Du bist hier
Home > News > Minister will eine Katzen-Zählung, um sie besser zu schützen und erntet dafür nichts als Spott und Hohn!

Minister will eine Katzen-Zählung, um sie besser zu schützen und erntet dafür nichts als Spott und Hohn!

Die CDU-Fraktion hat kein Verständnis, Zeitungen machen sich lustig. Weil Umweltminister Joahnnes Remmel (NRW) Katzen besser schützen will, steht der Politiker seit vergangenem Freitag unter dem Beschuss der Öffentlichkeit. Dabei gibt es gute Gründe, eine Vorstellung von der Größe der Population freilebender Katzen zu haben.

ANZEIGE

Sind es 100.000 oder gar 1 Million? Allein für die Stadt Berlin ist die Dunkelziffer freilebender Katzen so vage, dass sich jede Mutmaßung über eine tatsächliche Größe verbietet. Im restlichen Bundesgebiet ist die Sachlage keine andere: Wie viele Streuner-Katzen es in Nordrhein-Westfalen gebe, weiß so wirklich niemand, argumentiert der Umweltminister des Landes.

Darum hat Johannes Remmel jetzt eine so genannte „Musterverordnung“ für sein Bundesland herausgegeben. Im Kern besagt sie, dass Gemeinden Schutzzonen ausrufen können und die darin lebenden herrenlosen Katzen einfangen, kastrieren und wieder aussetzen sollen, wenn diese nicht per Tätowierung oder Chip eindeutig einem Halter zugewiesen werden können.

CDU-Politiker bezeichnet Katzen-Zählung als „schlechten Aprilscherz“

Der CDU-Politiker Rainer Deppe nannte den Vorschlag via Twitter einen „schlechten Aprilscherz im November“. Auf seiner Homepage führt er seine Gedanken weiter aus:

„Erschreckend ist, dass der verspätete Aprilscherz des Ministers ernst zu sein scheint. Die Kommunen haben weder die Zeit, noch das Personal, um eine Katzen-Volkszählung und Reihenuntersuchung für freilaufende Katzen in Nordrhein-Westfalen durchzuführen“

Was der Poltiker verschweigt: Eine so genannte „Musterverordnung“ stellt keineswegs eine Verpflichtung für Kommunen dar, dieser Folge leisten zu müssen. Die Gemeinden haben die Möglichkeit, die Lösungsvorschläge zur Eindämmung wilder Katzen in ihre Verordnung aufzunehmen, sie können es aber genauso gut bleiben lassen.

Zeitungen spotten über Johannes Remmel

Als ein „Lehrstück in absurdem Bürokratendeutsch“ bezeichnete beispielsweise die Düsseldorfer Lokalausgabe der BILD-Zeitung den Vorschlag von Minister Remmel. Der Kölner-Express nannte seine Musterverordnung gar einen „bizarren Vorschlag“. Thematisiert wird von beiden lediglich der angeblich „hohe Verwaltungsaufwand“, den die Umsetzung der Musterverordnung mit sich brächte. Die Kommunen hätten wichtigere Probleme, als sich um herrenlose Katzen zu kümmern, lautet der Tenor einstimmig.

Privatleute organisieren bisher Kastrationen von freilebenden Katzen

Bisher wird die Kastration freilebender Katzen in Deutschland von Privatleuten oder nicht-staatlichen Einrichtungen wie der Katzenhilfe organisiert. Tierschutzverbände fordern seit Jahren einen besseren Schutz wilder Katzen durch staatliche Stellen und eine allgemeine Kastrationspflicht. Und es stimmt: Gerade weil die Tiere niemandem gehören, sind sie eindeutig ein gesamtgesellschaftliches Problem, dem auf staatlicher Ebene begegnet werden müsste.

Effektive Hilfe bei der Lösung dieses Problems versagt die Bundesregierung bisher, indem sie Appelle für die Einführung einer bundesweiten Kastrationspflicht überhört. Die Folge ist großes Katzenleid, das nach Einschätzung von Experten besonders in Großstdten immer mehr zu statt abnimmt.

Featured Image: woodleywonderworks / CC-BY

ANZEIGE