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Katze als Bürgermeister: Russen wollen lieber einen Kater, statt einen korrupten Politiker

In einer inoffiziellen Wahl über VKontakte, der russischen Version von Facebook, wurde jetzt eine Katze als Bürgermeister der Stadt Barnaul erklärt. Mehr als 90 Prozent der Wähler wollten lieber eine Katze zum Bürgermeister haben, als einen korrupten Politiker.

Erst kürzlich wurde die sibirische Stadt Barnaul von einem erneuten Korruptionsskandal erschüttert, der offensichtlich viele Menschen an der Kompetenz ihrer lokalen Politiker zweifeln lässt. So soll der im August zurückgetretene Bürgermeister Igor Savintsev, inklusive seiner gesamten Familie, in Machenschaften verwickelt gewesen sein, die seine Gemeinde mehr als elf Millionen Rubel (rund 144.000 Euro) gekostet hätten.

„Die Leute wissen nicht mehr, wem sie trauen können“, erklärte der VKontakte Nutzer Yevgeny Kuznetov. Offensichtlich wünschen sich die Einwohner der 700.000 Einwohner zählenden Gemeinde in der Region Altai frischen Wind im Rathaus. Das mag eine Erklärung dafür sein, weshalb ausgerechnet eine Katze und nicht etwa einer der ebenfalls zu der inoffiziellen Wahl gestellten menschlichen Politiker den Posten des Bürgermeisters erlangte:

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Schließlich konnte Barsik mehr als 2.000 Stimmen einheimsen, was einem Wähleranteil von 91 Prozent entspricht. „Die Einwohner zweifeln an der Kompetenz und Professionalität ihrer Politiker“, erklärte einer der Organisatoren der Online-Abstimmung das Wahlergebnis.

Die Verantwortlichen der eigentlich als Scherz gedachten Kampagne wollen nun Spenden sammeln, um ihren kätzischen Bürgermeister-Kandidaten mit dem Namen Barsik auf Plakate drucken zu lassen und diese kurz vor der richtigen Bürgermeisterwahl in der ganzen Stadt aufstellen zu lassen.

Der Wahlspruch steht indes schon fest: „Nur Mäuse stimmen nicht für Barsik!“.

Barsik ist nicht die erste Katze auf einem Bürgermeister-Posten

So komisch es auch klingt: Der Bürgermeister der US-Kleinstadt Talkeetna in Alaska ist tatsächlich eine Katze. „Mayor Stubbs“ (zu deutsch: Bürgermeister Stummel, dem Tier fehlt der Großteil seines Schwanzes) ist fast schon sein ganzes Leben lang im Amt. 1997 ins Amt gewählt, ist Kater Stubbs mittlerweile schon stolze 19 Jahre alt. Ähnlich wie in dem aktuellen Fall in Sibirien, waren die Bürger Talkeetnas unzufrieden mit ihren Kommunalpolitikern, und erklärten stattdessen eine Katze zum Bürgermeister ihrer Gemeinde. 

Auch in Mexiko wurde schon mal eine Katze als Kandidat für das Bürgermeisteramt gehandelt: In der mexikanischen Stadt Xalapa, der Hauptstadt des Bundesstaates Veracruz, galt Kater Morris 2013 in einer ebenfalls inoffiziell ausgerichteten Wahl als aussichtsreicher Kandidat. Die übrigen Kandidaten standen in Verdacht, mit der mexikanischen Mafia in Verbindung zu stehen. So wollte man auch hier lieber eine Katze in dem wichtigen Amt wissen, als einen korrupten Politiker. Anders als „Mayor Stubbs“ wurde Kater Morris jedoch niemals zur offiziellen Wahl zugelassen.

Featured Image: Michael/IMG_3444/CC-BY

 

 

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