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Katzenfell in deutschen Geschäften? Die 5 wichtigsten Fakten!

Der Blick aus dem Fenster trügt nicht: Der Herbst kommt jetzt in großen Schritten. In den Geschäften hat die neue Modesaison bereits begonnen. Doch wer top gekleidet sein will, ist gefährdet, sich von der Modeindustrie hinters Licht führen zu lassen. Deren Profitgier kostet alljährlich zahlreiche Hunde und Katzen das Leben.

 
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Katzenfell als Modeaccessoire – das klingt gruselig, kommt aber leider immer wieder vor. Welche Art von Pelz in Deutschland in den Verkauf gerät, ist fast nicht überprüfbar. Selten geschieht es, dass ein Modeunternehmen auffliegt, wenn es Kleidung verkauft, welches Fell von Haustieren enthält. Die 5 wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

1. Ist es in Deutschland nicht verboten, Fell von Katzen zu verkaufen?

Es ist verboten und das nicht nur in Deutschland: 2009 hat die EU den Import von Haustierfellen für alle ihre Mitgliedstaaten untersagt. Weil es aber für Pelz generell keine Kennzeichnungspflicht gibt, ist es für den Verbraucher nahezu ausgeschlossen zu erfahren, von welchem Tier ein Fell im Geschäft tatsächlich stammt. An den Etiketten sind häufig Fantasienamen von Tieren aufgeführt, die es in Wahrheit gar nicht gibt. „Genotte“ soll zum Beispiel ein beliebter Handelsname für das Fell von schwarzen Hauskatzen sein. (Quelle: Peta)

2. Wie kann es sein, dass in deutschen Geschäften trotzdem Kleidung mit Katzenfell angeboten wird?

Kurz gesagt: Weil das Material auf dem internationalen Warenmarkt spottbillig ist. Katzen-, und übrignes auch Hundefell, ist wesentlich günstiger, als Pelz von gezüchteten Kaninchen oder Füchsen. Selbst gut gemachter Kunstpelz kostet mehr. Jedes Jahr finden Schätzungen zufolge bis zu zwei Millionen Hunde- und Katzenfelle als Schmuggelware ihren Weg auf den deutschen Markt. Die Dunkelziffer liegt aber wahrscheinlich noch einmal deutlich höher. (Quelle: taz)

3. Woran kann man Hunde- oder Katzenfell im Geschäft erkennen?

Mit bloßem Auge ist leider nicht erkennbar, um welche Art von Pelz es sich im Einzelfall handelt. Nur ein Gentest im Labor könnte Gewissheit geben, ob dieses oder jenes Fell an einem Jackenkragen von einem Haustier stammt. (Quelle: taz)

4. Woher kommen die Felle von Hunden und Katzen?

Tierschutzorganisationen wie Peta oder Animals‘ Liberty berichten, dass das Fell zu einem Großteil aus China stammt. Millionen Hunde und Katzen werden dort unter grausamen Bedingungen gezüchtet und für Pelze getötet. Das Geschäft lohnt sich, weil die Textilindustrie diese Felle günstiger einkaufen kann, als viele Formen von Kunstpelz.

Dass das alles nicht nur in der Theorie stattfindet, zeigt ein Skandal um den Modehersteller Tom Tailor aus dem vergangenen Jahr. Damals hatten Tieraktivisten aufgedeckt, dass die Bommel an einem Mützenmodell der Modemarke eindeutig von Katzen stammten. Das Unternehmen sprach in diesem Zusammenhang von einem „Fehler in der Produktionskette“ und entschuldigte sich (Quelle: Spiegel-Online).

5. Aber wer Kunstpelz kauft, ist doch auf der sicheren Seite?

 
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Leider nein. Auch ein als Kunstpelz ausgeschildertes Produkt könnte theoretisch von einem Hund oder einer Katze stammen. Als Tierfreund sollte man aber sowieso auf synthetischen Pelz verzichten, denn immerhin ahmt der Pelz ein Produkt nach, das für maßloses Tierleid steht.

EXTRA-TIPP: Wer gar nicht auf synthetischen Webpelz verzichten mag, kann folgenden Trick anwenden, um das Material auf einen möglichen tierischen Ursprung zu testen: Mit den Fingern vorsichtig ein paar Haare abzupfen und diese mit einem Feuerzeug anzünden. Bildet sich ein Knubbel und riecht es deutlich nach verbranntem Plastik, ist der Pelz künstlich.

Featured Image © Hernán PiñeraTrish Hamme / CC-BY

 
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