Katze sich ruhig verhalten muss. Vor der Blutentnahme wird darum von den meisten Einrichtungen eine leichte Beruhigungsspritze verabreicht. Entnommen wird das Blut üblicherweise aus der Halsvene.

Wie viel Blut einer Katze genau abgenommen werden kann, ist unterschiedlich. Der Richtwert besagt, dass es zwischen zwei und maximal bis zu neun Milliliter pro Körpergewicht sein dürfen. Ist der Vorgang abgeschlossen, bleibt die Katze noch eine Weile unter medizinischer Beobachtung, um das Risiko so gering wie möglich zu halten.

Was für die Blutspende bei Katzen spricht

Jeder Katzenhalter kann in die Situation geraten, eine Blutspende für seinen geliebten Vierbeiner zu benötigen. Es ist also lohnenswert darüber nachzudenken, ob nicht auch die eigene Katze im Notfall einer anderen Katze diesen lebensrettenden Dienst erweisen kann.

Oft bringt das Blutspenden auch für die Spenderkatze Vorteile mit sich: Viele Einrichtungen bieten beispielsweise kostenfreie Gesundheitschecks und Blutuntersuchungen an. Dadurch können bisher unerkannte, mögliche Erkrankungen diagnostiziert werden. Auch Impfungen werden oft preiswerter angeboten, wenn eine Katze sich als Blutspender zur Verfügung gestellt hat.

Blutspende für Katzen: 24 Stunden Notruf-Hotline

Nach einem Unfall oder einer komplizierten Operation mit viel Blutverlust muss alles sehr schnell gehen. Die Initiative ‚Herzblut für Katzen‘ bietet für solche Fälle eine deutschlandweit gültige Notruf-Hotline an. Unter der Rufnummer 02 08 635 576 18 (oder mobil: 01 78 136 43 83) können passende Spendertiere vermittelt werden.

Weiterlesen: Achtung, Zeckensaison beginnt: Blutsauger werden bei Katzen oft übersehen.

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