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Jäger schießt auf friedliche Katze, verliert den Jagdschein aber nur vielleicht

Ein Jäger muss sich im Landkreis Oldenburg für das Quälen einer Katze verantworten. Seine eigene Zunft könnte nun dafür sorgen, dass der Mann seinen Jagdschein für immer abgeben muss. Das Gericht wollte ihm dieses Schicksal ursprünglich ersparen.

 
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„Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz“ – ein Spruch aus Kindertagen, den Eltern auch heute noch an ihren Nachwuchs weitergeben, hat für einen Jäger aus dem Landkreis Cloppenburg offenbar nur wenig Bedeutung. Ungewöhnlich: Mit seinem unethischen Verhalten hat er sogar Menschen empört, die selbst auf die Jagd gehen:

„Der Typ hat die Katze nicht getötet sondern wissentlich und mit Absicht angeschossen liegen gelassen. Wenn das nicht extrem unwaidmännisch ist, dann weiss ich auch nicht.“

(aus dem Kommentarbereich von ndr.de)

 

Worum geht es?

Im Landkreis Cloppenburg stand in diesem Monat ein Jäger vor Gericht, der sich für das Töten einer Hauskatze verantworten musste. Die Katze habe friedlich in der Hauseinfahrt ihrer Besitzer gesessen, heißt es in Berichten auf Facebook, als der Jäger das Tier ohne Vorwarnung mit einer Schrotflinte niederstreckte.

Unter den Augen der Kinder des Halters packte der Jäger schließlich das am Boden liegende, schwerverletzte Tier noch und schleuderte es mit voller Wucht in ein Maisfeld.

Der Vater der Familie habe den Jäger „ermahnt“, heißt es in dem Bericht, und das Tier anschließend sofort zu einem Arzt gebracht. Dieser konnte mehr als 50 Schrotkugeln im Körper der Katze finden. Es folgte eine Notversorgung, jedoch machte der Tierarzt dem Besitzer wenig Hoffnung, dass seine Katze den Angriff überleben würde. Um ihm weitere Qualen zu ersparen, musste das Tier eingeschläfert werden.

 

Urteil in zweiter Instanz: Jäger könnte Jagdschein nun doch verlieren

Der Fall wurde zur Anzeige gebracht und landete nun in dritter Instanz vor dem Oberlandesgericht in Oldenburg. In erster Sitzung verurteilte das Gericht den Jäger zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 70 Euro, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet. Weil er mit diesem Urteil aber auch seinen Jagdschein einbüßen, ging der Mann in Revision, Ergebnis: Die Strafe wurde auf 50 Tagessätze à 70 Euro reduziert.

Damit könnte sein Mandant den Jagdschein behalten, dachte offensichtlich sein Verteidiger. Glücklicherweise hatte die für den Landkreis zuständige Jagdbehörde aus der Presse von dem Fall erfahren. Sie möchte nun dringend die Zuverlässigkeit des Jägers überprüfen.

Denn bei einem Strafmaß von 70 Tagessätzen, wie in erster Instanz vorgesehen war, wäre der Jagdschein ohne Wenn und Aber von der Behörde eingezogen worden. Zu welchem Urteil die Jagdbehörde kommt, ist derzeit noch offen.

Wir werden weiterhin beobachten, wie der Fall ausgeht.

 
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