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Tierarzt ließ Katze sterben, weil ihr Frauchen ihn nicht sofort bezahlen konnte

Ein Tierarzt soll sich geweigert haben, eine schwerverletzte Katze zu behandeln. Der Grund macht fassungslos: Die Halterin hatte nicht genügend Geld, um die Notfallversorgung direkt vor Ort zu bezahlen. Der Arzt nahm es in Kauf, dass das Tier an den Folgen eines Verkehrsunfalls sterben würde.

 
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Diese Geschichte geht ans Herz, weil sie uns sprachlos zurück lässt. Wie ein Arzt so grausam handeln konnte, ist in keinster Weise nachvollziehbar. Aber der Reihe nach:

Eine 46 Jahre alte Frau aus Lausanne in der Schweiz hatte ihre Katze vermisst. Am vergangenen Samstag fand die Frau das Tier schließlich wieder, wie das Internetportal 20minuten heute berichtet. Zusammengekauert sah sie ihr Kätzchen unter einem Busch hocken. Das seltsame Verhalten machte die Frau stutzig und bald wurde klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste.

Keine Hilfe, stattdessen Vorrechnung der Behandlungskosten

Als sie näher hinsah, bestätigte sich ihr Verdacht: Ihre Katze mit dem Namen Alaska blutete aus verschiedenen Wunden. Die Frau reagierte sofort und rief den tierärztlichen Notdienst an, in der Hoffnung, dass ihrer Katze schnell geholfen werden könnte.

Doch statt Hilfe für ihre Katze bekam die Frau die herzloseste Reaktion, die es bei einem Tierarzt vielleicht je gegeben hat: Während Katze Alaska nämlich an ihren Schmerzen litt, rechnete der Arzt der Frau am Telefon erst mal vor, was sie die Notfallbehandlung mutmaßlich kosten würde.

Behandlung nur gegen Barzahlung vor Ort

Geduldig hörte die Frau zu, wie der Arzt die einzelnen Posten für die Behandlung addierte und ihr schließlich eine Summe von 1.000 Franken (circa 915 Euro) nannte. Gerne könnte sie sofort mit ihrer Katze in die Praxis kommen, allerdings unter einer Bedingung: Die Kosten müssten sofort vor Ort in bar bezahlt werden.

Für die Katzenhalterin am anderen Ende der Leitung war das ein Schock. Sie wusste, dass sie die Rechnung nicht sofort zahlen könnte. Sie erkundigte sich deshalb nach der Möglichkeit einer Ratenzahlung. Das lehnte die Tierarztpraxis ab und bat die Frau, sich an eine andere Praxis zu wenden.

Tierfreunde wollten helfen, doch noch einen Tierarzt zu finden

Weil es Katze Alaska nun immer schlechter ging, kontaktierte die Frau schließlich eine örtliche Tierschutz-Vereinigung. Diese war sofort bereit, ihr bei der Suche nach einem verständnisvollen Tierarzt zu helfen. In der Nacht versorgte sie die Wunden ihrer Katze so gut sie konnte. Doch erst am frühen Sonntagmorgen war es gelungen, einen Tierarzt zu finden, der ihre Ratenzahlung akzeptierte. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Tier schon starke innere Blutungen.

Traurig: Der Tierarzt, bei dem Katze Alaska schließlich vorstellig werden durfte, konnte sie nicht mehr retten. Der Arzt ist sich sicher, dass sie überlebt hätte, wenn sie sofort medizinisch versorgt worden wäre.

 
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Stattdessen musste er die zweijährige Alaska einschläfern, während ihr Frauchen sie unter Tränen für eine letzte Umarmung hielt.

Keine rechtliche Verpflichtung für schweizer Tierärzte, Tieren zu helfen

Laut dem Verhaltenskodex für Schweizer Tierärzte haben sich diese dazu verpflichtet, jedem Tier in Not sofort zu helfen. Weil es dazu aber keine rechtlich bindende Verpflichtung gibt, können Tierärzte eine Behandlung genauso gut verweigern.

In der Vergangenheit hätte es eben auch häufig Mißbrauchsfälle gegeben, in denen Rechnungen nicht bezahlt wurden, so Sarina Keller, Leiterin der Rechtsabteilung der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte (GST) in dem 20minuten Beitrag. Eine zynischere Erklärung hätte sie nicht geben können.

Featured Image (Symbolfoto): © Dave Shaver / CC-BY

 
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