Du bist hier
Home > Gut zu wissen > Neues Urteil: Wer für Tierarztkosten einer Fundkatze haftet

Neues Urteil: Wer für Tierarztkosten einer Fundkatze haftet

Wer als Tierarzt eine verletzte Katze behandelt, die Passanten irgendwo am Wegesrand gefunden haben, der bleibt nicht selten auf den Kosten sitzen. Dabei ist in den meisten Fällen die Gemeinde zuständig, wie jetzt ein entsprechendes Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz bestätigt hat. Doch die Dinge sind trotzdem kompliziert.

ANZEIGE

Kommunen in ganz Deutschland versuchen regelmäßig, die Kostenübernahme für die Behandlung von Fundtieren anzufechten. Der Grund: Sofern die Tiere als verwildert gelten können, ist die Kommune nicht mehr für sie zuständig. So genannte „Wildlinge“ werden als eigenständig lebende Tiere angesehen, die ein scheues, zurückgezogenes Verhalten an den Tag legen. In der Regel lassen sie sich weder anfassen, noch einfangen.

In drei solcher fraglichen Fälle aus dem Vorjahr hat das Verwaltungsgericht Koblenz nun entschieden: Die Katzen müssen allesamt als Fundtiere gelten. Eines der vorgeblich wilden Tiere sei letztlich sogar mit einem Mikrochip ausgestattet gewesen. Eine andere Katze sei lange vor einer Siedlung herumgestreunt, bevor eine Finderin sie einfing und zum Tierarzt brachte – für das Gericht ein Zeichen, dass es sich eben nicht um einen Wildling handeln kann. Das dritte Tier konnte nach der Behandlung recht schnell an einen neuen Besitzer vermittelt werden. Für eine verwilderte Katze sei es aber nahezu unmöglich, sich an das Leben mit Menschen in einem gemeinsamen Haushalt zu gewöhnen.

Mit der Einleitung der medizinischen Behandlung habe die Tierarztpraxis im Auftrag der Fundbehörde gehandelt, weshalb die Kommune alle Kosten tragen müsse.

 

 

ANZEIGE

Kommentar verfassen