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Die Katzen-Gangs von Los Angeles bekommen jetzt richtige Jobs

Tagsüber bekommt sie niemand zu Gesicht, doch wenn es Nacht wird in Los Angeles, patroullieren Streuner durch die Stadt. Man trifft sie in Schulen, Polizeistationen, Feuerwehrwachen und Bürokomplexen. Ihr Job: Ratten und Mäuse in Schach halten.

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In den Straßen von Los Angeles leben unzählige Streunerkatzen. Landen sie im Tierheim, bedeutet das für viele von ihnen den sicheren Tod. Anders als in Deutschland werden Katzen in den USA nach Ablauf einer Frist eingeschläfert, wenn sie als unvermittelbar gelten. Das trifft leider auf gut 70 Prozent der Straßenkatzen von LA zu. Doch es gibt Grund zur Hoffnung, denn die Tierretterin Meyla Kaplan hat Jobs für die herrenlosen Tiere!

flickr / Beverly Goodwin / CC-BY-2.0 Straßenkatzen sind immer auf der Suche nach Futter flickr / Beverly Goodwin / CC-BY-2.0

Oft haben die Katzen, die im Dienst ihres Programms stehen, sich über Jahre auf der Straße durchschlagen müssen. Sie wissen, dass ihnen im Leben niemand etwas schenkt und sie legen wenig Wert auf Kontakt zu Menschen. Doch gerade solche Katzen sind es, die Meyla Kaplan bestens gebrauchen kann. Katzen, die sich behaupten können und die vor allem eines wissen: Wie man Mäuse und Ratten fängt.

Katzenleben werden verlängert, manche können sogar wieder vermittelt werden

Ihr Programm Voice for the Animals vermittelt ehemalige Straßenkatzen an öffentliche Einrichtungen, die ein Nagetierproblem haben. Auf die Idee kam sie 1999, als ihr Blumenhändler ihr wieder einmal von seinem Rattenproblem im Geschäft erzählte. Probeweise wollte sie dem Mann drei Katzen vermitteln mit dem Versprechen, sie zurück zu nehmen, sollten sie ihren Job nicht ordentlich erledigen. Doch es kam anders und heute leben in dem Blumenladen schon 15 Katzen.

flickr / Tambako the Jaguar / CC-BY-ND-2.0 An vielen Orten in LA gibt es ein Rattenproblem flickr / Tambako the Jaguar / CC-BY-ND-2.0

 

Dass ihre Idee klappen würde, daran zweifelte Meylan Kaplan zu keinem Zeitpunkt. Nur der Blumenhändler war anfangs skeptisch. „Wenn Ratten die Anwesenheit eines Feindes riechen, suchen sie das Weite“, erklärte sie kürzlich der LA Times, die über ihr Projekt berichtet hat. Die Stadt kämpft seit vielen Jahren mit einem Rattenproblem.

Habe eine Katze nicht länger als maximal fünf Jahre auf der Straße gelebt, sei sie gut geeignet, in den Dienst ihres Projektes zu treten. Weil sie regelmäßig warme Mahlzeiten erhalten und keinen Kontakt mit Menschen haben müssen wenn sie es nicht wollen, verlängere sich ihr Leben um ein vielfaches im Vergleich zu ihrem Dasein, welches sie auf der Straße fristen.

 

Das Hauptquartier der Polizei in LA. Auch hier geht eine Katzentruppe nachts auf Nagerjagd. Flickr / xy / CC-BY-2.0 Das Hauptquartier der Polizei in LA. Auch hier geht eine Katzentruppe nachts auf Nagerjagd. Flickr / Umberto Brayj / CC-BY-2.0

 

500 Katzen konnte Meyla Kaplan mit ihrem Programm schon retten. Manche Tiere wurden mit der Zeit wieder zutraulich, so dass sie in ein neues Zuhause vermittelt werden konnten.

Mittlerweile hat Meyla Kaplan ihre Katzen-Patrouillen an 50 verschiedene öffentliche Einrichtungen in Los Angeles vermitteln können und es sollen noch viele mehr werden.

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Featured Image: Flickr / Diana Parkhouse / CC-BY-2.0

 

Sollte es solch ein Programm für Katzen auch in Deutschland geben?

 

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