Du bist hier
Home > News > Lagebericht Katzensteuer: Was du jetzt wissen musst und was wirklich dran ist am Thema

Lagebericht Katzensteuer: Was du jetzt wissen musst und was wirklich dran ist am Thema

Will Deutschland eine Katzensteuer einführen? Seit vor wenigen Tagen diese Nachricht umging, sind viele Katzenhalter verunsichert: Werden sie womöglich bald zur Kasse gebeten? Die wichtigsten Fragen zum Thema Katzensteuer, zusammengefasst von Cat-News.net.

 
ANZEIGE
 

Hundehalter müssen Steuern für ihr Tier entrichten, darüber regt sich niemand auf. Im Fall von Katzen sieht das anders aus, bisher galt:  Wer eine Katze hält, braucht keine Steuer für sie zu zahlen. Wie kommt es also, dass so viele Medien gerade jetzt auf dieses Thema anspringen?

Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, dass Katzenhalter plötzlich Steuern zahlen sollen?

Die Meldung, dass man künftig neben Hundehaltern auch Katzenhalter zur Kasse bitten müsste, wurde inzwischen von vielen Medien verbreitet. Den Anfang machte nach unseren Recherchen aber wohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mit einem Meinungskommentar am vergangenen Donnerstag.

Was konkret Autor Jörg Albrecht zur Beschäftigung mit dem Thema veranlasst hat, lässt er offen. Vielleicht war der Twitterhype „KatzenGegenSpekulationen“ schuld, der sich nach dem terroristischen Anschlag am Berliner Breitscheidplatz seinen Weg in die Sozialen Netzwerke bahnte. Statt über den Täter und seine Herkunft zu spekulieren, sollten Twitteruser lieber Fotos von ihren Katzen und anderen so genannten Cat-Content posten, hieß es damals. Darauf bezieht sich der Autor zumindest zu Beginn seines Kommentars und dieser hat wohl den Stein letztlich ins Rollen gebracht.

Welches sollen die Gründe für eine Katzensteuer sein?

Folgt man den Verfechtern einer Katzensteuer, so geht es vor allem um Gerechtigkeit: Während für Hunde seit Jahren eine Steuer fällig wird, würden Katzenhalter durch Steuerfreiheit bevorzugt werden – mit gutem Grund, sagen die Gegner einer entsprechenden Steuer, denn schließlich sind es Hunde, die bei ihrem täglichen Gassigang die Straßen verunreinigen, während Katzen ihr „Geschäft“ verscharren.

Was viele nicht wissen: Einnahmen aus der so genannten Hundesteuer sind nicht zweckgebunden und somit nicht ausdrücklich für die Straßenreinigung oder einen anderen Zweck, der mit der Haltung von Hunden in Verbindung steht, vorgesehen. Mittel aus einer Katzensteuer wären demnach auch nicht zwingend zweckgebunden. Es könnte sich also für Städte und Kommunen lohnen, eine solche Steuer einzuführen.

Welche Ideen gibt es zur Verwendung der Einnahmen aus einer Katzensteuer?

In diesem Punkt hat sich die Partei Bündnis 90 Die Grünen in die Diskussion eingeklinkt. Fälschlicherweise unterstellt man ihr, Urheber der Idee einer Katzensteuer zu sein. Dem jedoch widerspricht die Partei, sie habe lediglich auf eine konkrete Anfrage der FAZ zum Thema  geäußert, dass man eine Steuer nicht grundsätzlich ablehne, es aber zusätzliche Informationen bräuchte.

Richtig aber ist, dass die Grünen auf die Frage, wofür die Mittel aus einer Katzensteuer eingesetzt werden könnten, spontan eine Antwort parat hatte: Man könne damit zum Beispiel die Kastration freilaufender Katzen finanzieren. Dieses Argument führt auch der Deutsche Jagdverband seit Jahren an, dem freilaufende Katzen grundsätzlich ein Dorn im Auge sind. Der Jagdverband sieht in Katzen einen entscheidenden Faktor im Rückgang der Singvogelpopulation in Deutschland.

 
ANZEIGE
 

Ist eine Katzensteuer jetzt beschloßene Sache?

Einfache Antwort: Nein. Es ist ohnehin fraglich, ob sich die Besteuerung von Katzen deutschlandweit so einfach durchsetzen ließe, denn auch für verpflichtende Kastrationen konnte bisher keine bundesweit einheitliche Regelung gefunden werden. Ob in einer Gemeinde Katzen kastriert werden müssen, entscheiden die Gemeinden vor Ort selbst. Die so genannte Hundesteuer wird zwar seit 2011 in allen Kommunen in Deutschland erhoben, sie fällt aber in ihrer Höhe stark unterschiedlich aus.

Fazit: Die Einführung einer deutschlandweiten Katzensteuer ist zur Zeit nicht besonders realistisch. Viele Lokalpolitiker sprechen sich nach den aktuellen Medienberichten außerdem deutlich gegen die Erhebung einer Steuerpflicht für Katzen aus. Vielleicht auch deshalb, weil so eine Steuereinführung zunächst Geld kostet, statt welches in die leeren Stadtkassen zu spülen. Wie nämlich will man kontrollieren, ob wirklich in jedem Haushalt, in dem Katzen leben, diese auch gemeldet worden sind?

 

 

 
ANZEIGE
Bild